„Wollen die Fußball-Stadt Rosenheim nach vorne bringen“

Gunter Güttler: „Junge Spieler wollen zu schnell zu viel"

Der Sportliche Leiter des SB DJK Rosenheim

SB DJK Rosenheim und TSV 1860 Rosenheim haben seit Sommer im Herrenbereich eine Kooperation Der Sportliche Leiter des SB DJK Rosenheim erklärt die Hintergründe Beide Vereine profitieren von der Zusammenarbeit

Das Ziel für die aktuelle Saison beim Sportbund Rosenheim ist klar formuliert: Ein Jahr ohne Herzschlagfinale um den Klassenerhalt am letzten Spieltag oder gar wieder in der Relegation. Die Voraussetzungen waren nicht die allerbesten. 13 Spieler verließen den Verein im Sommer, sieben Neuzugänge galt es zu integrieren. Günter Güttler, der sportliche Leiter des SB DJK Rosenheim, sah sich vor einige Probleme gestellt: „Da musst du auch erst einmal einen Trainer finden, der diesen Aderlass im Sommer überhaupt mitmacht.“ In Harry Mandl fand er eben diesen. 

Nach schwachem Saisonstart, von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, legte der Sportbund ab dem sechsten Spieltag so richtig los. Von den folgenden 13 Spielen verlor die Mannschaft lediglich zwei. Es folgte der Sprung auf Rang vier. Aufstiegs- statt des von vielen Kritikern prophezeiten Abstiegskampfs. Drei Spieltage später sind sie in Rosenheim wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück. Drei krachende Pleiten in Folge bei einem Torverhältnis von 4:19 Toren sorgten für den Absturz auf Rang zehn. 

Beste Offensive und schlechteste Defensive

Ein Beleg für die Unkonstantheit der Rosenheimer: Das Team stellt einerseits die beste Offensive der gesamten Liga, kassiert andererseits aber auch die meisten Gegentore. Man merkt der jungen Mannschaft (nur drei Spieler im Kader sind älter als 25 Jahre) die Unerfahrenheit an. Und dennoch bleibt das Umfeld trotz der jüngsten Negativserie ruhig, wie Güttler noch einmal bekräftigt: „Wir müssen geduldig bleiben. Das Ganze braucht einfach etwas Zeit.“

Der Klub will seiner Linie treu bleiben. Der jüngste Neuzugang passt perfekt ins Rosenheimer Beuteschema: Alexander Lallinger. In der U19 schoss der 21-Jährige den Sportbund 2016 mit 27 Treffern in die Landesliga. Er sicherte sich die Torjägerkanone und war maßgeblich am Klassenerhalt der Rosenheimer beteiligt. In den letzten zweieinhalb Spielzeiten schnürte der antrittschnelle Kicker bei seinem Heimatverein TuS Raubling in der Kreisliga die Fußballschuhe, kam in dieser Saison verletzungsbedingt aber noch zu keinem Einsatz und konnte somit problemlos wechseln. Güttler warnt davor, sofort Wunderdinge zu erwarten: „Er hatte im Juli eine schwere Verletzung und bekommt von uns genügend Zeit. Alex soll Stück für Stück in die Mannschaft integriert werden. Wir freuen uns sehr über seine Rückkehr.“

Kooperation mit 1860 Rosenheim zahlt sich aus

Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft wurden vor der Saison mit einer Entscheidung gestellt, von welcher sich der Sportbund viel für die Zukunft erwartet: Eine Kooperation mit dem Nachbarn, dem TSV 1860 Rosenheim. Das Modell erinnert an die Zusammenarbeit zwischen Red Bull Salzburg und dem FC Liefering. Spieler, die in der Regionalliga-Mannschaft des TSV zu wenig Einsatzzeiten bekommen würden, sollen sich diese zwei Ligen weiter unten beim Sportbund holen. 

So geschehen vor der Saison bei Maximilian Kuchler und Raphael Krause. Beide sollen sich in dieser Spielzeit beim SB Rosenheim Spielpraxis verschaffen, um in der kommenden Saison erhöhte Chancen zu haben, in der Regionalliga regelmäßig aufzulaufen. Beide nehmen in der Landesliga eine positive Entwicklung, der Plan scheint aufzugehen. Einmal in der Woche trainieren sie zusätzlich mit der Regionalliga-Mannschaft des TSV. 

Ex-Profi Güttler: „Die Landesliga ist eine tolle Einstiegsliga“

Güttler, ehemaliger Bundesliga-Profi u.a. des FC Bayern München, möchte die Talente vor allem vor einem Fehler bewahren: „Viele junge Spieler wollen zu schnell zu viel. Die Landesliga ist eine tolle Einstiegsliga in den Herrenbereich. Oftmals werden die Talente in den oberen Ligen zu schnell verheizt.“ 

Alle paar Wochen treffen sich die Verantwortlichen beider Vereine, um sich über interessante Spieler auszutauschen. Für die kommende Saison rechnet Güttler wieder fest mit TSV-Neuzugängen: „Aus der U19 kommen neun Spieler hoch. Die können ja nicht alle sofort Regionalliga spielen. Deswegen erhoffen wir uns, dass ein paar der Jungs zu uns kommen, um im Herrenbereich Fuß zu fassen.“ Ein ähnliches Modell besteht auch zwischen dem TSV 1860 Rosenheim und Drittligist SpVgg Unterhaching. Die beiden Parteien treffen sich ebenfalls alle paar Wochen, um die Entwicklungen der Spieler zu besprechen.

„Wollen Spieler nicht an Wasserburg verlieren“

Miteinander, statt gegeneinander arbeiten lautet das Motto der beiden Rosenheimer Vereine. „Wir wollen die Fußball-Stadt Rosenheim nach vorne bringen. Das Ziel muss es sein, die Spieler nicht an andere regionale Vereine, wie zum Beispiel Wasserburg, zu verlieren.“ 

Einen Zusammenschluss der beiden größten Rosenheimer Fußballclubs schließt der ehemalige Schalke-Profi allerdings aus: „Eine Fusion wird es so schnell nicht geben. Das ist im Prinzip seit 20, 30 Jahren ein Thema. In der Jugend würde es allerdings schon Sinn ergeben.“ Man darf gespannt sein, was die Kooperation in den nächsten Jahren am Inn bewirken wird.

Quelle: fussball-vorort.de

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