Neudecker ist der erste Löwen-Torschütze im Olympiastadion seit 16 Jahren

1860-Derbysieg: Neudecker und Belkahia schießen Löwen zum wichtigen Dreier

Die Löwen konnten beim Derbysieg gegen Türkgücü München wichtige Punkte im Aufstiegskampf sammeln.
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Die Löwen konnten beim Derbysieg gegen Türkgücü München wichtige Punkte im Aufstiegskampf sammeln.

Der TSV 1860 München gewann bei Türkgücü München mit 2:0 - der vierte Sieg in Folge. Richy Neudecker und Semi Belkahia krönten ihre Leistungen mit je einem Tor. Der Ticker zum Nachlesen.

  • Der TSV 1860 München konnte beim Derby gegen Türkgücü München einen wichtigen Sieg im Aufstiegskampf einfahren. Die Löwen gewannen nach Toren von Richard Neudecker und Semi Belkahia mit 2:0.
  • Tabellarisch bleiben die Löwen auf dem 4. Platz - nur noch einen Punkt trennen die Sechzger von Rang drei. Türkgücü München rutscht auf Rang neun ab, bleibt aber im gesicherten Mittelfeld.
  • Der ausführliche Live-Ticker zum Nachlesen:

München - Nur sechs Minuten brauchte die „Wampe von Giesing“ zum 21. Saisontreffer. Sascha Mölders traf sehenswert in den Winkel - der 36-Jährige stand aber beim Zuspiel von Richy Neudecker im Abseits. In der Folge trauten sich die Gastgeber ein wenig aus der Reserve, kamen aber kaum zu Chancen. Ab der 19. Spielminute startete der Chancenwucher der Löwen: Die Koproduktion Mölders-Neudecker fand diesmal umgekehrt statt - und erzielte fast das Tor des Monats. Nach der Kopfballablage des Magic Mölder drosch Neudecker per Dropkick aufs Tor von Rene Vollath - der hievte den Ball sensationell über die Latte. Es folgten Torabschlüsse von Sami Belkahia und Merveille Biankadi, die jedoch nichts einbrachten.

0:0 zur Pause - schmeichelhaft für Türkgücü München

Mitten in die Drangphase der Löwen kam Noel Niemann zweimal zum Abschluss - Neudecker war auch hinten auf der Höhe und blockte die Schüsse ab. Sascha Mölders kam in der Folge noch zweimal zu guten Möglichkeiten - vor allem die letztere hätte das 1:0 für die überlegenen Sechzger sein müssen: in der 27. Minute flog sein Schlenzer knapp am Tor vorbei, zehn Minuten später vergab der 20-fache Saisontorschütze frei vor Rene Vollath. Mit dem torlosen Unentschieden ging es in die Halbzeitpause, mit der der Gastgeber besser leben konnte. Vor allem das hohe Anlaufen des Gastgebers verhinderte ein kontrolliertes und ruhiges Aufbauspiel - das sah auch Günther Gorenzel so. „Türkgücü hat in den ersten 30 Minuten ein extremes Pressing gespielt, da müssen wir jetzt auch die Spieleröffnung etwas umstellen. Das hat Michael Köllner klar angesprochen“, ließ der Geschäftsführer in der Halbzeitpause wissen.

Von der Umstellung konnte man nach Wiederanpfiff wenig sehen. Türkgücü kam mit neuem Elan und frischen Wind in Form von Omar Sijaric aus der Kabine, aber die Gastgeber konnten sich keine klaren Torchancen erspielen. Nach dieser anfänglichen Druckwelle dann die Erlösung: Nicht der Mann der Stunde, sondern der Mann des Spiels erzielte in der 59. Minute das 1:0 für die Löwen. Dabei war die Situation schon eigentlich bereinigt worden. Nach einem schlampigen Ball von Belkahia vertändelte auch Mölders die Pille, doch im strafräumlichen Gewusel reagierte Richy Neudecker am schnellsten und schlenzte den Ball an der Strafraumkante mit links ins lange Eck. Damit war Neudecker der erste Sechzger, der seit mehr als 16 Jahren im Olympiastadion für die Löwen traf. Am 20. März 2005 sollte Paul Agostino das letzte Tor für die Blauen in der Arena im Norden Münchens erzielen, als er kurz vor Schluss das Ausgleichstor gegen den Karlsruher SC schoss.

Richy Neudecker zum Ersten, Semi Belkahia zum Zweiten

Wir drehen die Zeit wieder 16 Jahre vorwärts, wo Türkgücü nach dem 1:0 zwar mehr vom Spiel hatte, aber Stefan Lex die nächste hundertprozentige Chance verpasste: in der 74. Spielminute kam Rene Vollath aus seinem Tor heraus und war vor Sascha Mölders am Ball, den per Kopf geklärten Ball musste Lex nur noch ins leere Tor heben. Machte er aber nicht. So blieb es beim 1:0 und das Spiel nach wie vor offen. Aber nicht allzu lange: Nach einer Ecke von Daniel Wein kam der Ball zu Semi Belkahia, der den Ball nur noch ins Tor stochern musste. Ausgerechnet Belkahia, der neben Neudecker zu den besten Akteuren auf dem Platz gehörte und damit seine Leistung krönte. Die Partie war somit entschieden, die Uhr tickte runter und Türkgücü kam auch in den letzten zehn Minuten nicht mehr zwingend vors Tor. Mit den drei Punkten heizen die Löwen den Aufstiegskampf weiter an, stehen mit 57 Punkten nur noch einen Punkt hinter dem FC Ingolstadt, die morgen den SV Meppen empfangen.

(Paul Ruser)

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