1. meine-anzeigenzeitung
  2. Sport
  3. 1860 München

Großkampftage für Gorenzel: Erst als Trainer gefordert, dann auf dem Transfermarkt?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ludwig Krammer

Kommentare

Günther Gorenzel forciert das Thema Verstärkungen.
Günther Gorenzel forciert das Thema Verstärkungen. © fkn

Der TSV 1860 startet heute mit Günter Gorenzel als Ersatztrainer wieder in den Trainingsbetrieb. Auch über einen möglichen Transfer macht sich der Sportchef Gedanken.

München – Wie geht’s weiter bei den Corona-Löwen? Nach dem Infektionsausbruch vom Wochenende, dem die Spiele gegen Türkgücü und Kaiserslautern zum Opfer fielen, soll heute Nachmittag ein Rumpfkader zum Training an der Grünwalder Straße antreten. Je nach Ausgang der Testreihe vom gestrigen Dienstag wird sich herausstellen, wie groß die Gruppe ist, die mit Aushilfstrainer Günther Gorenzel auf den Platz gehen wird.

Der Sportgeschäftsführer wird Chefcoach Michael Köllner vertreten, der sich als Kontaktperson in Quarantäne begeben musste und erst am Samstag zurückerwartet wird.

„Wir sind jetzt leider der Leidtragende.“

Günter Gorenzel über das Corona-Chaos.

Tags drauf steht um 13 Uhr das Auswärtsspiel bei Viktoria Köln auf dem Programm. Ob die Partie stattfinden wird, darüber kann aktuell auch Gorenzel nur spekulieren. „Es ist keine Frage, ob wir wollen oder nicht wollen, Wir werden uns der Situation stellen, die uns vom Gesundheitsamt in Kombination mit dem DFB vorgegeben wird. Das ist kein Wunschkonzert.“ Der Verband schreibt 16 einsatzfähige Spieler als Mindestzahl für eine Austragung vor. „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern uns Tag für Tag aus der Situation wieder nach oben arbeiten“, sagt Gorenzel, der weiß, dass die Zwangspause Spuren hinterlassen wird beim Fitnesszustand der betroffenen Spieler. „Es wird einige Wochen benötigen, bis alle wieder das alte Leistungsniveau haben werden. Wir sind jetzt leider der Leidtragende.“

Wie weit die Löwen zurückgeworfen werden? Eine pauschale Aussage lässt sich nicht treffen. „Du musst schauen, wie die Jungs, die infiziert sind, aus diesen Infektionen zurückkommen“, gibt Gorenzel zu bedenken: „Das ist komplett unterschiedlich. Der eine hat kaum Symptome und braucht aber länger, bis er wieder bei der kompletten Leistungsfähigkeit ist. Es ist eine sehr herausfordernde Situation, die du nur meistern kannst, wenn du als Team noch enger zusammenrückst. Wir wollen das mit einer Jetzt-erst-Recht-Einstellung angehen.“

TSV 1860: Transfer liegt an Hasan Ismaik

Und eventuell einem Last-Minute-Zugang? Der Wunsch in der sportlichen Führung wird von Gorenzel deutlicher denn je formuliert: „Na klar verändert sich die Bewertung von Wintertransfers durch die aktuelle Corona-Situation.“ Stand jetzt sei der Kader „exakt auf unsere kaufmännischen Mittel ausgelegt. Wir verfügen über keinen Spielraum. Aber ich bin in ständigem Austausch mit unserem kaufmännischen Geschäftsführer. Wir hatten auch eine Telefonkonferenz mit dem Trainer. Du musst die Situation jetzt schon anders bewerten. Wir wissen nicht, wann wer aus der Infektion zurückkommt – und wie die Spieler zurückkommen. Wir sondieren den Markt. Am Ende geht es darum, ob es noch einen kaufmännischen Spielraum gibt.“

Nach Informationen unserer Zeitung haben die Löwen durch zwei gewonnene Runden im DFB-Pokal und zusätzliches Sponsoring eine Million Euro an Mehreinnahmen generiert, deren Verwendung noch nicht geklärt ist. Der Ball liegt bei Hauptgesellschafter Hasan Ismaik. Muss das Geld auf das gewährte Notfall-Darlehen für die Pandemiezeit angerechnet werden oder können zumindest Teile davon investiert werden? Spannung, auf die die handelnden Personen an der Grünwalder Straße gerne verzichten würden. Bis kommenden Montag ist das Transferfenster noch geöffnet. (Ludwig Krammer)

Auch interessant

Kommentare