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1860 spielt „Wahrheit oder Lüge?“ - Wiesn-Flirts, besser als Buffon und Einlaufkind von Reisinger

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllner schwört seine Mannschaft auf den Aufstiegskampf ein.
Michael Köllner schwört seine Mannschaft auf den Aufstiegskampf ein. © sampics/Stefan Matzke

Das Trainingslager des TSV 1860 ist fast Geschichte. Auch der gesellige Part kam in Belek nicht kurz. Selbst das ein oder andere Märchen ist erwünscht.

München/Belek – Von jedem Trainingslager bleibt etwas in Erinnerung. Bei Belek 2022 denkt man an die Corona-Blase im Hotel Sueno, an Stefan Lex als Golf-Caddie (für Stephan Salger) und Tim Linsbichler, der zum glücklosen, aber gefeierten Kultstürmer wurde. Auch der viel zitierte „Geist von Belek“ fand Eingang ins kollektive Löwen-Gedächtnis.

Und ein Jahr später? Am Dienstag um 11.10 Uhr Ortszeit tritt der 1860-Tross den Heimflug an. Und wenn sich die Spieler irgendwann Belek 2023 vors geistige Auge holen, wird ziemlich sicher das hier auftauchen: „Wahrheit oder Lüge“. Ein Kennenlernspiel für Firmenseminare. Michael Köllner hat es bei den Löwen eingeführt – und damit durchaus etwas ausgelöst.

TSV 1860: Verlaat begeistert von Kennenlernspiel

Das Spiel geht so: Nach den Mahlzeiten gehen die Profis nicht sofort auf ihre Zimmer, sondern bleiben im Essbereich, der zur Showbühne wird: Einzelne Spieler treten nach vorne und erzählen jeweils drei Episoden aus ihrem Leben. Zwei davon sollen wahr sein, eine erfunden – der Rest der Gruppe muss raten, welches die Lüge war. Ziel des Spiels: Mehr über den Mitspieler erfahren, wobei vor allem die Lügen tief blicken lassen. Wer denkt sich so etwas aus? Welche Sehnsüchte stecken dahinter?

Gelacht wird viel, das ist eingeplant und erwünscht. „Wenn man sich drauf einlässt, ist es cool und teilweise auch witzig“, berichtet der für alles Neue aufgeschlossene Jesper Verlaat: „Manche erfinden Sachen, da denkt man: Wie kommt er denn da drauf? Da staunt man, dass das erfunden ist. Bei anderen denkt man sich: Krass, das haben die wirklich erlebt!? Manche packen da schon was Gutes aus. Da sind sehr interessante Geschichten dabei.“

TSV 1860: Boyamba erfindet Wiesn-Flirts

Wer zum Beispiel hat fünf Probetrainings bestritten, ehe er seinen ersten Profivertrag erhielt? Wer musste sich eine E-Gitarre von den Eltern versprechen lassen, damit er überhaupt ein Probetraining wahrnimmt? Wer prahlt damit, sechs Wiesn-Flirts gehabt zu haben? Wer wurde bei einem U 17-Turnier zum besten Torwart gewählt und hat dabei den (später) großen Gigi Buffon hinter sich gelassen?

Auflösung: Das mit den Probetrainings war Verlaat (wahr), der mit der E-Gitarre Fabian Greilinger (wahr), dessen Lüge war, dass er als Bub Einlaufkind von Co-Trainer Stefan Reisinger gewesen sei. Die Wiesn-Flirts waren von Jo Boyamba, was in die andere Richtung gelogen war, als das Team glaubte. „Wir waren von zwölf ausgegangen“, sagt einer grinsend.

TSV 1860: Als eingeschworene Mannschaft zum Aufstieg?

Kapitän Lex, der Spielefan, findet „Wahrheit oder Lüge“ gut, weil jeder mal ran muss. Die Story mit Gigi Buffon stammt von Torwarttrainer Harry Huber (Jahrgang 1978, wahr), der von seiner Jugendzeit beim FC Bayern berichtet (auch wahr). Ja, auch der Staff machte beim Psycho-Quiz mit. Teamärztin Dr. Monika Mrosek etwa überraschte damit, sich ihr Medizinstudium auf sehr spezielle Weise finanziert zu haben: als Gauklerin – mit Feuerjonglage und Stelzenläufen.

Fazit der launigen Erzählwoche: Man kennt sich einander jetzt noch besser, weiß zudem, wie anstrengend es ist, sich Lügen auszudenken. Köller bringt den Löwen das Lügen bei? Diese Schlagzeile wäre nur zum Teil richtig – er lässt sie zwar lügen, aber die Gründe dafür sind moralisch über jeden Zweifel erhaben. (ulk)

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