Verteidiger  spielte auch für SpVgg Unterhaching

Necat Aygün glaubt  an Löwen-Sieg: „In den Derbys waren sie immer da“

Ex-Blauer und Rot-Blauer: Necat Aygün.
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Ex-Blauer und Rot-Blauer: Necat Aygün.

Necat Aygün spielte in seiner Karriere für die SpVgg Unterhaching und den TSV 1860. Im Interview spricht der ehemalige Verteidiger über das anstehenden S-Bahn-Derby.

München – Bei den Löwen und Besiktas Istanbul als Fußballer ausgebildet, als Akteur der SpVgg Unterhaching zum Derbyhelden geworden, danach über die Umwege Duisburg, Ingolstadt und Sandhausen zurück zu 1860 – Necat Aygün hat einiges erlebt in seiner Karriere als Abwehrspezialist. Seit Februar 2020 arbeitet der ab Freitag 41-jährige Münchner als Technischer Leiter Sport beim Zweitligisten Karlsruher SC. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert sich Aygün an das denkwürdige Derby 2005 und wirft einen Blick voraus auf das Duell am Freitag im Grünwalder Stadion.

Herr Aygün, werden Sie eigentlich noch oft auf Ihren Doppelpack für Haching beim 4:1-Sieg gegen die Löwen vor 50 000 Zuschauern in der Arena angesprochen?

Ich merke, dass die Nachrichten über Instagram in den Tagen vor den Derbys mehr werden, dazu kommen die Fragen der Journalisten (lacht). Bei mir ist dieser Tag damals im Dezember 2005 immer noch sehr präsent. Vor 50 .00 Fans habe ich nicht regelmäßig gespielt. Und es war damals schon vor dem Spiel eine ganz spezielle Stimmung. Die ganzen Experten haben nur über die Höhe des Löwen-Siegs diskutiert, das war noch mal ein Extra-Ansporn für uns. Im Spiel wurde dann schnell klar, dass uns Sechzig extrem unterschätzt hatte. Das 4:1 ging schon in Ordnung so. Nach dem Spiel haben wir die Pool-Landschaft in der Arena sehr genossen.

Necat Aygün über Krise der SpVgg Unterhaching: „Hätte ich nicht für möglich gehalten“

Sie mussten wegen eines Nasenbeinbruchs seinerzeit mit Maske spielen und trafen gleich zweimal ins Tor. Haben Sie sich das gute Stück daheim an die Wand gehängt?

(lacht) Nein, so weit bin ich dann doch nicht gegangen. Die Maske ist mit anderen Andenken aus meiner aktiven Fußballerzeit in einem Karton im Keller verstaut. Aber wenn Bedarf besteht, dann kann ich sie den Hachingern für Freitag gerne ausleihen. Vielleicht hilft sie ja, den Fluch zu durchbrechen.

Elf Spiele ohne Sieg, das ist selbst für Hachinger Rückrunden-Verhältnisse bemerkenswert.

Dass es sie so hart erwischt, hätte ich auch nicht für möglich gehalten. Aber der personelle Umbruch und der langfristige Ausfall von Stützen wie Stahl, Hain, Endres und jetzt auch Hasenhüttl ist schon brutal. Ich hoffe, dass sie die Kurve noch kriegen.

TSV 1860 gegen SpVgg Unterhaching: Necat Aygün sieht die Löwen im Vorteil

Am Freitag?

Gegen meine Löwen bin ich skeptisch, auch wenn Haching in der Außenseiter-Rolle befreit aufspielen kann. Aber danach gegen Halle sehe ich gute Chancen. Ich kenne einige der Jungs, das sind super Charaktere, die den Glauben nicht verlieren dürfen. Sie wollen den Karren gemeinsam mit dem Trainer aus dem Dreck ziehen.

Und wie sehen Sie die Chancen der Löwen auf den Relegationsplatz?

Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass immer dann ein Bruch reinkommt, wenn sie den Sprung nach ganz vorne schaffen können. Aber noch ist die Messe nicht gelesen. In den Derbys waren sie in dieser Saison immer da, diese Serie sollten sie am Freitag nicht reißen lassen.

Und nächste Saison gibt’s dann zwei Duelle gegen den KSC?

Warten wir’s ab. Ich würde Sascha Mölders jedenfalls auch in der 2. Liga einige Tore zutrauen. Die Qualität hat er, egal, ob sein Trikot jetzt ein bisschen mehr oder weniger spannt.

Interview: Ludwig Krammer

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