Dylan Gyori: Bis zum letzten Hemd!

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Dylan Gyori.

München - Er hatte alles gegeben – zum Schluss sogar das letzte Hemd. Dylan Gyori, Top-Stümer der Bundesliga, hatte sich beim 3:2 n.V. Erfolg seiner Mannschaft im Derby gegen die Landshut Cannibals wie so oft von seiner Sonnenseite gezeigt.

Er ließ sich durch Schiedsrichterentscheidungen nicht in Rage bringen. Er wollte auch dem Schiedsrichter nicht an den Kragen, wie sein Trainer Pat Cortina oder Manager Christian Winkler. Er konzentrierte sich auf das, was er am besten kann: Tore schießen!

Landshut führte 1:0, dann kam Gyori und schenkte den Kannibalen innerhalb von 80 Sekunden einen Treffer ein und legte den zweiten vor. Doch damit nicht genug! Um den Spielstand von 2:1 zu verteidigen warf er sich bei eigener Unterzahl in einen brachialen Schlagschuss und kämpfte mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen. Und durfte dafür zum Schluss nicht mit seiner Mannschaft feiern! Bei seinem beherzten Einsatz schwang er seinen Schläger zu hoch, aus dem Gesicht seines Gegners rann Blut – und Gyori (wie zuvor Lavallee) musste eine fünfminütige Strafe plus Spieldauerstrafe absitzen. „Bei Dylan Gyori war es nie und nimmer Absicht. Darf man denn nicht mehr kämpfen? Und wenn das Ganze so klar erkennbar ist, dann tun es auch zwei plus zwei Strafminuten“, wetterte Cortina nach dem Match.

Und was macht Gyori? Er schlendert mit einem Handtuch um die Lenden und einer halb gegessenen Orange in der Hand aus der Kabine und meint: „Wieso lachendes und weinendes Auge? Wir haben gewonnen, das ist alles, was zählt.“ Ein 100-Prozent-Profi! Auch wenn er zugibt: „Vielleicht stinkt es mir am nächsten Wochenende in Schwenningen, wenn ich beim Spitzenspiel gesperrt bin.“ Ob Gyori auch in der nächsten Saison an Bord bleibt – eventuell sogar in der DEL? „Ich möchte wieder für München spielen“, sagt er. Bessere Bewerbungsschreiben gibt es nicht, als solche Spiele.

Matthias Würfl

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