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TSV 1860: Ballerlöwe Bär heiß auf die nächste Kanone - Lob für Sturmkollege

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Von: Uli Kellner

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Cool bleiben – „Cello“ ist bald wieder der Alte: Marcel Bär, Doppeltorschütze für 1860 beim 4:3 in Dresden.
Cool bleiben – „Cello“ ist bald wieder der Alte: Marcel Bär, Doppeltorschütze für 1860 beim 4:3 in Dresden. Foto: sampics © sampics

Marcel Bär stand nach seiner Corona-Infektion in der Vorbereitung zum Saisonauftakt nicht in der Startelf. Für zwei Tore in Dresden hat es trotzdem noch gereicht.

München – Er ist der Blitzstarter im Team des TSV 1860. Saisonauftakt vor einem Jahr, ebenfalls gegen einen Zweitliga-Absteiger: Marcel Bär, frisch aus Braunschweig gekommen, verpasst den Würzburger Kickers gleich mal einen Dämpfer (Endstand: 1:0). Und am Samstag bei Dynamo Dresden: Einwechslung in der 63. Minute – fünf Minuten später Bärs erstes Tor (zum 3:0), zwei Minuten später sein zweites, fast eine Kopie (zum 4:1).

Bemerkenswert: Diesmal traf Bär, 30, obwohl er noch nicht wieder ganz bei Kräften ist. Corona hatte ihm zugesetzt. Zwei Infektionen – unmittelbar nach einer Saison, die ihm die erste Torjägerkanone seiner Karriere eingebracht hatte. Erst am 15. Tag der Vorbereitung stieg Bär ins Mannschaftstraining ein. Jetzt nähert er sich langsam alter Fitness – und nahm sich nach dem 4:3-Sieg in Dresden Zeit für unsere Zeitung. Bär über ...

Marcel Bär: „Am Ende kann‘s auch schnell 6:6 stehen“

 . . . seinen Blitz-Doppelpack als Joker: „Erlebt habe ich so etwas schon einmal. Wenn ich da an das Spiel Braunschweig gegen Viktoria Köln denke (4:2 am 30. Mai 2020/Red.): Damals bin ich auch nach einer Stunde gekommen und habe zwei Tore gemacht (das 3:2 in der 64., das 4:2 in der 79. Minute).“

 . . . das Wechselbad der Gefühle in der torreichen zweiten Halbzeit am Samstag: „Es war ein Auf und Ab, für die Zuschauer sehr spannend. Wenn man so hoch führt in der zweiten Halbzeit, darfst du eigentlich nichts mehr anbrennen lassen. Wir haben die langen Bälle in den Sechzehner nicht verteidigt bekommen, und nach dem 4:3 kann’s dann auch schnell 4:4, 5:5 oder 6:6 stehen.“

 . . . seinen Sprint in die Abwehr nebst Ansage an die Kollegen: „Was ich da gesagt habe, weiß ich nicht mehr genau, aber klar: Ich hab auf die Uhr geschaut. Da waren’s noch fünf Minuten. Das musst du dann mit aller Kraft verteidigen. Ich bin froh, dass wir das geschafft haben. In Dresden nehmen nicht viele Mannschaften was mit – das macht uns glücklich.“

„Ich fühle mich aber immer besser, habe letzte Woche alles mitgemacht – und brenne auf Einsätze.“

Marcel Bär

 . . . seine beiden Treffer in Torjägermanier: „Das waren super Bälle in die Tiefe, und wenn ich allein vor dem Tor stehe, dann klingelt’s meistens. Ich will mich nicht selbst loben, aber ich denke schon, dass das meine Qualitäten sind. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Sie hat’s mir aber auch leicht gemacht, weil sie generell ein super Spiel gemacht hat. Nur an den langen Bällen müssen wir noch arbeiten.“

. . . seinen Fitnessstand nach dem Corona-Sommer: „Ich denke, dass ich noch ein, zwei Wochen brauche. Man muss ja auch sehen: Ich habe in den letzten zwei Monaten 80 Testspielminuten bekommen – dann ist es natürlich nicht so leicht. Ich fühle mich aber immer besser, habe letzte Woche alles mitgemacht – und brenne auf Einsätze.“

 . . . seine momentane Jokerrolle: „Ich hab das ganz normal aufgenommen. Ich kann meinen Körper und mich sehr gut einschätzen. 90 Minuten hätte ich einfach nicht gepackt – so ehrlich muss ich sein; nicht nur wegen der geringen Spielpraxis, auch weil ich ein bisschen Probleme mit dem Knie hatte. Ich komme aber immer besser rein, “

TSV 1860: Holt Bär zum zweiten Mal die Torjägerkanone?

 . . . Sturmkollege Fynn Lakenmacher: „Er hat ein super Spiel gemacht. Bälle festmachen, schießen, Läufe in die Tiefe – das ist seine Qualität. Er muss halt Erfahrung sammeln, und die kriegt er mit jeder Spielminute. Wenn er so weitermacht, kann er eine feste Größe hier bei 1860 München werden.“

 . . . den Auftrag des Trainers, die Torjägerkanone zu verteidigen: „Ich will’s nicht groß rausposaunen, aber wenn man so viele Tore schießt, kann ich ja jetzt nicht sagen: Dann schieße ich diese Saison nur zehn oder elf. Ich bin selbst mein größter Kritiker, ich weiß, was ich im Tank habe – und schätze das sehr realistisch sein. Klar: Es ist letztes Jahr vieles zusammenkommen, dass ich Torschützenkönig werden konnte. Und ich weiß: Wenn dieses Jahr auch wieder viel zusammenpasst, dann kann ich die Kanone auch wieder holen.“

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