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TSV 1860: Morgalla bald weg? Köllner widerspricht - „Das vergisst ein Spieler nicht“

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Von: Uli Kellner

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Und immer auf den Trainer hören! Leandro Morgalla, 17, mit seinem Förderer Michael Köllner.
Und immer auf den Trainer hören! Leandro Morgalla, 17, mit seinem Förderer Michael Köllner. © Imago

Leandro Morgalla ist das derzeit wohl größte Talent des TSV 1860. Im Gegensatz zu 60-Präsident Reisinger glaubt Coach Köllner an einen Verbleib.

München – Der eine oder andere Sportfreund in Rödelmaier dürfte enttäuscht gewesen sein, dass die Löwen gestern ohne ihre namhaften Profis zum Totopokal-Erstrundenspiel angereist sind. Dabei können solche Duelle auch im Rückblick spannend sein – Proficlubs nutzen sie als Spielwiese für die nächste Talente-Generation, die sich bei diesen Landpartien dem Anhang vorstellt.

Man denke, an Birkenfeld, wo die Löwen vor einem Jahr auch mit einer Nachwuchsriege angetreten sind, dem Publikum im Landkreis Main-Spessart aber erstmals einen ihrer Höchstbegabten präsentierten. Unsere Zeitung schrieb damals: „Auffälligster Akteur in Köllners U22-Auswahl: Leandro Morgalla, das 16 Jahre alte Innenverteidigertalent.“

TSV 1860: Reisinger glaubt an Morgalla-Abschied

Inzwischen ist Morgalla 17, kein Geheimtipp mehr, sondern Stammkraft in Michael Köllners Erstbesetzung, die bekanntlich in die 2. Liga aufsteigen will. Seine ersten Länderspiele hat der Blondschopf aus Biedenkopf (Mittelhessen) auch schon bestritten, drei im Dezember 2021, zwei im März, jeweils für die U 18 von DFB-Trainer Guido Streichsbier. Neun neue Profis haben die Löwen in diesem Sommer geholt – trotzdem fand Köllner einen Platz für Morgalla, als es am Samstag darum ging, Topfavorit Dresden Paroli zu bieten. Der Coach begründete es mit einem „Bauchgefühl“, dass er Morgalla rechts hinten den Vorzug vor dem für diese Position verpflichteten Christopher Lannert, 24, gegeben hat. „Ich wusste, wir müssen hier aggressiv auftreten“, sagte Köllner auf Nachfrage: „Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir hier auf drei Punkte aus sind.“ Der Subtext: Auf drei Punkte aus sein klappt mit einem Morgalla besser als ohne ihn.

Selbstredend war Morgalla auch befreit, als die Löwen gestern in Rödelmaier antraten. Köllner braucht das Supertalent für den anderen K.o.-Wettbewerb. Am Freitag geht’s im DFB-Pokal gegen Dortmund – eine Bühne auf Erstliganiveau, auf der der Junglöwe vorspielen darf, live zu sehen im ZDF. Scouts aus höherklassigen Vereinen werden genau hinschauen – und manch einer glaubt schon jetzt nicht mehr daran, dass Morgalla auch über diese Saison hinaus für 1860 die Knochen und seine langen Storchenbeine hinhalten wird. Gefragt, ob die Fans hoffen dürfen, dass Morgalla dem Giesinger Ausbildungsbetrieb erhalten bleibt, antwortete Präsident Robert Reisinger in unserem Interview: „Gegenfrage: Haben wir das in der 2. Liga mit Volland oder den Benders geschafft? Also. Warum sollte uns das dann in der 3. Liga gelingen? Wir wissen alle, wie das Geschäft läuft. Wenn wir aufsteigen, können wir ihn vielleicht noch eine Saison halten, aber sicher nicht länger.“

TSV 1860: Morgalla bislang nur mit Fördervertrag

Geht den Löwen also schon bald das nächste Toptalent von der Fahne? Köllner ist optimistischer, was Morgallas Zukunft bei 1860 angeht. Zu unserer Zeitung sagte er: „Am Ende ist es immer eine Entscheidung des Spielers. Wo sieht er für sich seinen nächsten Entwicklungsschritt? Ich glaube, dass Leandro weiß, was Vertrauen des Trainers bedeutet – und wie er in den Profibereich gekommen ist. Für Leo ist es enorm wichtig ist, dass er gut entwickelt wird. Ich glaube, er kann das schon sehr gut einschätzen, auch sein Vater und sein Umfeld.“

Das Problem: Aktuell ist Morgalla nur mit einem Fördervertrag gebunden. Sprich: Der Youngster, der nebenbei eine Lehre macht, trainiert und spielt wie ein Profi, wird aber (noch) nicht wie ein solcher bezahlt. im September wird er 18 – und wird sich dann entscheiden müssen, ob er seinen ersten Profivertrag bei 1860 unterschreibt oder woanders den nächsten Schritt Richtung 2. oder 1. Liga macht. Köllner hört sich so an, als wisse er, dass Morgalla länger bleibt, als der Präsident glaubt. „Ich glaube, dass wir da auf einem relativ guten Weg sind“, sagt er: „Es ist völlig ungewöhnlich, dass ein 16-Jähriger Einsätze im Profiteam kriegt und auch vom Start weg spielt. Ich glaube, das vergisst ein Spieler nicht – deswegen bin ich da ganz entspannt und gelassen.“

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