Hagi, Gogi, Grubi, Kinki - Eishockey im Spitznamenwahn

Marco Sturm sprach über seine beiden nachnominierten Spieler aus der NHL, über Leon Draisaitl und Philipp Grubauer. Er sagte: „Der Leon und der Grubauer.“ Das klang nach Nähe zu dem einen und Distanz zum anderen. War aber gewiss nicht so gemeint. Die Vermutung: Ihm fiel Grubauers Vorname nicht ein, weil den Rosenheimer halt niemand Philipp nennt. Er ist: Grubi. Im nächsten Satz sagte Sturm dann auch: „Der Leon und der Grubi.“

Im deutschen Eishockey fällt diese Spitznamentechnik auf. Es gibt sie in zwei Varianten. A: das Ergänzen des kompletten Nachnamens mit einem Verniedlichungs-i. Wir haben Sturm (Sturmi?) folgende Namen sprechen hören: Greissi (Thomas Greiss), Kinki (Marcus Kink), Schützi (Felix Schütz), Reimi (Patrick Reimer), Wolfi (David Wolf – nicht zu verwechseln mit dem aus der Nationalmannschaft zurückgetretenen Michael „Michi“ Wolf bzw. Wolfi). B. und besonders anspruchsvoll: die Verknappung des Nachnamens auf den Wortstamm, ehe das -in angehängt wird. Beispiel Patrick Hager. Hager wird auf Hag- reduziert, das -i dazu, schon haben wir den Hagi. Das ist auch die Methode, um von Grubauer zu Grubi zu kommen. Philip Gogulla ist bei Sturm „Gogi“ – eine kunstvoll anmutende Form. Newcomer Frederik Tiffels läuft sowohl unter Tiffi als auch Freddie, bei den Seidenberg-Brüdern glauben wir, ein „Seide“ vernommen zu haben.

Es ist nicht nur Sturm-Sprache. Auch DEB-Präsident Franz Reindl haben wir ertappt. „Der Baki schwitzt so, wie es als Spieler nie geschwitzt hat.“ Bei Baki handelt es sich um Ex-Nationalmannschafts-Kapitän Nichael Bakos, der nun alle Organisationsfragen rund um die 16 Teams regeln muss. Und wenn wir in die Liga und nach München schauen: EHC-Manager Christian Winkler ist in der Szene kein anderer als „der Winki“. Schließlich das Fernsehen, bei dem Erich Goldmann als Experte die Spiele erklärt. Zu seiner Spielerzeit nannte man ihn Rick – und nun liegt uns ein Sport1-Ablaufplan vor, in dem er wie heißt? Goldi.

Sperrige Fälle im aktuellen Sturm-Team sind Aus den Birken (wenigstens trägt er den Vornamen Danny), Justin Krueger und Christian Ehrhoff (Kruegi und Ehri? Nein!), Konrad Abeltshauser (gut: Kony), Frank Hördler (Frankie), Brooks Macek, Gerrit Fauser, Yasin Ehliz, Dominik Kahun (unlösbar). Ein cooler Außenseiter ist Moritz Müller: Mo.

Wir müssten Sturm mal ein Statement zu Denis Reul entlocken, dem Verteidiger: riesengroß, massiv, schwer, entschlossenster Blick. Reuli. Wer Reul ein -i anhängt, wird mit Bandencheck bestraft. Günter Klein

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