Investor contra Vereins-Boss

Ismaik schießt gegen Präsident Reisinger: „Er ist unverfroren“

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Weiterhin nicht gut zu sprechen auf Präsident Robert Reisinger: Investor Hasan Ismaik sorgt für Unruhe bei den Löwen.

Die Löwen kommen auch nach der Wiederwahl von Präsident Robert Reisinger nicht zur Ruhe. Via Facebook meldet sich Hasan Ismaik zu Wort. Der Investor erhebt schwere Vorwürfe.

München - Aufsichtsrat Karl-Christian Bay hat es bei der Mitgliederversammlung unmissverständlich auf den Punkt gebracht: Ohne frisches Kapital sind die Löwen als erfolgsorientierte Fußball-KGaA nicht zukunftsfähig. Spätestens seit Montag muss man sagen: Tja, liebe Blaue, dann stellt euch schon mal auf das Ende ein…

Kapitalerhöhung, Handreichung - alles Kokolores. Sagt zumindest Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik. Auf seinem Facebook-Kanal setzte der Investor seinen Feldzug gegen Präsident Robert Reisinger am Montag unbeirrt fort. Dass der e.V.-Vorsitzende bei der Mitgliederversammlung mit 64 Prozent der Stimmen für weitere drei Jahre im Amt bestätigt wurde - für Ismaik eher Provokation als Legitimation.

Ismaik hält Angebot von Reisinger für „vergiftet“

„Warum reicht er mir nach einer gewonnenen Wahl gönnerhaft die Hand?“, fragt Ismaik. Und gibt sich die Antwort gleich selbst: „Dieses Angebot war nicht ehrlich, sondern aus meiner Sicht vergiftet.“ Erst zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung habe Reisinger in Sachen Kapitalerhöhung Kontakt aufgenommen. „Nicht aber, um mir persönlich die Hand reichen zu wollen“, so Ismaik, „sondern weil die Situation, so wie er schreibt, aus sportlicher und finanzieller Sicht besorgniserregend ist und die Fans und Anhänger gespalten wie nie zuvor seien. Außerdem gestand sich Reisinger nach zwei Jahren ein, dass mit dem zur Verfügung stehenden Budget ein Zweitligaaufstieg in absehbarer Zeit nicht gelingen werde. Eine Erkenntnis, die für mich nicht neu ist.“

Reisingers Vorgehen zeige dessen ganze „Unverfrorenheit“. Dem Präsidenten gehe es nicht um den größtmöglichen sportlichen Erfolg des TSV 1860, sondern „einzig und allein darum, um mich zu provozieren und zu schwächen (…) Ich werde immer hingestellt, dass ich dem Verein schade“.

Ismaik will „nicht länger in schwarzes Loch einzahlen“

In Wirklichkeit sei es genau umgekehrt. Ismaik stehe einer Kapitalerhöhung durchaus aufgeschlossen gegenüber, könne aber nicht akzeptieren, dass Reisinger Investoren-Sprecher Saki Stimoniaris mangels Expertise als Verhandlungspartner abgelehnt habe. Ismaiks vorläufiges Fazit: „Die Fans müssen verstehen, dass ich nicht länger in ein schwarzes Loch einzahlen kann, um später dann wieder als Sündenbock hingestellt zu werden. Ich erwarte deshalb von den Vereinsfunktionären, dass der TSV 1860 so ausgerichtet wird, dass Investieren für mich wieder Sinn ergibt. (…) Erst wenn die Bereitschaft erkennbar ist, 1860 fair und nachhaltig aufzustellen, wird es auf Seiten der Finanzierung durch mich dann auch Lösungen geben, mit denen beide Seiten leben können.“

Reisinger wollte die Ismaik-Äußerungen gestern nicht kommentieren. Eine Annäherung erscheint angesichts der Schärfe der Attacken ferner denn je. Dabei wäre der von Ismaik so hochgeschätzte Trainer Daniel Bierofka froh über jeden Fortschritt. Ohne Darlehensumwandlung kein freiwerdendes Kapital, ohne Spielraum keine Verstärkung. Die Wüste lebt bei 1860.

Bereits nach Reisingers Wiederwahl hatte sich Ismaik via Facebook zur Wort gemeldet und von „einer Tragödie“ gesprochen. Auch zwischen Trainer Daniel Bierofka und Sportdirektor Günther Gorenzel herrscht dicke Luft. Auch insgesamt ist die Situation bei den Löwen sehr düster - es droht eine schwierige Saison.

lk

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