Heimstetten: Große Baustelle vor dem eigenen Tor

Ein Bild spricht Bände: Heimstetten (Thomas Karg) ist im Sturm zu harmlos.
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Ein Bild spricht Bände: Heimstetten (Thomas Karg) ist im Sturm zu harmlos.

Zwei Welten prallen aufeinander, wenn der SV Heimstetten am Samstag in Illertissen gastiert: Während die Gastgeber zehn Siege in Serie geholt haben, steckt der SVH im Abstiegssumpf.

Es ist eine Szene von trauriger Symbolkraft: Kurz vor Schluss der Regionalpartie des SV Heimstetten gegen Seligenporten dreht sich SVH-Stürmer Thomas Karg blitzschnell um die eigene Achse und feuert den Ball per Drehschuss ab – an den Pfosten. Von dort springt die Kugel Alexander Schneider vor die Füße, der sie aus drei Metern exakt an die gleiche Stelle befördert wie Karg – wieder Pfosten. Nun steht es zu diesem Zeitpunkt bereits 0:4, doch die Aktion ist symptomatisch für die teils haarsträubende Chancenverwertung des SVH – nicht nur bei der 1:4-Niederlage, sondern schon in der gesamten Saison.

„Wir brauchen viel zu viele Chancen, um ein Tor zu machen“, wiederholt Trainer Rainer Elfinger praktisch Woche für Woche. Wobei sein Mantra ein anderes Manko kaschiert: Der SVH trifft nicht nur zu selten, sondern er kassiert auch so viele Gegentreffer wie kein anderer Club. 28:54 lautet die Torbilanz vor der Auswärtspartie beim FC Illertissen (Samstag, 14 Uhr). Zum Vergleich: Vergangene Saison ließ Heimstetten 53 Treffer zu – in der gesamten Spielzeit.

Zwei Gründe führt Manager Michael Matejka für die Wackel-Abwehr an. Zum einen habe man gegen die Reserven der Profi-Vereine teils heftige Klatschen kassiert. „Zum anderen mussten wir hinten permanent umstellen.“ So verkündete der langjährige Abwehrchef Quirin Löppert im September seinen Abschied; dazu kamen etliche Verletzungen. So fehlen auch in Illertissen nicht nur Sebastian Kneißl (Syndesmoseband) und Steven Toy (Nasenbeinbruch), sondern auch Rafael Mayer, der sich im Training den Meniskus angerissen hat.

Ebenfalls nicht mitwirken darf Bernd Häfele: Der Mittelfeldmann holte sich gegen Seligenporten in der 89. Minute (!) die fünfte Gelbe Karte ab. Für ihn könnte Marcello Fiorentini auflaufen, den der Trainer zuletzt zum Bankdrücker degradierte. „Er ist einer der fünf besten Spieler der Liga auf seiner Position“, hatte Elfinger die Verpflichtung kurz vor Saisonstart noch bejubelt. Inzwischen ist die Begeisterung abgekühlt: In den vergangenen vier Partien stand Fiorentini nur 19 Minuten auf dem Feld.

So dürfte Elfinger auch am Samstag eher zum defensivstärkeren Sebastian Paul tendieren, um das gefürchtete Illertissener Kombinationsspiel zu unterbinden. Das gelang zuletzt kaum einem Gegner: Zehn Spiele in Folge hat der FVI gewonnen und sich auf Tabellenplatz zwei geschoben. „Das ist die stärkste Amateurmannschaft“, stellt Matejka klar. „Aber vielleicht ist genau das unser Vorteil. Denn dort können wir befreit und ohne Druck aufspielen.“

Voraussichtliche Aufstellung: Lehner, Welzmüller, Siedlitzki, Steimel, De La Motte, Ünver, C. Schmitt, Paul, Ammari, Ebeling, Karg.

Quelle: fussball-vorort.de

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