TSV 1860:

Waldkirchen-Chef Gründinger vor 1860-Gastspiel: „Zwei Monate Stress pur!“

Thomas Gründinger, Fußball-Abteilungsleiter beim Landesliga-Aufsteiger TSV Waldkirchen.
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„Ich kenne nicht allzu viele Löwen-Fans“: Thomas Gründinger, Fußballabteilungsleiter beim bayernaffinen TSV Waldkirchen.

1996 waren die Bayern da und siegten 7:0. Nun, zum 150-jährigen Jubiläum, misst sich der TSV Waldkirchen mit dem TSV 1860. Was zwiespältige Gefühle auslöst.

Niederbayern in der ersten Reihe. Hat der TSV Waldkirchen das große Los gezogen, weil sich der Landesliga-Aufsteiger als erster Verein mit den runderneuerten Löwen messen darf (Sonntag, 16 Uhr, Löwen-TV live)? Bei Thomas Gründinger, 56, dem Fußball-Abteilungsleiter des Dorfvereins, löst das Gastspiel des großen TSV zwiespältige Gefühle aus.

Herr Gründinger, ist Waldkirchen gerüstet für den Ansturm aus München?

Gründinger: Ich gehe davon aus. Wir rechnen mit 2000 Zuschauern, Minimum. Sitzplätze gibt es nur 200, alles andere sind Stehplätze, aber wir hatten auch schon mal 9000 Leute da. 1996 war das, damals beim 125-jährigen Jubiläum waren die Bayern zu Gast.

Zum 150-Jährigen, das coronabedingt ein Jahr später gefeiert wird, geht es also gegen die Löwen. Ist die Region denn mehr rot oder mehr blau?

Gründinger: Ich denke, dass es bei uns mehr rote Fans gibt. Ich selber kenne nicht allzu viele Löwen-Fans. Wobei: Es gab schon auch Kartenanfragen von Fanclubs aus der Region, zum Beispiel aus Lalling. Auch in unserer Mannschaft sind wohl drei, vier Löwen-Fans – von insgesamt 22 Spielern. Der Rest ist Bayern.

 In unserer Mannschaft sind wohl drei, vier Löwen-Fans – von insgesamt 22 Spielern. Der Rest ist Bayern.

Waldkirchens Fußball-Abteilungsleiter Thomas Gründinger, 56.

Dann müssen sich die 1860-Profis vermutlich auf harte Gegenwehr gefasst machen . . .

Gründinger: (lacht) Ich denke, dass das Spiel schon einen freundschaftlichen Charakter haben wird.

Aber stolz ist man schon, dass die Löwen kommen, oder? Trainer Michael Köllner hat ja auch angekündigt, alle Neuzugänge spielen zu lassen.

Gründinger: Das habe ich mitbekommen. Ist natürlich interessant für unser Team, sich mit einem Drittligisten zu messen. Im Vordergrund steht aber, dass wir ein schönes Fest erleben – und natürlich freuen wir uns, dass sich die Löwen bereit erklärt haben zu kommen.

Mit welchem Ergebnis könnten Sie leben?

Gründinger: Das darf ich nicht laut sagen – sonst steinigen sie mich. Ich hoffe auf ein knappes, rechne aber mit einem deutlichen Ergebnis für die Löwen. Zweistellig sollten wir vermeiden, das wäre dann doch ein bisschen peinlich. Gegen Bayern ging’s damals 0:7 aus.

Die Löwen sind ja auch bekannt für ihre reiselustigen Fans . . .

Gründinger: Mei, ich bin ja selbst Polizeibeamter. Wir werden drei, vier Streifen haben, die den Verkehr beobachten. Ich denke aber nicht, dass da mords randaliert sind. Auch die Feuerwehr unterstützt uns.

Gibt es jemanden, auf den Sie sich besonders freuen, zum Beispiel auf Löwen-Vize Hans Sitzberger, der aus der Region stammt?

Gründinger: Ganz ehrlich: Am meisten freue ich mich drauf, wenn’s vorbei ist. Die letzten zwei Monate waren Stress pur. Auf eine gemütliche Halbe Bier, wenn alles überstanden ist – darauf freue ich mich.

Interview: Uli Kellner

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