Tod mit nur 49 Jahren

Krebs war zu stark: Eishockey-Legende Krinner stirbt in Klinik

Trainierte seit Oktober die Ravensburg Towerstars: Toni Krinner (stehend) lebte für Eishockey.
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Trainierte seit Oktober die Ravensburg Towerstars: Toni Krinner (stehend) lebte für Eishockey.

Ravensburg - Toni Krinner ist tot. Die Eishockey-Legende erlag einem Krebsleiden. Dabei hatte er die Krankheit einst fast besiegt, stieg wieder ins Trainergeschäft ein.

Vom Eishockey wollte sich Toni Krinner nicht abhalten lassen. Auch nicht durch eine schwere Erkrankung. Als er glaubte, den Krebs besiegt zu haben, war er froh, wieder zu seiner Mannschaft zurückkehren zu können. Erst Landshut, dann Kaufbeuren, zuletzt die Ravensburg Towerstars. „Er war ein extremer Kämpfer“, sagt Andreas Brockmann, Krinners bester Freund und derzeit Trainer des ESV Kaufbeuren. „Er war auf einem guten Weg.“ Doch letztlich verlor der Tölzer das Gefecht gegen die heimtückische Krankheit: Mittwochnacht starb Krinner an Leber- und Nierenversagen, erlag letztlich dem Lymphdrüsenkrebs. „Wir haben einen Guten verloren“, sagt Brockmanns Cousin Florian Funk, der ebenfalls mit Krinner aufwuchs.

Die drei verbrachten ihre Jugend zusammen, spielten Eishockey im Nachwuchs, auch später, als sie es in die DEL geschafft hatten. Krinner stürmte unter anderem für Augsburg, Kassel, Heilbronn und beim EC Bad Tölz. Ab 1995 übernahm er etliche Trainer-Stationen. „Und überall war er gut“, meint Funk. Als Mensch nicht immer bequem, aber immer geradeheraus: „Auf ihn war Verlass“, sagt Funk. „Toni war immer offen und ehrlich, hat immer die Wahrheit gesagt, auch wenn er damit angeeckt ist“, bestätigt Brockmann.

Krebsdiagnose im Sommer 2015

Im Sommer 2015 bekam Krinner die Krebsdiagnose. Er zog sich lange auf seine Jagdhütte im Wald zurück und beschloss, den Kampf gegen die Krankheit aufzunehmen. Anfangs lief es gut, die Chemotherapie schlug an, Ende Oktober 2016 ersetzte Krinner bei den To­werstars den entlassenen Trainer Dany Naud. „Ich bin zu 100 Prozent fit“, hatte der Tölzer damals versichert. Doch der Krebs erwies sich als sein heimtückischster Gegner. Dennoch sicherte der 49-Jährige der Mannschaft den Klassenerhalt, obwohl er wohl seit Wochen starke Schmerzen hatte.

Dann ging es nicht mehr. Krinner kam ins Krankenhaus, wo ihn seine Familie noch am Mittwochabend besuchte. Die Nacht überstand er nicht. Im April wollte er seine Lebensgefährtin heiraten. „Es ist verdammt hart, dass er so früh gehen musste“, sagt Brockmann und ringt um Worte. Krinner hinterlässt seine Lebensgefährtin samt kleiner Tochter sowie vier weitere Kinder - teilweise aus erster Ehe in Bad Heilbrunn.

Nick Scheder

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