Nach Arbeitssieg darf Bierofka-Elf auf die Wiesn

TSV 1860 bezwingt Kaiserslautern: Gebhart zeigt‘s den Skeptikern

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„Ich hab’s den Kritikern gezeigt“: Löwe Gebhart (r.) jubelt nach seinem Treffer zum 3:1.

„Die Mannschaft darf auf die Wiesn – aber mit angezogener Handbremse. Zwei Maß sind erlaubt, weil wir erst am übernächsten Montag wieder spielen.“

München – So verabschiedete Daniel Bierofka sein Team nach dem 3:1 gegen Kaiserslautern ins spontan verlängerte Wochenende. Die Vorbereitung auf die Partie in Würzburg startet erst morgen. Bis dahin sollten etwaige Wiesn-Nachwehen überstanden sein. Wie hatte Torschütze Timo Gebhart am Samstag so treffend gesagt: „Wenn du keine Mass trinken kannst, dann brauchst du nicht auf die Wiesn. Außer zum Karussellfahren mit meiner Tochter.“

Schwindel und Schädelbrummen ganz ohne Bier und Umdrehungen hatten am Samstag die Lauterer. „Ein sehr bitterer Nachmittag. Wir knallen uns alle drei Tore selber rein“, bilanzierte Kapitän Christoph Hemlein. Faktisch hatten die Pfälzer bei den ersten beiden Treffern das letzte Bein am Ball (Schad, Matuwila), beim 3:1 bugsierte U21-Nationaltorwart Lennart Grill die Kugel zu Sascha Mölders, den Timo Gebhart im Zweitversuch per Unterarm beiseite drückte und einschoss.

Gebhardt: „Man muss einfach ein bisschen Geduld haben“

Nein, auf dem Weg zu alter Form ist bei Gebhart keine Vorsicht zu erwarten. „Ich bin momentan wahrscheinlich bei 70, 80 Prozent“, räumte er ein. „Heute habe ich’s den Kritikern gezeigt, dass es immer besser wird. Man muss einfach ein bisschen Geduld haben.“ Bei Daniel Bierofka ist er da an der richtigen Adresse. „Timo hat auch defensiv sehr viel gearbeitet, das hat mir sehr gut gefallen“, lobte der Coach. „Er hat immer wieder Impulse gegeben, war ein Unruheherd. Und vor allem hat er ein Tor geschossen, das ist das Wichtigste.“

Der Spiel-Ticker zum Nachlesen: Doppelter Eigentor-Wahnsinn im Grünwalder! Vier Treffer beim kuriosen Traditionsduell 

Nicht unwichtig für die einstweilige Beruhigung der Blauen war auch Talent Leon Klassen, der eine klasse Partie spielte und kurz vor der Pause per Kopf das 1:1 verhinderte. „Sensationelle Aktion“, befand Gästetrainer Boris Schommers zähneknirschend. Von Bierofka gab’s ein Sonderlob für Klassen und den anderen Youngster Fabian Greilinger, der Stefan Lex’ verletzungsbedingten Ausfall mehr als nur kompensierte. So enttäuscht Bierofka nach dem 1:2 in Duisburg noch von fehlenden „Entscheidern“ gesprochen hatte, so großzügig war er nach dem Arbeitssieg über Lautern mit verbalen Streicheleinheiten. Marius Willsch habe „super verteidigt gegen einen Stürmer wie Florian Pick, der immerhin schon sieben Saisontore erzielt hat“. Auch der ins defensive Mittelfeld beorderte Tim Rieder habe überzeugt: „Was er mit Daniel Wein abgeräumt hat, war der Wahnsinn.“

Ob der Wahnsinn in Würzburg weitergeht? Die Voraussetzungen könnten schlechter sein. Dass auch der Trainer selbst immer noch ein Thema ist, zeigte der Facebook-Post von Hasan Ismaik, in dem der 1860-Investor dem „Herzstück“ Bierofka zum wiederholten Mal das Vertrauen aussprach: „Es war Daniels 100. Spiel als Löwentrainer. Ich freue mich auf seine nächsten 100 Spiele. Ich bin überzeugt, dass Daniel und Günther Gorenzel unser Team ins nächste Level bringen werden.“

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