TSV 1860: Sieg im Härtetest gegen Rostock

3:1 nach 0:1-Rückstand - Türkgücü-„Spione“ sehen starke Löwen

Torschütze Fabian Greilinger wird von seinen Mitspielern gefeiert.
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Torschütze des Tages: Fabian Greilinger traf nach einem Sololauf über 60 Meter.

Das Sechs-Tage-Trip nach Belek hat seinen Zweck erfüllt: Die Löwen besiegen Zweitligist Rostock und scheinen gut gerüstet zu sein für den Neustart der Liga.

Nicht ganz überraschend mischte sich auch eine Delegation aus dem Hotel „Trendy Lara“ unter die 150 Fans in der Gloria Sports Arena von Belek. Andreas Heraf, der neue Coach von Türkgücü, ließ sich die Chance nicht entgehen, den zweiten Ligagegner seines Teams auf neutralem Trainingslagerboden zu beobachten; Max Kohtny und Roman Plesche von der Kommandobrücke des Stadtrivalen begleiteten den Österreicher. Ein durchaus lohnender Ausflug. Die Späher von Türkgücü sahen nicht nur einen verdienten 3:1 (0:0)-Erfolg der Löwen gegen Hansa Rostock, sie erhielten auch eine Ahnung davon, dass es schwer werden könnte, im Derby am 22. Januar die Oberhand zu behalten.

Fazit des 90-Minuten-Tests: Im sechstägigen Belek-Camp der Löwen wurde erfolgreich gearbeitet (Türkgücü fliegt erst am Dienstag zurück). Vieles, auf das Trainer Michael Köllner Wert legt, funktioniert schon recht gut. Abgesehen von einem Missverständnis zwischen Torwart Marco Hiller und Semi Belkahia vor dem 0:1 (Verhoek/50.) stand Köllners Doppelbollwerk im neuen 3-4-1-2-System sicher. Vorne trotz Safety-first-Devise zu Chancen zu kommen, war eine Lektion, die Köllner den Seinen in den Tagen von Belek vermitteln wollte. Auch das klappte gut, wie sämtliche drei Tore gegen einen allerdings nicht in Bestbesetzung angetretenen Zweitligisten zeigten.

Lex, Greilinger und Bär drehen die Partie

Den schnellen Ausgleich von Stefan Lex leitete Keanu Staude mit einem Zuckerpass ein. Das 2:1 besorgte Fabian Greilinger nach energischem Vorstoß über die linke Seite: Einen 60-Meter-Sprint schloss er ab, indem er einfach von der Strafraumgrenze flach unten ins Hansa-Tor zielte. Das 3:1 schließlich fiel nach dem inzwischen bewährten Strickmuster. Flanke über rechts – und in der Mitte rannte Marcel Bär herbei und setzte seinen Torlauf fort.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Köllner in seinem ersten Kommentar zum Spiel. „Es freut mich, dass wir das Spiel gewonnen haben“, sagte er: „Das Trainingslager macht ja nur Sinn, wenn du am Ende auch erfolgreich spielst.“ Das „A und O“ des Belek-Camps sei gewesen, das neue Spielsystem zu verfeinern, offensive Hebel zu erarbeiten gegen Mannschaften, die nicht wie Dortmund II und Würzburg meistens den Ball wollen. Das und auch der Trainingsfleiß der Seinen nötigte dem Trainer Respekt ab. „Die ersten Tage waren nicht ohne für die Mannschaft“, sagte er: „Umso beeindruckender, dass die Spieler nach dem Rückstand noch mal richtig marschiert sind und alles aus sich herausgeholt haben.“ Auch die Einwechslungen von Keanu Staude, Tim Linsbichler und Co. hätten sich bezahlt gemacht: „Da haben mir einige gezeigt, dass sie gerne dabei sein wollen bei unserer Reise in 2022.“

Nach einem Teamabend außerhalb des Hotels geht’s dann am Samstag mit der ersten Maschine zurück die Heimat. Zwei freie Tage gönnt Köllner seinen geschlauchten Belek-Fahrern, Erholung muss sein. „Am Dienstag greifen wir dann wieder an“, sagte er. Volle Kraft voraus Richtung Englische Woche (Wehen, Karlsruhe im DFB-Pokal, Türkgücü): „Damit wir einen guten Start ins neue Spieljahr haben.“

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