Gorenzel und Bierofka halten still

Der wacklige Friede von Windischgarsten

+
Löwen-Trainer Daniel Bierofka gönnt der Mannschaft erstmal noch eine kurze Pause.

Seit Sonntagabend sind die Löwen nun also wieder zurück in München. Nach sechs Tagen Trainingslager und zwei Testspielen – zum Abschluss am Sonntag gegen den SV Ried – gönnt Trainer Daniel Bierofka der Mannschaft zwei freie Tage.

Erst am Mittwochnachmittag beginnt die Endphase der Vorbereitung, am übernächsten Freitag wird’s gegen Preußen Münster ernst.

TSV 1860: Stimmung pessimistisch wie lange nicht mehr

Die Stimmung ist pessimistisch wie lange nicht mehr an der Grünwalder Straße. Einiges erinnert an die Spielzeit 2015/16, als die gegen Holstein Kiel fast abgestiegenen Sechziger von Trainer Torsten Fröhling im Streit um den entmachteten Sportchef Gerhard Poschner ohne echte Verstärkungen in die Saison gingen. Resultat: der zweite Fast-Abstieg, den auf den letzten Metern ein gewisser Daniel Bierofka und kollektiv versagende Konkurrenten verhindern konnten.

Im Unterschied zu damals gehen die Löwen nun eine Liga tiefer an den Start. Das Geld ist noch knapper, der Kader „auf Kante genäht“, wie Bierofka den Qualitäts-Notstand nennt. Die fremdfinanzierte Verpflichtung von Aaron Berzel, der am Mittwoch ins Training einsteigen soll – kaum mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Dazu kommen die atmosphärischen Störungen in der sportlichen Kommandozentrale. Die Kritik der Berater von Probespieler Sascha Marinkovic an Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel kam den Löwen PR-technisch dabei sogar zupass. Bierofka hatte einen Anlass, sich solidarisch mit seinem Chef zu erklären („…dann wird dazwischengehauen)“, das Bauernopfer war der privat finanzierte (und noch lange nicht in alter Form aufspielende) Marinkovic, der sich nun einen anderen Arbeitgeber suchen muss.

TSV 1860 nach Trainingslager: Was passiert im Sturmzentrum?

Wie weit es mit der von Gorenzel beschworenen „100%igen Einheit“ zwischen ihm und Bierofka ist, wird sich zeigen. Die Aussagen des Trainers stützten Gorenzels Erklärung am Samstag nicht vollumfänglich, vor allem die Pauschalkritik des Österreichers nach der Karger-Verletzung (mangelnde Geduld) ist dem Coach sauer aufgestoßen: „Wir müssen doch nicht immer dieselbe Meinung haben“, sagte er am Samstag. „Dass es nach außen gekommen ist, ist nicht optimal. Da müssen wir schauen, dass wir das künftig vermeiden. Aber dass es mal Reibungspunkte gibt, das ist doch normal, das ist in jeder Beziehung so.“

Dringend vonnöten – und da sind sich alle einig – ist ein Reibungspunkt im Sturmzentrum. Ausschließlich auf den 34-jährigen Sascha Mölders zu setzen, wäre ob dessen Verletzungsanfälligkeit ein Vabanquespiel. Bierofka und Gorenzel hoffen auf freiwerdendes Kapital durch Kreditwandlungen. Ein Leih-Kandidat ist nach tz-Informationen Haji Wright (21) aus der zweiten Mannschaft des FC Schalke geworden. Der 1,93 lange US-Amerikaner, geboren in Los Angeles und bei LA Galaxy ausgebildet, hat bereits sieben Bundesliga-Einsätze (ein Tor) für Königsblau in der Vita stehen und würde ins Profil passen. Trainer bei Schalke II ist übrigens ein gewisser Torsten Fröhling…

Mit einem misslungenen Witz über den TV 1860 München handelte sich der beliebte TV-Entertainer Stefan Mross in seiner jüngsten Ausgabe von „Immer wieder sonntags“ heftige Kritik ein.

Auch interessant:

Meistgelesen

1860 liefert sich wilden Fight mit Uerdingen - packendes Match in Unterzahl
1860 liefert sich wilden Fight mit Uerdingen - packendes Match in Unterzahl
Investor Ismaik attackiert Sechzig wegen „Hiobsbotschaft“ - und kassiert Konter von Fans
Investor Ismaik attackiert Sechzig wegen „Hiobsbotschaft“ - und kassiert Konter von Fans
Kaderschmied Robert Hettich plant den Löwen-Angriff
Kaderschmied Robert Hettich plant den Löwen-Angriff
Ohne Effe gegen Effe? Bekiroglu-Ausfall gegen Uerdingen droht
Ohne Effe gegen Effe? Bekiroglu-Ausfall gegen Uerdingen droht

Kommentare