Wolf jetzt der Chef: Kann der das?

Uwe Wolf an seinem ersten Arbeitstag als (vorläufiger) Cheftrainer.
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Uwe Wolf an seinem ersten Arbeitstag als (vorläufiger) Cheftrainer.

München - Am Dienstag um 15 Uhr begann beim TSV 1860 mal wieder eine neue Zeitrechnung.

Uwe Wolf (41) leitete zum ersten Mal als Verantwortlicher das Training bei den Löwen. Doch ob er nun Chefcoach oder nur Interims-Trainer ist, das weiß er selber nicht. „Ich bin Co-Trainer“, sagte Wolf und verwies auf das „CO“ auf seiner Trainingsjacke. Auch Vizepräsident Franz Maget ist sich über Wolfs Status nicht sicher: „Ich weiß gar nicht, ob er die Dauerlösung ist. Ich habe einen Wunschkandidaten – aber ich darf das nicht äußern.“

24. Februar 2009: Wieder mal Aufregung beim TSV 1860

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Das Löwen-Chaos geht weiter: Marco Kurz ist nicht mehr Trainer. Die Pressekonferenz beim TSV 1860 brachte aber statt Klarheit, wie so oft, Widersprüche.

Wolf jedenfalls wurde von den rund 100 Löwen-Fans an der Grünwalder Straße eher mit Skepsis empfangen – viele fragten sich offenbar: Kann der das?

Zumindest ist der Ex-Bundesliga-Kicker schwierige Zeiten bei 1860 gewohnt. 1994 kam der Abwehrspieler von Nürnberg nach Giesing, verletzte sich dann aber im ersten Spiel beim 0:4 in Dortmund am Fuß. Er absolvierte nur neun Bundesliga-Spiele für die Löwen, hatte zudem noch einen Mountainbike-Unfall.

Zu Beginn der Saison 1995 wurde er dann von Werner Lorant rüde rausgeworfen. Der Stuhl mit Wolfs Trainingsklamotten stand nicht mehr in der Umkleide-Kabine, sondern vor der Tür. Ein klares Zeichen, dass er sich schleichen sollte.

Kurioserweise war das für Wolf (1994/95 Teamkollege von Miki Stevic) ein Glücksfall. Denn der gebürtige Rheinland-Pfälzer wechselte nach Mexiko und erlebte dort die glücklichsten Tage seiner Fußballer-Karriere, wurde 1996 Meister mit Necaxa und hat seither den Spitznamen El Lobo (Der Wolf). 2003 heuerte er dann bei der TSG Hoffenheim als U19-Trainer an, 2007 wurde er Trainer des TSV 1860 II, 2008 Co-Trainer von Marco Kurz. Wolf holte auch Lionel Messis Cousin Emanuel Biancucci (20) zu den Löwen. „Er macht Dinge, die man gar nicht lernen kann“, sagt er damals.

Wolfs Vorbild als Trainer ist Manuel Lapuente, damals sein Coach bei Necaxa. Der betreute auch Mexiko bei der WM 1998.

Am meisten bewundert der neue Löwen-Coach Österreichs Ski-Legende Hermann Maier, sein Lieblingsbuch ist daher dessen Biographie „Das Rennen meines Lebens“. Der 41-Jährige, der einst beim 1. FC 08 Hassloch begann, wollte sich am Dienstag nicht groß äußern, es ist allerdings kein Geheimnis, dass er – im Vergleich zu Kurz – eine offensivere Spielweise bevorzugt. Und eine Charaktereigenschaft sollte ihm die Arbeit bei 1860 erleichtern: Wolf hat viel Humor – hilfreich in diesen Zeiten…

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Quelle: tz

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