Vereinsboss will in die Regionalliga

Konny Höß in Topform: "Fußballer sind schon Bazis"

Blickt auf eine zufriedenstellende Hinrunde zurück: Vereinspräsident Konrad "Konny" Höß.
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Blickt auf eine zufriedenstellende Hinrunde zurück: Vereinspräsident Konrad "Konny" Höß.

FC Pipinsried - Er ist eine Vereinsikone, aber eine knallharte. Pipinsried-Präsident Konrad Höß lässt seinen Worten fast immer Taten folgen. Einen Traum konnte er sich allerdings noch nicht erfüllen: Den Aufstieg in die Regionalliga. Der liegt aber auch nicht nur in seinen Händen.

Aktuell befindet sich die Mannschaft von Spielertrainer Fabian Hürzeler auf dem dritten Tabellenplatz. Mit 38 Punkten und zwei Spielen weniger ist Pipinsried der ärgste Verfolger des Tabellenduos Pullach und Unterföhring. Nachdem man zweimal in der Relegation gescheitert war, will es der Bayernligist nun endlich wissen. Der Mission Aufstieg schreitet Vereinspräsident Konrad Höß durchgehend optimistisch entgegen: "Ich bin immer positiv. Mein ganzes Leben schon. Ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende der Saison oben mit dabei stehen werden." Die entsprechenden Vorkehrungen für eine mögliche Regionalliga-Saison treffe man bereits. "Die Unterlagen sind alle da. Wir haben noch bis zum 31.März Zeit." 

Trotz der geringen Zahl von 500 Einwohnern erfüllt der Dorfclub sämtliche Auflagen für die höchste Amateurliga Bayerns. "Wir haben das bereits zwei mal mitgemacht. Das ist alles überhaupt kein Problem", stellt Höß klar. "Außer der BFV hat innerhalb der letzten zwei Jahre nochmal seine Regularien geändert" scherzte der 76-Jährige auf Nachfrage von Fussball Vorort. Nachdem die Stadt nun die Parkplatz-Regelung zugunsten des FC Pipinsried geändert hat, wäre man für eine Regionalliga-Spielzeit optimal aufgestellt. 

"In Pipinsried muss ich um eine Flasche Wein betteln"

Jetzt muss es also nur noch die Mannschaft richten. Mit der Qualität des Kaders sei Höß allerdings nicht ganz so zufrieden: "Es gibt fünf bis sechs Spieler, die das hier alles nicht ernst nehmen. Deswegen haben wir vor Weihnachten auch nochmal nachgelegt".

In der Tat, mit Josip Juricev hat sich der FC Pipinsried einen namenhaften Spieler für die eigene Offensivreihe gesichert. Unterstützt werden soll er in Zukunft von Simon Fischer. Das Stürmertalent kommt vom Bezirksligisten Hollenbach und hatte mit 18 Toren in der Hinrunde auf sich aufmerksam gemacht. Ein Bild von Beiden konnte sich Höß am vergangenen Dienstag machen, als der FC Pipinsried die Vorbereitung auf die Rückrunde startete. Dabei scheinen ihm die winterlichen Temperaturen weniger auszumachen, als der Mannschaft: "Jetzt hat mir ein guter Freund endlich den Rasen frei geräumt und jetzt wollen die nicht trainieren, weil Ihnen der Platz zu hart ist. Das sind schon solche Bazis, die Fußballer."

Was ein Aufstieg für Konrad Höß bedeuten würde, ist unvorstellbar: "Ich wollte mein ganzes Lebens immer so hoch hinaus wie möglich. Ich arbeite jetzt schon fast 50 Jahre für den Verein. Bald ist mein eigenes, kleines Jubiläum." Und obwohl der Rentner in ganz Bayern bekannt ist, wie er selbst sagt, muss er auch nach 50 Jahren noch für alles kämpfen. Sogar für die Preise bei der alljährlichen Weihnachts-Tombola: "In Pipinsried muss ich um eine Flasche Wein betteln. Und die ist dann auch noch abgelaufen." Einen Aufstieg feiert man ja bekanntlich mit ein paar Flascherl Bier und das läuft normalerweise nicht so schnell ab.

Text: Philipp Burde

 

 

Quelle: fussball-vorort.de

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