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Jagdsaison? Köllner: Siegen, siegen, siegen und dann sehen, „was möglich ist“

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Von: Uli Kellner

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Marcel Bär in Kampfpose beim Testspiel in Belek gegen Rostock
Läuft weiter bei ihm: Marcel Bär, der formstabile Torjäger des TSV 1860. © Stefan Matzke / Sampics

Bis Dienstag dürfen die Löwen die Füße hochlegen, sich von den Belek-Strapazen erholen. Und dann? Werden Weichen gestellt - in fünf Spielen binnen 16 Tagen.

Seit Samstagmittag sind die Belek-Löwen zurück im Münchner Winter. Allgemeiner Tenor: Der Sechs-Tage-Trip war ein voller Erfolg, nicht nur wegen des 3:1-Siegs im Härtetest gegen Hansa Rostock, sondern auch, weil in der Fünfsterne-Isolationsblase des „Sueno Deluxe“ ein neuer Teamspirit entstanden sei. Das simple Rezept: Wenn es keine Ablenkung von außen gibt, rückt man eben intern zusammen, trainiert intensiv, macht Spieleabende – und lässt die Woche stilecht ausklingen. „Mit einem netten Mannschaftsabend, wie sich das für eine Fußballmannschaft gehört“, so Trainer Michael Köllner, der ankündigte: „Da trinken wir dann auch ein Bierchen zusammen.“

Vordringlichstes Belek-Ziel war aber, das Team für den anspruchsvollen Neustart zu rüsten. Für fünf Pflichtspiele binnen 16 Tagen, die Köllner unter dem Begriff „geiler Januar“ zusammenfasst. Noch mal zum Mitschreiben. Los geht’s am Samstag mit dem Liga-Heimspiel gegen Wiesbaden, drei Tage später folgt der DFB-Pokal-Hit gegen den KSC und am 22. Januar im Olympiastadion das Derby gegen Türkgücü, das ebenfalls von den guten Belek-Bedingungen profitierte (und den türkischen Zweitligisten Eskisehirspor dank eines Sararer-Doppelpacks mit 2:0 besiegte). Nicht ohne ist auch die zweite englische Woche im direkten Anschluss. Sie bringt am 25. Januar das Heimduell mit Kaiserslautern – und am 30. Januar die Auswärtsfahrt zu Viktoria Köln.

Am Ende geht es immer um die Frage: Was ist für 1860 die beste Lösung?

Trainer Michael Köllner.

Zu absolvieren mit unverändertem Kader (aktuell keine Neuzugänge in Sicht), aber neuem Rückenwind, der schon bei den Siegen in Dortmund (2:0) und Würzburg (3:0) wehte. Die endgültige Abnabelung von Ex-Kapitän Sascha Mölders – sie ist gelungen, weil Köllner das Spielsystem angepasst und das Kabinenklima wiederhergestellt hat. Der Trainer gibt zu, dass ihn beides Überwindung kostete, „sich von Sascha zu trennen“ genauso wie die taktische Folge, „sich mit zehn Mann hinten reinzustellen“. Am Ende gehe es aber immer um die Frage: „Was ist für 1860 die beste Lösung?“

Offensiv ruht Köllners Hoffnung auf Stefan Lex und Marcel Bär, der neuen, bereits als Traumduo gefeierten Doppelspitze. „Ich finde schon, dass die beiden den Job so erledigen können wie in den letzten Spielen“, sagte der Trainer: „Ich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte.“

Und was spricht dagegen, dass die Löwen das Feld nun von hinten aufrollen, wie es einige Fans erwarten, die in Belek dabei waren? „Ich weiß nicht, ob wir eine Jagdsaison ausrufen sollten“, sagt Köllner, dem das Aufstiegsgerede zu früh kommt: „Wir wollen tolle Ergebnisse holen und dann werden wir sehen, was möglich ist. Entscheidend ist, dass du in der Schlussphase dabei bist – und vielleicht eine Pokal-Überraschung schaffen kannst. Deshalb sind die nächsten Spiele wichtig.“

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