Frank Schmöller über seinen Wechsel vom SV Pullach zu 1860 München

Schmöller: „Die spannendste Aufgabe meiner Karriere“

So schnell kann’s gehen: Am vergangenen Wochenende wurde Frank Schmöller(r.) vom SV Pullach noch mit Blumen verabschiedet, kurz danach sickerte sein Wechsel zum TSV 1860 München durch. F: Robert Brouczek

Die Zeit für Frank Schmöller beim SV Pullach ist vorbei. Eine Auszeit gönnt sich der Raben-Coach aber nicht. Im Interview spricht der Raben-Coach über seine neue Aufgabe beim TSV 1860.

Nach fünfeinhalb Jahren beim SV Pullach, wo er erst vor wenigen Tagen verabschiedet wurde, wollte sich Fußballtrainer Frank Schmöller eigentlich eine Auszeit gönnen, aber die fällt nun doch kürzer aus als gedacht: Der 52-Jährige wechselt zum TSV 1860 München, um dort das U?21-Team auf höhere Aufgaben vorzubereiten (wir berichteten). Im Interview spricht Schmöller, der den SV Pullach 2017 zur Bayernliga-Meisterschaft geführt und mit den Isartalern drei Rang zwei belegt hatte, über die neue Herausforderung.

Was bedeutet es Ihnen, künftig Löwen-Trainer sein zu dürfen?

Der TSV 1860 ist die spannendste Aufgabe meiner Trainerkarriere. Ich freue mich riesig darauf und werde alles dafür geben, für die sportliche Entwicklung der Spieler einen entscheidenden Beitrag leisten zu können. Ich habe bei den Löwen sehr nette, vor allem aber auch sehr gute Menschen kennengelernt. Ich freue mich riesig, hier arbeiten zu dürfen.

Sie arbeiten seit Jahren erfolgreich im gehobenen Amateurfußball. Warum erfolgte der Schritt zu einen Profi-Klub so spät?

Ein loser Kontakt bestand schon länger. Aber dieses Jahr hat es einfach perfekt gepasst. Der TSV 1860 stellt die zweite Mannschaft anders auf. Wir trainieren künftig am Abend ab 18 Uhr. Das kommt mir und meiner Arbeit sehr entgegen.

Sie gelten als harter Hund und haben immer auf gestandene Spieler gesetzt, um Ihre Ziele zu erreichen. Wird es eine Umstellung, künftig auf die Förderung der Talente zu setzen?

Gar keine Frage. Aber ich kann davon nur profitieren. Ich habe noch nie mit so einer jungen Mannschaft gearbeitet. Das ist für mich eine neue Herausforderung. Aber man sollte auch nicht vergessen: Ich habe in der Vergangenheit immer wieder gute, junge Spieler eingebaut. Florian Niederlechner (unter Schmöller Spieler beim FC Ismaning, inzwischen Bundesligaprofi beim SC Freiburg und ab Juli beim FC Augsburg; d. Red.) ist nur ein Beispiel von vielen.

„Der TSV 1860 II ist ein gewaltiges Sprungbrett“

Was ändert sich für Sie künftig als Trainer? Bei Pullach war die Zielsetzung immer, den Titel zu holen.

Puh. Das muss ich ein Stück weit differenzierter beantworten. Ich werde mich anpassen, aber nicht umstellen. Als Trainer bleibe ich der gleiche. Was bedeutet es konkret, junge Spieler auszubilden? Ich muss ihnen als Trainer den Hunger nach Erfolg und die Leidenschaft für den Sport vermitteln. Das muss ein wichtiger Teil ihrer Ausbildung sein. Rein vom Tabellenplatz her wird es schwer, ähnliche Ziele zu verfolgen, wie wir sie bei Pullach hatten. Ich kann nicht sagen, wir wollen mindestens die Vizemeisterschaft. Ich arbeite jetzt unter anderen Voraussetzungen und möchte Talente entwickeln. Aber ich werde jedem Spieler weiterhin vermitteln, dass ich jedes Spiel gewinnen möchte. Und so werden wir auch arbeiten.

Beim TSV 1860 ist alles im Umbruch. Noch steht nicht mal fest, mit welchem Kader die erste Mannschaft antritt. Bei der zweiten Mannschaft sieht es nicht anders aus.

Ich sehe das als große Chance. Wir sind gerade dabei, einen Kader zusammenzustellen. Aber diese Mannschaft bietet jungen Spielern eine unglaublich tolle Chance. Der Weg zu den Profis war für junge Talente noch nie so kurz. Der TSV 1860 II ist ein gewaltiges Sprungbrett.

Schmöller: „Will meinen Beitrag zur sportlichen Entwicklung leisten“

Sie haben genug erfahrene Spieler trainiert oder erlebt, die eine junge Mannschaft auf dem Platz anführen können. Welchen Spieler aus dem Amateurbereich holen Sie zu 1860 II?

Natürlich schaue ich mich um. Wir brauchen in der Mannschaft auch Spieler mit Bayernliga-Erfahrung, die eine junge Mannschaft führen können. Ich habe bereits einige Spieler im Kopf. Der TSV 1860 II könnte eine sehr interessante Mannschaft werden.

Sie waren selbst Profi beim Hamburger SV. Was verbinden Sie mit dem TSV 1860 München?

1860 ist für mich ein Verein mit viel Tradition. Hier arbeiten viele Menschen, die Liebe für Verein und Sport empfinden. Es macht mich unglaublich stolz, ein Teil davon sein zu dürfen. Ich will meinen Beitrag zur sportlichen Entwicklung leisten. Talente, die in der ersten Mannschaft nicht regelmäßig dran kommen, sollen bei mir Spielpraxis sammeln und sich an die Spielhärte im Herrenfußball gewöhnen. Wenn ich für den Erfolg des Vereins einen kleinen Teil beitragen kann, macht mich das glücklich.

Das Interview führte Christoph Seidl.

Quelle: fussball-vorort.de

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