1. Runde im Totopokal

„Da gab‘s noch keine Verrückten“: Schweinfurt vor dem Jahrhundertspiel gegen 1860 München

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Ernst Gehling (links), sportlicher Leiter der FT Schweinfurt, und Trainer Adrian Gahn.

Der Saisonauftakt in Liga drei hatte für den TSV 1860 Licht und Schatten. Am Donnerstag geht‘s im Pokal zum zweitbesten Klub Schweinfurts. Wir stellen den Löwen-Gegner vor.

Schweinfurt - Sogar Dimitrios „Dimi“ Papadimitriou, eigentlich im Urlaub in Griechenland, fliegt ein und wird am Donnerstag das FT-Vereinsheim an der Maibacher Höh öffnen. Kein Wunder, denn dort steigt ja das „Jahrhundertspiel“ der Freien Turner Schweinfurt. Der TSV 1860 ist im Totopokal zu Gast in der Landesliga (Anpfiff: 18.30 Uhr).

Ob’s überhaupt schon mal eine Pressekonferenz im Vorfeld einer Partie des zweitbesten Schweinfurter Fußballvereins gegeben hat? Vorigen Freitag fand eine statt. Weil Ernst Gehling, der sportliche Leiter, und Trainer Adrian Gahn einiges mitzuteilen hatten. In erster Linie das: Man darf auf dem kleinen Sportplatz im Stadtteil Gartenstadt spielen. Ein Ausweichen ins Willy-Sachs-Stadion, Heimstatt des Regionallisten FC Schweinfurt 05, ist nicht notwendig. „Wir bekommen es auf die Reihe, wir haben den Mut. Das wird ein besonderes Spiel. Wir sind gespannt auf die Resonanz“, so Gehling.

Maximal 3000 Leute dürfen um den Sportplatz herum stehen, 2000 werden erwartet. Es soll am Spieltag (FT Schweinfurt vs. 1860 München: hier geht‘s zum Live-Ticker) auf jeden Fall noch Tickets geben, wobei eine klare Trennung zwischen Heim- und Gästefans vorgesehen ist. Für die 250 härtesten 1860-Fans hat man einen Extra-Block abgesperrt. Mit Giesinger Ultras rechnet keiner bei den Turnern. „Die steigen erst ab der vierten Pokalrunde ein“, sagt Gehling, der auf die über Franken verteilten 1860-Sympathisanten hofft: „Die dürfen sich mit dem Fanschal auch unter das normale Volk stellen.“

TSV 1860 bei FT Schweinfurt: Gehling ein verhinderter Löwe

Ansonsten gilt: Radl­fahrer sind willkommen, sie zahlen sogar zwei Euro weniger Eintritt. Für Autos ist im Wohngebiet kein Platz. Gehling erinnert sich an die 80er-Jahre, als zum ersten Stadtderby in der Landesliga gegen den FC 05 mehr als 3000 Fans kamen. „Da hatten wir Sitzbänke auf der Aschenbahn aufgebaut, da gab’s aber auch noch keine Verrückten“, so Gehling über seine aktive Zeit als Spieler. Pyros wollen die Turner auf keinen Fall sehen.

Dann erzählt Gehling noch, dass er ein verhinderter Löwe ist. In den 70ern, als er noch Jugendlicher war und 1860 in der Bundesliga spielte, wurde er zu einem Probetraining eingeladen: „Ich war in München und sollte abgeholt werden. Aber die fanden mich nicht, weil ich mich versteckt habe. Ich hatte Muffensausen.“

Bei den Löwen von heute ist die Marschroute klar: „Wir müssen das Spiel annehmen, klar und dominant auftreten“, sagt Sportchef Günter Gorenzel, der sich zudem über die aktuelle Auwärtsmisere der Löwen äußerte. Aber auch das dürfte die Feierlaune in Schweinfurt nicht verderben... 

Michael Horling

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