Andreas Eder trifft fürs Nationalteam im Finale des Deutschland Cups gegen Lettland

Andreas Eder trifft für Deutschland

Andreas Eder traf im Finale gegen Lettland.
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Andreas Eder traf im Finale gegen Lettland.

Seit März wartet Andreas Eder auf Spielpraxis. Jetzt durfte er zumindest mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft aufs Eis - und traf im Finale des Deutschland Cups gegen Lettland.

Miesbach/Krefeld – Für Eishockey-Profis in Deutschland ist es derzeit etwas Besonderes, wenn sie spielen dürfen. Die Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wurde im März abgebrochen, die Auswirkungen des Coronavirus haben einen Start der nächsten Saison bis jetzt verhindert – im Gegensatz zu den tieferen Profiligen DEL2 und Oberliga. Umso wichtiger war es, dass am vergangenen Wochenende wieder einmal Eishockey auf ganz hohem Niveau gespielt wurde.

Beim Deutschland Cup in Krefeld trat die Nationalmannschaft gegen das Top Team Peking – einem Team mit jungen deutschen Profis – und Lettland an (wir berichteten). Mit dabei: der Miesbacher Andreas Eder. „Es war geil, wieder Hockey zu spielen. Ich habe mich wahnsinnig eingerostet gefühlt, aber das ist bis zu einem gewissen Punkt normal“, sagt er. „Für die ganzen Faktoren außen herum hat es gepasst. Aber unter normalen Umständen wäre ich sauer gewesen über meine Leistung.“

Der Miesbacher spielt nach Stationen in München und Nürnberg in der DEL mittlerweile für die Straubing Tigers – wobei: „Spielen“ ist das falsche Wort. Der 24-Jährige wartet darauf, dass er endlich die erste Partie für seine neue Mannschaft bestreiten darf.

Beim Deutschland Cup holte sich Eder Spielpraxis, Ablenkung und ein Erfolgserlebnis: Er erzielte am Sonntag im Finale gegen Lettland das Tor zur 1:0-Führung. Eder hielt seinen Schläger in einen scharfen Pass des Ingolstädters Tim Wohlgemuth und fälschte die Scheibe zur Führung für Deutschland ab –sein viertes Tor im zehnten Länderspiel. Für den Sieg reichte es allerdings nicht. Die Letten drehten das Spiel und gewannen mit 3:2 nach Verlängerung.

Ob das Turnier auch ein Startschuss für das deutsche Eishockey war, ist weiter unklar. Ab morgen treten acht der 14 DEL-Mannschaften beim Magenta Sport Cup an, einer Art Vorbereitungsturnier auf die neue Saison. Nicht mit dabei: die Straubing Tigers, Andi Eders Team.

Am 19. November soll die endgültige Entscheidung fallen, ob und wie die eigentliche Saison in der DEL über die Bühne gehen wird. Momentan visieren die Klubs, die extrem abhängig von Zuschauereinnahmen sind und deswegen bisher den Spielbetrieb nicht aufgenommen haben, die zweite Dezemberhälfte für den Saisonstart an.

Andi Eder hält sich bereit und geht in Straubing mindestens dreimal die Woche aufs Eis. Er ist nicht – wie andere Eishockeyprofis – in 100-prozentiger Kurzarbeit. „Im Moment gehe ich davon aus, dass wir in Straubing eine Saison spielen“, sagt er. „Aber es ändert sich ja auch fast jeden Tag etwas.“ Die Ungewissheit, sie ist im Eishockey derzeit ständiger Begleiter.

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