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TSV 1860: Mit der Bahn zur Prüfung im Norden – Lannerts Wiedersehen mit dem Ex-Club

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Von: Jacob Alschner

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Auf nach Verl: Lakenmacher trägt am Hauptbanhof die Löwen-Verpflegung. Hinter ihm: Trainer Köllner
Auf nach Verl: Lakenmacher trägt am Hauptbanhof die Löwen-Verpflegung. Hinter ihm: Trainer Köllner © SIGI JANTZ

Christopher Lannert zog mit dem Löwen-Tross am Freitagmittag durch den Münchner Hauptbahnhof – für ihn begann damit ein ganz besonderer Auswärtstrip.

München – Um 12.21 Uhr rollte der ICE 586 in Richtung Norden, Lannert und sein TSV 1860 fuhren dem Gastspiel beim SC Verl (Samstag, 14.00 Uhr, MagentaSport) entgegen. Vier Stunden bis Kassel und von dort aus mit dem Bus weiter.

Für Lannert (24), der der 25 000-Einwohner-Stadt bei Bielefeld erst im Juni den Rücken gekehrte hatte, wird es eine spezielle Partie. „Ich freue mich natürlich schon sehr“, sagte der Außenverteidiger schon nach der 4:0-Heimgala gegen den SV Meppen und musste schmunzeln. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so früh wieder hoch geht. Eher, dass es noch eine Weile dauert, bis ich meine Kollegen dort wieder sehe.“

TSV 1860: Köllner lobt Verl für Spielweise

Dass der Münchner Lannert jene Kollegen überhaupt verlassen musste – oder vielmehr durfte – und in seine Heimat zurückkehrte, lag nicht zuletzt an Sechzigs Trainer Michael Köllner, der die Westfalen für ihren Fußball bewundert. „Sie unterscheiden sich von viele Mannschaften in der 3. Liga. Viele wollen verteidigen und kompakt stehen. Aber bei ihnen steht über allem der Fußball und diese Idee verkörpern sie von der ersten bis zur letzten Minute“, lobte der Coach. „Für Chris Lannert haben wir uns deshalb nicht umsonst entschieden. Sondern wir wussten: In Verl muss er fußballerisch gut ausgebildet worden sein und sucht spielerische Lösungen.“

Besuch beim alten Club:
Lannert.
Besuch beim alten Club: Lannert. © IMAGO/Ulrich Wagner

Für Köllners offensiven Spielstil hätte es wenig bessere Lösungen als Lannert gegeben. Also zog es Lannert wieder gen Süden. Schwierigkeiten, sich einzufinden hatte er keine. „Ich wusste schon als ich wieder auf das Vereinsgelände kam: Hier gehöre ich hin“, erinnerte sich Lannert schon im Juni im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Rückkehr zu 1860 dürfte für ihn auch bedeutet haben: Rückkehr in professionelle Gefilde.

TSV 1860: Bahnchaos macht auch vor den Löwen kein Halt

Verl trainiert auch im dritten Jahr Drittklassigkeit noch immer unter Regionalligabedingungen – maximal. Das Stadion ist nicht ligatauglich. Es mangelt beim Flutlicht noch an Strahlkraft. Die Folge: Der Sportclub trägt – voraussichtlich noch bis Februar – seine Heimspiele in der 30 Autominuten entfernten Arena in Paderborn aus.

So auch gegen Sechzig. Doch wie Köllner schon durchblicken ließ: Leicht wird die Aufgabe in Paderborn nicht. Steinhart fällt aus (wir berichteten), ihn dürfte Yannick Deichmann wieder in die Start elf rutschen und Lannert auf links ausweichen. Und wie Köllner schon sagt: Der Sportclub zeichnet sich für seinen – ligauntypisch – stark ausgeprägten Spielwitz aus. Immerhin: Vorne bewiesen Fynn Lakenmacher und Meris Skenderovic zuletzt, dass sie die Lücke füllen können, die Bärs Ausfall reißt.

Übrigens: Auch vor den Löwen machte das Bahn-Chaos nicht Halt. Etwa zwanzig Minuten vor der Abfahrt ertönte der Hinweis: „Heute nur mit einem Zugteil.“ Sollte soviel heißen wie: Die Hälfte des Sechzger-ICEs fehlt. Die Passagiere mussten sich in die verbleibenden Waggons zwängen. Auch die Löwen, obwohl diese in der 1. Klasse noch genug Platz gefunden haben dürften. Und doch: Trotz insgesamt guter Laune war an Gleis 23 vereinzelt Verdruss wahrzunehmen in der 1860-Reisegruppe: Einer sagte: „Ich weiß schon, warum wir beim nächsten Auswärtsspiel wieder fliegen.“ (Jacob Alschner)

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