Sein Wechselfehler bleibt der Running Gag: „Habe die ganze Euphorie genommen“

Lachen mit Lienen

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Will aus den Wechselfehlern lernen: Ewald Lienen

München - Diese Frage kam Ewald Lienen gerade recht. Als einer wissen wollte, wie denn das Team mit der „neu entfachten Euphorie“ durch den Pokalsieg über Hertha BSC umgehe, hatte der Löwen-Coach eine lustige Antwort parat.

„Euphorie? Was für eine Euphorie? Ich selbst habe doch beim Spiel gegen die Hertha dafür gesorgt, dass die Euphorie bei uns runterkommt. Wir brauchen jetzt nicht mit stolzgeschwellter Brust rumzulaufen und tönen: Der Hertha haben wir es gegeben. Jetzt kann kommen, wer will.“

Womit man wieder beim Thema der Woche gewesen wäre: Lienens missglückte Auswechslungen, die am Mittwoch fast den Sieg und das Weiterkommen im Pokal gekostet hätten. Keiner hat diese Maßnahmen so hart kritisiert wie der Trainer selbst.

Und deshalb keine Euphorie. Weil da draußen an der Linie ja einer steht, der ein Spiel seiner Mannschaft noch mal so richtig kaputtmachen kann. Derlei Scherze sind bei den Blauen derzeit schon erlaubt, denn: Es ist ja gerade noch mal gut gegangen.

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Strecke

Lienen: „Wenngleich man schon noch davon ausgehen kann, dass ich meine Wechsel in gutem Glauben vornehme, und nicht, um etwas durcheinanderzubringen.“ Aber: Was Gutes hat das Ganze ja auch gehabt. Lienen: „Die Auswechslungen haben mir wertvolle Informationen geliefert.“ Zum einen, dass er Mate Ghvinianidze wohl nie mehr im Leben als Sechser bringen wird, und dass er Kenny Cooper nicht mehr vom Feld nimmt, wenn’s beim Ami gut läuft. Dass er seine Fehler so offen eingestanden hat, hält Lienen für selbstverständlich. „Ich kann doch von meinen Spielern keine Selbstkritik verlangen, wenn ich sie selbst außen vor lassen würde“, sagte er und fügte hinzu: „Mit Autoritätsverlust hat das nichts zu tun. Wenn mich die Spieler nur fürchten und nicht achten – darauf kann ich verzichten. Ich nutze meine Position nicht aus.“

Sieht ja immer mehr danach aus, als würde Lienens Wechsel-Missgriff für ein ganz neues Verhältnis zwischen ihm und der Mannschaft sorgen. Zum Erfolg gelangt man manchmal über die unmöglichsten Wege…

Claudius Mayer

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