Hinten und vorne drückt der Schuh

Keine große Wahl für Bierofka: So sieht die wahrscheinliche Stammelf aus

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Dürfte seine Stammelf weitestgehend im Kopf haben: Löwen-Trainer Daniel Bierofka bleibt angesichts seines kleinen Kaders keine große Wahl.

Sechzig steht vor der zweiten Drittliga-Saison der Klubgeschichte. Die Stammelf für die ersten Wochen der Spielzeit stellt sich quasi von alleine auf. Wir geben eine Einschätzung.

München - Nach dem Trainingslager ist vor dem Endspurt. Anderthalb Wochen verbleiben Daniel Bierofka, um seinen ausgedünnten Kader auf Drittliga-Touren zu bringen. Die beiden jüngsten Tests gegen Linz (0:1) und Ried (3:0) brachten nicht viel mehr Erkenntnisse als dass es vielleicht ja doch irgendwie langt, wenn sich keiner mehr verletzt. Keine erquickende Perspektive - aber die gibt’s ja auch finanziell nicht.

Zweikampf um den Posten zwischen den Pfosten

Torwart: Hier hat Bierofka die Entscheidung auf nächste Woche vertagt. Er wolle beide Keeper am Samstag beim Blitzturnier in Heimstetten (mit Gladbach, Fürth und Augsburg) noch mal beobachten, sagte der Trainer am Sonntag. Marco Hiller hat mehr Spielpraxis, Hendrik Bonmann das komplettere Torwartspiel. Komplett falsch kann Bierofkas Wahl gar nicht ausfallen.

Das Löwen-Problem heißt Spieleröffnung

Abwehr: Paul, Weber, Erdmann, Steinhart - die Viererkette stellt sich aktuell von alleine auf. Mit Leihspieler Simon Lorenz hat die Löwen viel Qualität verlassen, ein Transfer von Wunschkandidat Tim Rieder (FC Augsburg) ließ sich nicht realisieren. Folge: Die Spieleröffnung wird noch schwieriger als bisher.

Auf Dressel liegen die Hoffnungen

Mittelfeld zentral: Daniel Wein als abkippende Sechs und Simon Seferings als Achter sollen die zwei Herzkammern der Löwen werden. Von Garching-Rückkehrer Seferings erwartet sich Bierofka auch Torgefährlichkeit. Als Alternative für beide Positionen bietet sich Dennis Dressel an. Der 20-jährige Dachauer hat in Sachen Wettkampfhärte zugelegt, sein Linksschuss ist hart und präzise. Zudem sei Dressels Potenzial laut Bierofka „erst zu 70 Prozent“ ausgeschöpft.

Nur zwei drittligaerprobte Flügelspieler einsatzbereit

Mittelfeld außen: Nach Nico Kargers Sehnenverletzung stehen Bierofka in Marius Willsch und Benjamin Kindsvater aktuell noch zwei drittligaerprobte Flügelkräfte zur Verfügung. Stefan Lex wird wohl erst im Frühherbst voll angreifen können. Zum Glück drängt mit dem frechen Fabian Greilinger (18) ein junger Wilder nach. Bieros Lob: „Greile hat Biss, der scheißt sich nichts und arbeitet schon gut mit dem Körper.“

Suche nach einem Wandstürmer läuft noch

Angriff: Körperarbeiter Sascha Mölders ist trotz seiner 34 Jahre unverzichtbar für die Löwen. Mit dem zuletzt stark aufspielenden Efkan Bekiroglu als hängender Spitze (oder Zehner) können die Löwen auch ohne ruhende Bälle Torgefahr entwickeln. Problematisch wird’s, wenn einer der beiden ausfällt. Markus Ziereis ist nur ein Notnagel, der Hilferuf nach einem weiteren Wandstürmer auf Leihbasis blieb bislang unerhört. Ob sich ein privater Gönner findet?

Die Stimmung bei den Löwen ist vor dem ersten Pflichtspiel düster - es droht eine schwierige Saison. Der bisher einzige externe Zugang Dennis Erdmann ist kein gewöhnlicher Profi - er pfeift auf alle Konventionen. Wegen der Transferpolitik herrscht dicke Luft zwischen Trainer Daniel Bierofka und Sportdirektor Günther Gorenzel. Eine weitere Option könnte dem Coach mit Timo Gebhart beschert werden - der Fanliebling kehrt nach Giesing zurück.

Ludwig Krammer

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