Uneinigkeit bei 1860

Jetzt kracht‘s! Geschäftsführer Gorenzel und Trainer Bierofka streiten über Neuzugänge

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Derzeit weit auseinander: Cheftrainer Daniel Bierofka (r). und Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel (l.).

In der Vorbereitung der Mannschaft versucht es der TSV 1860 München auch mit Teambuildung - auf der Führungsebene kracht es aber zwischen Coach Bierofka und Geschäftsführer Gorenzel.

Wildwasserpaddeln ist eine der beliebtesten Teambuilding-Maßnahmen im Fußball-Geschäft. Vorbereitung für Vorbereitung wagen sich Profikicker und -trainer auf alpine Gebirgsflüsse – und das nicht nur der schicken Fotos wegen. Es geht um das Gefühl des Aufeinander-Angewiesen-Seins, das verbinden und Vertrauen schaffen soll, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam meistern zu können.

So weit die Theorie. Bei den Löwen, die am Freitagnachmittag zum Bootsausflug in die Steiermark fuhren, ist die Mannschaft bei aktuell nur einem Zugang eigentlich das letzte, das zusammengeschweißt werden müsste. Gesellschafter, Fans, Aufsichtsräte – sie alle könnten ein Teambuilding vertragen. Und zu allem Überfluss jetzt auch noch die sportliche Leitung.

Löwen-Teambuilding beim Raften auf der Salza.

Das angespannte Verhältnis zwischen Cheftrainer Daniel Bierofka und Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel ist nicht zu übersehen in diesen Tagen am Rande der Kalkalpen. Man geht sich aus dem Weg, redet öffentlich übereinander – hinter den Kulissen soll sich die Kommunikation derweil auf das Allernötigste beschränken, wie interne Quellen mehr oder weniger besorgt berichten. Nach Gorenzels jüngstem Tadel in Richtung Ärzte, Physios und Trainerteam, das Risiko beim rekonvaleszenten Nico Karger unterschätzt zu haben, Stichwort „Ungeduld“, sollen im Teamquartier deutliche Worte gefallen sein.

Bierofka: „Fragt’s den Günther“

Mindestens genauso sehr belasten das Verhältnis die unterschiedlichen Ansichten in Sachen fremdfinanzierte Spieler. Während Bierofka die Verpflichtung von Verteidiger Aaron Berzel und Stürmer Sascha Marinkovic wiederholt als wünschenswert bezeichnet hat, machte Gorenzel vor der Presse keinen Hehl daraus, dass er weder den einen noch den anderen für eine Verstärkung hält („nice to have“). Priorität habe für ihn ein entwicklungsfähiger Wandstürmer vom Typ Sascha Mölders. Nach tz-Informationen ist der US-Amerikaner Haji Wright (21) von Schalke 04 ein Kandidat.

Problem: Für ein Ausleihgeschäft fehlt das nötige Kleingeld. Solange Investor Hasan Ismaik keine Darlehen in Genussscheine wandelt, können Gorenzel und sein Kollege für die Finanzen, Michael Scharold, die Rücklagen für eventuelle Strafzahlungen nicht auflösen. Das Resultat: Rasender Stillstand. Und ein Trainer, der seinen Missmut nicht mehr verbergen kann. „Fragt’s den Günther“, erstickte Bierofka gestern Mittag sämtliche Nachfragen bereits im Ansatz.

Poker um Marinkovic: „Es wird Zeit für Klartext“

Anzunehmen, dass er vorab über Gorenzels Nein zu einer Marinkovic-Verpflichtung informiert worden war. Und wenn zwei schweigen, dann spricht halt der Dritte. „Es wird Zeit für Klartext“, antworteten Marinkovics Berater Dylan Hughes (Isarsportmanagement GmbH) und Anwalt Markus Schollmeyer schriftlich auf tz-Nachfrage. „Der Trainer will ihn und die Finanzierung für Sascha stand vom ersten Tag an. Sie wurde seitens 1860 namens Günther Gorenzel von Anfang an bis heute mit widersprüchlichen Begründungen zurückgewiesen. Wir bezweifeln daher den Wahrheitsgehalt seiner öffentlichen Aussagen zu dem Thema stark.

In wahrscheinlich jedem anderen Club würde ein aus unserer Sicht derart unprofessionelles Verhalten vermutlich Konsequenzen haben. Bei 1860 scheint aber momentan alles erlaubt. Hoffentlich wird nicht erneut der sportliche Niedergang riskiert.“

Gorenzel konterte prompt: „Ich äußere mich prinzipiell nicht zu Spekulationen und Gerüchten, welche im komplexen Geschäft Fußball täglich existieren, sondern nur zu Fakten. Darüber hinaus werde ich zukünftig in keiner Art und Weise zulassen, dass sich externe Personen in die Planungen beim TSV 1860 einmischen und versuchen Druck auf die Entscheidungsträger aufzubauen. Im übrigen ist dies auch klar über Statuten seitens des DFB und der UEFA klar untersagt und geregelt.“

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