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TSV 1860 kehrt zufrieden heim, aber „der gute Weg ist zu wenig“

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Von: Uli Kellner

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Fast wieder über den Berg: Michael Köllners Ex-Sorgenkinder Marius Willsch (l.) und Christopher Lannert.
Fast wieder über den Berg: Michael Köllners Ex-Sorgenkinder Marius Willsch (l.) und Christopher Lannert. © sampics

Servus, Windischgarsten! Nach dem Vormittagstraining am Donnerstag ging’s für den 40-Mann-Tross der Löwen zurück nach München.

Windischgarsten – Hinter Michael Köllner und seiner Mannschaft liegt eine erfolgreiche Vorbereitungswoche. „Blauen Haken hinter dieses Trainingslager“, sagte er nach dem abschließenden 1:1 gegen den Linzer ASK, der 2021/22 Conference League gespielt hat. Soll heißen: Was sich Köllner von den sechs Tagen in Oberösterreich erwartet hatte, wurde erfüllt.

Die Abschluss-Bilanz der Löwen: zwei Testspiele, acht Trainingseinheiten, jeweils ein Kino-, ein Spiele- und ein Mannschaftsabend, keine Verletzten. Auch für die Köpfe wurde etwas getan – dank Führungskräfte-Coach Aleko Vangelis. Und ja: Auch in puncto Wetter wurde es nicht langweilig im idyllischen Kurort am Rande der Kalkalpen: Starkregen bei der Ankunft, Sonne/Wolken-Mix bei der Abreise – zwischendurch war es mal heiß, mal kalt, mal extrem gewittrig.

TSV 1860: Rückkehr nach Windischgarsten als Zweitligist?

Bemerkenswert auch: Beim Kemmet Bräu, dem zentralen Treff der bis zu 240 Löwen-Fans, war zum Schluss der Weißbiertank leer. Arme Eintracht-Fans. Europa-League-Sieger Frankfurt reist am Samstag an und trifft auf Dorfbewohner, die Extreme erlebt haben: Fröhliche Löwen (fast alle) und randalierende Fans (drei), die sich inzwischen offiziell für ihre Ausfälle entschuldigt haben.

Wie das wohl wird, wenn die „Hesse komme“ und 400 Supporter mitbringen? „Erbarmen – zu spät“, sangen einst die Rodgau Monotones. Die Eintracht wird übrigens mit Public Viewing und Welcome Party empfangen. Diesen Status müssen sich die Löwen noch erarbeiten. Viermal waren sie jetzt hier; Nächstes Jahr, beim kleinen Jubiläum, wollen sie als Zweitligist wiederkommen. „Läuft“, sagte ein Urlöwe, der extra für den Abschlusstest aus Rechtmehring angereist war: „Ich kenn’ mich ein bisschen aus mit Fußball – und ich habe viele gute Ansätze gesehen.“ Durchdachte Spielzüge, variable Angriffe – und alte, neue Hoffnungsträger.

TSV 1860: Erik Tallig überzeugt endlich

Alternatives System: Im sechsten Testspiel probierte Köllner ein alternatives Spielsystem aus: 3-5-2. „Anfangs haben die Spieler damit gefremdelt. In der ersten Trinkpause mussten wir ein paar Dinge korrigieren. Wie wir danach gespielt haben, war richtig gut. Es ist wichtig, dass wir einen Plan B in der Tasche haben. Wir haben jetzt gute Optionen.“

Spieleralternativen: Im Spaß hatte sich Marcel Bär als Neuzugang Nummer zehn bezeichnet. Nach dieser Logik ist Marius Willsch Nummer elf. Zudem ist Christopher Lannert nach seiner Corona-Infektion im Aufwind. „Für Marius freut es mich riesig“, sagte Köllner. Und zu Bär, der auf Anhieb wieder ein Fixpunkt im Angriff war: „Vor zwei Wochen hätte kein Mensch gedacht, dass Cello 45 Minuten durchhält. Wir dürfen jetzt nicht überpacen mit den Jungs – deswegen war’s wichtig, dass sie früh runter sind. Bär ist jetzt wahrscheinlich tot, aber morgen kann er wiederauferstehen.“

Sportliche Gewinner: Junge Talente wie Michael Glück (19, Innenverteidigung) zeigten, dass sie ihren Mann stehen können – und Erik Tallig, 22, ruft jetzt das ab, was sich Günther Gorenzel schon vor zwei Jahren vom Ex-Chemnitzer erwartet hatte. Gorenzels Auftrag: Vertragsverlängerungen mit Bär, Tallig und anderen. Er sagt: „Schön, dass jetzt beim einen oder anderen der Knopf aufgeht. Nur: Der gute Weg ist zu wenig. Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir einen sehr guten Weg. Deswegen halte ich nichts davon, jetzt über den Klee zu loben.“

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