„Anspannung nicht zu groß“ werden lassen

Vor Spiel in Heidenheim: Pereira packt Löwen bei der Ehre

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Jetzt muss abgeliefert werden: Vitor Pereira will mit den Löwen die direkte Rettung.

Bei den Blauen herrscht vor dem Spiel in Heidenheim Alarmstufe Rot. Trainer Vitor Pereira nimmt jeden einzelnen Profi in die Pflicht. Dabei werden ihm wohl einige Spieler fehlen.

München - Rettung, Relegation oder direkter Abstieg - alles ist noch drin für den TSV 1860 an diesem Sonntag in Heidenheim (hier im Live-Ticker). Ein Sieg würde zumindest den Worst Case verhindern. Problem: Gegen Heidenheim haben die Löwen in der Liga bei fünf Anläufen noch nie gewonnen.

Warum sich das im sechsten Versuch ändern soll? Laut Trainer Vitor Pereira seien aus dem jüngsten 1:2 gegen Bochum die richtigen Schlüsse gezogen worden. „Wir haben die Fehler korrigiert und werden gegen Heidenheim anders auftreten“, versprach der Portugiese am Freitag im Trainingslager in Bad Wörishofen. Innenverteidiger Felix Uduokhai (Oberschenkel), Kollege Sebastian Boenisch (Sprunggelenk) und Außenstürmer Amilton (Wade) werden höchstwahrscheinlich ausfallen.

„Leben für den Verein geben“

Wie angespannt die Lage im blauen Lager ist, illustriert Pereiras Wortwahl. „Ich bin verantwortlich dafür, dass wir hier unser Leben für den Verein geben“, sagte der 48-Jährige auf die Frage, wie er mit Hasan Ismaiks Forderung nach einer „Trotzreaktion“ umgehe. „Wer genauso fühlt, ist willkommen im Boot.“

Wie willkommen Pereira im Falle eines erneuten Offenbarungseids seiner Mannschaft noch wäre, ist die Frage. Dem allmächtigen Ismaik wird an der Grünwalder Straße alles zugetraut, auch ein weiterer Trainerwechsel vor den möglichen Relegationsspielen am 26. und 30. Mai gegen Regensburg oder Magdeburg. „Wenn sich solche Momente nähern, steigt auch die Anspannung - das ist normal und gut“, sagte Pereira am Freitag. „Wir müssen aber aufpassen, dass die Anspannung nicht zu groß wird.“

Kraft tanken: Die Löwen bereiten sich im Trainingslager in Bad Wörishofen auf das Spiel in Heidenheim vor.

Heidenheim rettete Löwen in die Relegation

So wie vor zwei Jahren, als die Löwen am letzten Spieltag sang- und klanglos 0:2 beim Karlsruher SC verloren und sich nur dank des Heidenheimer 2:2 gegen Erzgebirge Aue in die Relegation gegen Holstein Kiel retteten. Unvergessen die Parade des damaligen Heidenheimer Keepers Jan Zimmermann gegen Alibaz’ Weitschuss.

Am Sonntag wird Zimmermann an gleicher Stätte auf der Bank sitzen und mitzittern. Auch der Ersatzkeeper des Gegners ist ein alter Bekannter bei 1860: Vitus Eicher, der die Löwen mit seiner Parade im Relegations-Rückspiel gegen Kiel beim Stand von 1:1 am Leben hielt und die Last-Minute-Rettung erst möglich machte.

Welche Geschichten man sich am Ende dieser Saison erzählen wird? „Ich habe diese Herausforderung angenommen“, sagt Pereira. „Und ich hoffe, dass ich sie meistern werde und im nächsten Jahr fortsetzen kann.“

Stimmungs-Check im Keller: Das sagen Experten zur Löwen-Konkurrenz

So geht‘s der Konkurrenz

Würzburg: Die Kickers brauchen einen Sieg beim VfB Stuttgart, um noch Chancen auf die Rettung zu haben. Mit Lukas Fröde und Elia Soriano fehlen gleich zwei Stammspieler gelbgesperrt. „Ich war immer ein Kämpfer“, sagt Kickers-Trainer Bernd Hollerbach. „Aufgeben gibt’s bei mir nicht! Wir werden gegen den VfB alles reinwerfen und mutig agieren.“

Bielefeld: Das 6:0 gegen Braunschweig und der Sprung auf Platz 15 haben bei der Arminia neues Feuer entfacht. Ein Sieg in Dresden, und die Rettung wäre geschafft. „Wir müssen dieses Spiel so angehen, als wäre es unser letztes Fußballspiel überhaupt“, sagt Angreifer Reinhold Yabo. Florian Dick muss nach seiner fünften Gelben Karte zuschauen.

Kaiserslautern: Direkt können die Pfälzer nicht mehr absteigen, trotzdem herrscht nach der Niederlage in Aue Existenzangst beim klammen FCK. Ein Sieg gegen Nürnberg, und Lautern wäre sicher gerettet. Die Fans stehen ihrem Verein bei. 40.000 werden am Sonntag erwartet. Trainer Norbert Meier übt sich in Demut: „Ich sage nicht, dass wir uns das verdient haben.“

Aue/Düsseldorf: Ein Unentschieden im direkten Duell würde beiden Klubs zum Klassenerhalt reichen. Gibt es ein Rezept für ein Remis? Nein, das gibt es nicht. Also spielen wir voll auf Sieg“, sagt Aues Coach Domenico Tedesco. Kollege Funkel scheint sich mit seinem Aus arrangiert zu haben: „Wenn’s so kommt, kann ich’s nicht ändern.“

1860-Zeugnis: Ein Glücksgriff, ein Pechvogel und ein großes Rätsel

Ludwig Krammer

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