Andreas Eder und Straubing verpassen Sensation gegen Adler Mannheim

Andy Eder und Straubing scheitern an Mannheim: Wenn Zweifel zu Angst werden

Ein Tor und ein Assist gelangen Andreas Eder (M.) in den drei Partien im Playoff-Viertelfinale der DEL gegen die Adler Mannheim. Jetzt richtet er seinen Blick auf die Weltmeisterschaft in Lettland.
+
Ein Tor und ein Assist gelangen Andreas Eder (M.) in den drei Partien im Playoff-Viertelfinale der DEL gegen die Adler Mannheim. Jetzt richtet er seinen Blick auf die Weltmeisterschaft in Lettland.

Die Sensation war zum Greifen nahe, doch der Miesbacher Eishockey-Profi Andreas Eder und die Straubing Tigers sind im Playoff-Viertelfinale der DEL an den Mannheimer Adlern gescheitert.

Miesbach/Straubing – Keine Führung ist sicher, das ist eine Eishockey-Floskel. Aber hinter jeder Floskel steckt ja auch eine Wahrheit. Zu sehen war das in Spiel drei der Viertelfinal-Serie zwischen den Adlern Mannheim und den Straubing Tigers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Tigers um den Miesbacher Andreas Eder führten zehn Minuten vor Schluss mit 3:0. Aber keine Führung ist sicher. Mannheims Trainer Pavel Gross nahm bei zwei Überzahlsituationen den Torwart vom Eis, zu diesem frühen Zeitpunkt ist das ungewöhnlich. Der Schachzug ging auf, Mannheim verkürzte mit sechs Feldspielern und ohne Torwart auf 2:3, erzielte anschließend den Ausgleich und gewann das Spiel in der Verlängerung mit 4:3.

„Ich glaube, wir hatten Angst vor dem Gewinnen“, sagt Andy Eder. Angst ist wahrscheinlich das richtige Wort. Denn die Straubing Tigers zeigten vorher ein sehr gutes Playoff-Spiel, waren aggressiv und mutig. „Wenn wir das durchgezogen hätten, hätten wir bessere Chancen gehabt“, meint Eder. Aber seine Mannschaft wirkte ab dem ersten Gegentor wie gelähmt und in dieser Hinsicht war das Spiel wohl ein Paradebeispiel dafür, wie es in den Playoffs laufen kann.

Eder hofft auf WM mit Nationalmannschaft

Eine Mannschaft, die selbstbewusst auftritt und scheinbar alles im Griff hat, fängt beim ersten Rückschlag zu grübeln an, beim nächsten kommen Zweifel auf und irgendwann schlägt es in blanke Angst um. „Nach dem 1:3 war’s bei uns auf der Bank ganz schnell leise“, sagt Eder.

Der 25-Jährige holte gestern seine Tasche aus der Kabine, statt der greifbar nahen Halbfinal-Teilnahme ist die DEL-Saison für Straubing vorbei. So schnell geht es in einer Best-of-Three-Serie. Eder fand trotzdem versöhnliche Worte: „Mannheim hat Klasse auf dem Eis, wir haben ihnen die Stirn geboten.“ Ganz besonders er selbst. Eder spielte eine starke Serie und trieb seine Mannschaft immer wieder an. Der Hauptrunden-Topscorer der Straubing Tigers war auch in den Playoffs ein wichtiger Faktor. „Für mich war es eine Steigerung zur Saison davor, aber ich habe immer noch Luft nach oben“, meint er selbst.

Am liebsten würde Eder jetzt noch ein paar Wochen weiter Eishockey spielen, schließlich bereitet sich die deutsche Nationalmannschaft in Nürnberg gerade auf die Weltmeisterschaft vor. Bis Sonntagabend war noch nicht offiziell, ob Eder nachnominiert wird. Aber nach seiner starken Saison ist der Miesbacher ein heißer Kandidat – mindestens einmal für die Vorbereitung, vielleicht auch für den endgültigen WM-Kader. „Ich hoffe, dass ich die Chance bekomme, auch international zu zeigen, was ich draufhabe“, sagt Eder. Mit seiner Fähigkeit, die Scheibe am Schläger nach vorne zu bringen, passt Andy Eder optimal in die Spielphilosophie von Bundestrainer Toni Söderholm. Das Trikot mit dem Tiger hat Eder für diese Saison ausgezogen. Das mit dem Adler sollte eigentlich schon bereit liegen.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare