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„Alle für Moritz“ - Emotionale Choreo für verunglückten Löwen-Ultra

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Von: Uli Kellner

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Mit einer einzigartigen Choreographie gedachten die Löwen am Freitagabend Moritz Walter.
Mit einer einzigartigen Choreographie gedachten die Löwen am Freitagabend Moritz Walter. © Imago Images / Sven Leifere

Die Anteilnahme am Freitagabend war riesig. Die Löwen-Fans haben dem verstorbenen Ultra Moritz Walter mit einer einzigartigen Choreographie gedacht.

München – Und plötzlich trägt Giesing Trauer. Der sportlich erfolgreiche Saisonstart – überschattet durch ein besonders tragisches Unglück. Ein treuer Fan aus der Kurve, Vater von vier kleinen Kindern, wurde bei einem Motorradunfall aus dem Leben gerissen. Im Alter von nur 36 Jahren. Das Schicksal von Moritz Walter aus Freising bewegt alle, die mit dem TSV 1860 zu tun haben: Fans, Profis, und auch den in Abu Dhabi sitzenden Investor Hasan Ismaik, der spontan ankündigte: „Wir werden die Familie nicht alleine lassen.“

Moritz Walter war „schon als Baby mit seinem Vater“ bei den Spielen des TSV 1860 München

Die Anteilnahme war aber auch sonst riesengroß. Das Heimspiel am Freitag gegen Halle startete mit einer Gedenkminute, zuvor widmeten Ultras ihrem Kurvengenossen eine emotionale Choreo: Aus einem Meer schwarzer Luftballons ragte ein Schild mit seinem Konterfei, statt Kerzen brannten Bengalos, und auf einem blockumspannenden Plakat stand weiß auf schwarz: „Ruhe in Frieden, Moritz!“

„Schon als Baby mit seinem Vater“ sei Moritz zu Spielen des TSV 1860 mitgenommen worden, hieß es in einem Rundschreiben von Freunden, die eine Spendenaktion organisierten. Motto: „Alle für Moritz“. Schon nach kurzer Zeit drückten 3000 Menschen ihr Mitgefühl mit den Hinterbliebenen aus.

„Die Löwen-Familie hält zusammen.“

Hasan Ismaik in seinem Solidaritätsschreiben.

Ismaik, obwohl Feindbild eingefleischter Ultras, ging noch einen Schritt weiter. Er werde sich dafür einsetzen, dass das Profiteam „zum Heimatverein des Verstorbenen kommt“, zum Kreisligisten FC Inhauer Moos. Der Kompletterlös werde an die Witwe und die vier gemeinsamen Kinder gehen, versprach der Jordanier via Twitter und zitierte sogar aus der Bibel: „Brüder, wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben“ (1. Brief an die Thessalonicher, Kapitel 4, Vers 13).

„Die Löwen-Familie hält zusammen“, hieß es abschließend in Ismaiks Solidaritätsschreiben – und so sehen das auch die Ultras, die jedem Stadionbesucher einen Zettel auf den Platz legten. Dieser enthielt unter anderem die offizielle Spendenadresse: DE68 7005 1995 0020 6694 20 (IBAN), Verwendungszweck: „Alle für Moritz Familie“. (ulk)

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