„Einfach mal Richtung Eckfahne“

TSV 1860 München: Magischer Mölders! - „Brauchen so einen emotionalen Leader“

Sascha Mölders vom TSV 1860 München im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken 2020.
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Löwen-Legende: Sascha Mölders.

Verbal, kämpferisch, sportlich: Bei der aktuellen Performance von Sascha Mölders sind viele hin und weg. Er aber bleibt cool.

  • Schafft es der TSV 1860 München zurück in die 2. Liga?
  • Klar ist: Die Löwen setzen dabei auf Sascha Mölders.
  • Der 36-jährige Stürmer kommentiert seinen jüngsten Coup allerdings gewohnt zurückhaltend.

München - Ehe nun wieder die große Schutzhaube über den Sportbetrieb gestülpt wird, war am Montag noch einmal eine Minidosis Fußball-Emotionen zu erleben. Offiziell fand das Lokalderby im Hachinger Sportpark ohne Zuschauer statt, inoffiziell jedoch saßen 100 bis 150 Menschen auf der Haupttribüne. Die sahen, wie Hachings Co-Trainer Roman Type mit der Trainerbank seines Ex-Klubs 1860 aneinandergeriet, und wo es hitzig zugeht, darf einer nicht fehlen: Sascha Mölders.

Derbys sind die Spiele, in denen der Erst- und Zweitliga-erfahrene Stürmer über sich hinauswächst. Verbal, kämpferisch, vor allem aber sportlich. Nach seinem Last-Minute-Siegtreffer im Dezemberduell 2019 hatte Mölders auch bei der Neuauflage 2020 einen großen Auftritt. Arie van Lent, Coach der Unterhachinger, beschrieb das entscheidende 2:0 des 1860-Kapitäns mit Worten, aus denen Frust und Bewunderung spricht. „Da schießt der Sascha Mölders einfach mal Richtung Eckfahne, der Ball wird abgefälscht und landet bei uns im Tor. Das würde ich mir auch mal wünschen.“ Mölders, der im März 36 wird, steht schon wieder bei vier Saisontreffern und ist seiner exzellenten Vorjahresbilanz nach sieben Spieltagen um drei Tore voraus. Im Vergleich dazu Hachings gesamtes Team: sechs Tore.

TSV 1860 München: „Brauchen so einen emotionalen Leader“

Kein Wunder, dass Michael Köllner nach dem Derbydreier voll des Lobes war über seinen Vollstrecker. „Sascha hat einfach eine gute Quote“, sagte der 1860-Coach: „Viele unserer ruhigen Spieler brauchen so einen emotionalen Leader. Es ist wichtig, dass er wie heute als Kapitän vorangeht. Er tut uns einfach gut.“ Nach Darstellung von Mölders hat auch Köllner einen Beitrag dazu geleistet, dass der gefragte Stürmer seinen Vertrag bei 1860 verlängert hat – indem er ihn täglich da­rum gebeten habe.

Auch für Günther Gorenzel ist Mölders ein wesentlicher Mosaikstein auf dem geplanten Weg zurück in die 2. Liga. „Wie Sascha die Bälle behauptet, ist Bundesliga-Niveau“, sagte der Löwen-Sportchef im Halbzeit-Interview von Magenta-TV. Bereits im Beipackzettel der Vertragsverlängerung hatte der Österreicher geschwärmt: „Sascha ist nicht nur unser Sturmtank und Topscorer, sondern auch und vor allem Antreiber und Identifikationsfigur.“

Für Mölders dagegen ist es kein großes Ding, wenn er wie am Montag ein wichtiges Spiel entscheidet. Seinen erfolgreichen 25-Meter-Schuss in der 84. Minute kommentierte er gewohnt cool: „Ich hatte hochgeschaut und gesehen, dass der Torwart schlecht stand. Okay, der Ball wurde noch abgefälscht, das war Glück. Aber wenn man nicht aufs Tor schießt, geht er auch nicht rein.“ Bei Mölders geht der Ball sehr regelmäßig rein. Und die Emotionen, die gibt es gratis dazu. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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