Ex-1860-Duo ruiniert Wacker-Aufstieg

„Linke Touren“ - Bierofka gerät in heftigen Investoren-Zoff

Daniel Bierofka: Bei 1860 München hat er schon einiges mitgemacht - in Innsbruck ist es jetzt noch chaotischer.
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Daniel Bierofka: Bei 1860 München hat er schon einiges mitgemacht - in Innsbruck ist es jetzt noch chaotischer.

Daniel Bierofka will bei Wacker Innsbruck bleiben. Trotz unbeschreiblichem Ärger mit dem Investor. Und geplatzter Aufstiegsträume.

Innsbruck - „Ich bin von 1860 schon einiges gewohnt“, seufzt Daniel Bierofka bei einer Pressekonferenz, die man in Österreich wohl nicht so schnell vergessen wird. Der ehemalige Löwen-Trainer ist mitten in einen chaotischen Zoff zwischen Verein und Investor geraten.

Wacker Innsbruck: Daniel Bierofka gerät mitten in heftigen Streit - „Schmutzkübelkampagne“

Wacker Innsbruck hatte am 1. Juni zur Pressekonferenz geladen. Dort fand der Streit mit Geldgeber Matthias Siems seinen Höhepunkt. Die geschlagenen anderthalb Stunden lassen sich unter dem gefallenen Stichwort „Schmutzkübelkampagne“ vielleicht am besten zusammenfassen.

Schweren Herzens war Bierofka damals vor dem Stress beim TSV 1860 geflohen, „aber das jetzt hier in Innsbruck ist auch für mich eine neue Eskalationsstufe“, klagt er, „vor allem, dass die Gehälter erst mit Verspätung eintrudeln, lässt sämtliche Alarmglocken schrillen.“

Bierofka sauer auf Dennis Aogo und Wacker-Investor Siems: „Linke Touren mag ich überhaupt nicht“

Wütend war Bierofka auf Siems sowieso schon. Als Wacker Innsbruck im Rennen um den Aufstieg zu straucheln begann, soll Geschäftsführer Dennis Aogo (mittlerweile entlassen) bei FCB-Ikone Thorsten Fink angefühlt habe. Angeblich wollte Investor Siems, dass Bierofka ersetzt wird.

„Wenn man mit mir nicht einverstanden ist, soll man mir das offen und ehrlich ins Gesicht sagen“, wütet der Ex-Löwe jetzt noch in der Tiroler Tageszeitung, „aber linke Touren mag ich überhaupt nicht.“

Daniel Bierofka: Aufstieg mit Wacker Innsbruck platzt - Ex-Löwen-Duo zieht in Österreich vorbei

Bei Wacker Innsbruck brennt der Baum. Der Aufstieg wurde im Schlussspurt noch verspielt. Mit einem besonderen Geschmäckle für Bierofka: Das Ex-Löwen-Duo aus Peter Pacult und Wolfgang Schellenberg ist kurz vor Saisonende noch mit Austria Klagenfurt an Bierofkas Wacker vorbeigezogen. Mit an Bord sind dort Ex-Löwe Herbert Paul und Ex-Bayer Alex Timossi.

Bierofka glaubt nicht an weitere Zusammenarbeit mit Wacker-Investor - wenig später verstreicht dessen Frist

Was nun? „Man wird sehen, wie sich die Dinge entwickeln“, versucht Bierofka ruhig zu bleiben, „eine Zusammenarbeit zwischen Investor und Vorstand ist nach den letzten Vorkommnissen wohl nicht mehr möglich.“ Das sei aber nicht unbedingt seine Sache.

Kurz darauf hat der Wacker-Vorstand die Zusammenarbeit dann auch offiziell beendet. „Wie ihr mitbekommen habt, haben wir als Vorstand bei der Pressekonferenz vergangene Woche mitgeteilt, dass wir bereit wären zurückzutreten“, heißt es in einer Mail, die kurz nach Montag-Mitternacht an die Presse ging:

Wacker Innsbruck: Investor lässt Ultimatum verstreichen - Vorstand fordert zweistellige Millionen-Summe

„Leider müssen wir euch mitteilen, dass die fristgerechte Überweisung des bereits offenen Betrags nicht eingetroffen ist. Der aktuelle Vereinsvorstand hat dem Investor des FC Wacker Innsbruck via Anwaltsschreiben seinen statutenkonformen Rücktritt bei der nächsten ordentlichen Generalversammlung angeboten. Dieser Rücktritt erfolgt, wenn der Investor seinen vertraglich und schriftlich gesicherten Leistungen nachkommt.“

Insgesamt gehe es um eine Summe im zweistelligen Millionenbereich für das laufende Geschäft sowie das Trainingszentrum, führt der Wacker-Vorstand aus. Siems hat das Ultimatum jetzt verpasst. Wacker Innsbruck sucht jetzt nach alternativen Partnern oder einer Übergangsfinanzierung.

Daniel Bierofka will bei Wacker Innsbruck bleiben - Investoren-Krach bedroht aber auch seinen Job

Was bedeutet das für Bierofka? Der Coach ist schließlich noch im Amt. Aber hat er überhaupt noch Spieler? „Am kommenden Montag steht der Trainingsauftakt unserer Profiabteilung an“, versichert der Vorstand, „bei dem alle Spieler mit gültigem Vertrag auch dabei sein werden.“ Und auch Bierofka bekennt sich: „Ich bin bereit und will ab dem 16. Juni mit der Mannschaft voll loslegen.“

Wie lange er aber noch voll mit dem Team arbeiten kann, da ist sich im Verein niemand so sicher. „Sollten keine Geldgeber gefunden werden“, malt der Vorstand das Horror-Szenario, „bleibt nur mehr die dritte Variante: Das Budget muss drastisch gekürzt werden und der Verein gesundschrumpfen.“ Das hätte dann wohl auch Konsequenzen für Bierofka.

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