Emotionaler Abschied

„So macht’s keinen Sinn mehr“ - Neudecker bestätigt Köllners Version und gibt Berater Teilschuld

Ein Abschied, der vermeidbar gewesen wäre: Der traurige Ex-Löwe Neudecker.
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Ein Abschied, der vermeidbar gewesen wäre: Der traurige Ex-Löwe Neudecker.

Richard Neudecker räumt nach seinem Abschied Fehler ein. Nach einem offenen Gespräch mit Trainer Michael Köllner gab es keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit.

München – Ein Abschiedsbild, ein paar würdigende Zeilen auf der Vereins-Homepage – für die meisten Abgänger des TSV 1860 war es das. Wechsel gehören im Profigeschäft zur Tagesordnung – entsprechend geräuschlos werden Löwen zu Ex-Löwen, wenn das letzte Spiel gespielt ist.

Einzige Ausnahme: Der Wechsel von Eigengewächs Richard Neudecker (25) zum 1. FC Saarbrücken wurde begleitet von Wehklagen seitens des Spielers und Rechtfertigungen des Trainers. „Richy war in keinem großen Spiel präsent“, urteilte Michael Köllner streng: „Irgendwann musst du sagen: Ich habe das Ruder in der Hand, denn ich muss am Ende auch den Kopf dafür hinhalten.“

„Er hat nullkommanull mehr mit dem Verein geredet. Kobylanski war unsere Antwort.“

Michael Köllner über den Abgang von Richard Neudecker.

Und wie genau kam es zur Trennung? Köllners Darstellung: Im Februar habe es „ein Angebot für Richy gegeben“, das von Neudeckers Berater aber ignoriert worden sei: „Er hat nullkommanull mehr mit dem Verein geredet.“ Das Ende vom Lied: 1860 orientierte sich neu – obwohl Neudecker gerne geblieben wäre. „Kobylanski war unsere Antwort“, sagte Köllner streng.

Und was sagt Neudecker? Nach einem Post, der beleidigt klang („Der Verein hat sich für einen Umbruch ohne meine Person entschieden“), bestätigte er nun die Version des Löwen – und räumte Versäumnisse ein. „Mein Berater und ich haben Fehler gemacht“, sagte er im Youtube-Format Tautzi ruft an.

Bei einem Treffen in der Sommerpause wurden Missverständnisse zwischen dem Trainer und dem Spieler ausgeräumt. Neudecker: „Wir hatten ein offenes Gespräch. Am Ende hat man beidseitig gesagt: So macht’s keinen Sinn mehr.“ Köllner sieht es so: „Vielleicht tut es beiden Seiten gut, mal etwas Neues anzufassen.“ (ULI KELLNER)

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