Sportdirektor schimpft über Unterbringung

Eishockey-WM: Deutschland zieht Ass aus dem Ärmel - NHL-Star Kahun muss aber noch warten

Vancouver Canucks - Chicago Blackhawks: Dominik Kahun, deutscher Nationalspieler, im Duell mit Tyler Motte.
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Oft nicht zu halten: Dominik Kahun - vor seinem ersten WM-Einsatz muss sich der NHL-Star nun aber etwas gedulden.

Dominik Kahun verstärkt das DEB-Team bei der WM in Riga. Die Verantwortlichen hoffen, dass der NHL-Star schon gegen die USA eingreifen kann.

Riga - Die Attraktion, die die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft herbeigesehnt hatte, konnte sie am spielfreien Donnerstag endlich kennenlernen: Eine Sanddüne, 35 Busminuten vom Hotel in Riga entfernt. Die Fahrt dorthin mit Polizeieskorte, um die Bubble aufrechtzuerhalten. An einem Pavillon war an der frischen Luft ein kleines Catering aufgebaut, man konnte „die Seele baumeln lassen“, so Sportdirektor Christian Künast. Getroffen hat man keinen Menschen, der nicht zur Blase dazugehören würde, der Ausflugsort war sozusagen Sperrgebiet.

Eishockey-WM: Mini-Ausflug schon Attraktion - Unterbringung für DEB-Team „lebenseinschränkend und belastend“

Ja, so lebt es sich bei dieser Eishockey-Weltmeisterschaft* in Riga. Zwar wird es wohl so kommen, „dass ab Sonntag auch Zuschauer zugelassen werden“, sagte Franz Reindl, deutsches Mitglied im Council des internationalen Verbandes IIHF, doch für die Spieler sind die Regelungen strikt. Ihr Leben spielt sich ab: in der Eishalle, im Bus, auf den Hotelzimmern. Zwar gibt es einen Meeting­raum, in dem gegessen wird und in dem eine Tischtennisplatte und ein Kicker stehen, doch der Aufenthalt hier soll limitiert werden. „Es ist lebenseinschränkend und belastet jeden“, so Sportdirektor Christan Künast. Dass nun aus der NHL Dominik Kahun eingeflogen ist, bewertet Reindl als „etwas Neues, Frisches für den Alltag“.

Kahun stößt zur Nationalmannschaft: Noch keinen Kontakt zu Mitspielern - erster WM-Einsatz gegen die USA?

Wobei es zu einem direkten Kontakt zwischen Kahun (25) und Mitspielern noch nicht gekommen ist. In der Nacht von Montag auf Dienstag war Kahun mit seinen Edmonton Oilers in Winnipeg aus den Playoffs der NHL ausgeschieden, „um fünf Uhr früh bin ich in Edmonton gelandet und hatte nur wenige Minuten Zeit, zu entscheiden, ob ich zur WM will“. Sechs Stunden später begann schon die Reise: Edmonton – Montreal – Frankfurt – Riga. Ankunft im Hotel um 13 Uhr. Dort sofort die vorgeschriebene Einzelisolation. Kahun ließ sich ein Fahrrad aufs Zimmer bringen, war am Mittwoch aber „noch zu kaputt, um es zu nutzen“.

Wenn der Zeitplan aufgeht, könnte er im übernächsten Spiel, Montag gegen die USA*, auflaufen. An diesem Tag hat er den letzten PCR-Test, es wird entscheidend sein, wann das Ergebnis vorliegt.

Eishockey-WM: NHL-Star Kahun ist gerne gekommen - „ein besonderer Teamgeist“

Er ist gerne gekommen, weil er immer Kontakt gehalten hat und spürt, „dass ein besonderer Teamgeist herrscht“. Die Saison mit Edmonton ist vorbei, sein Vertrag dort auch. Sein Freund Leon Draisaitl hingegen ist noch damit beschäftigt, Rede und Antwort zu stehen nach einer verheißungsvollen Saison, die in einer Playoff-Demütigung endete: vier Niederlagen gegen Winnipeg.

Man ist glücklich, Kahun bekommen zu haben. Man hat auch Bedarf, weil Lukas Reichel nach dem 2:3 gegen Kasachstan auszufallen droht. Und noch ist das Viertelfinale nicht sicher, ein Sieg aus den Spielen gegen Finnland, die USA und zum Abschluss am Dienstag gegen Gastgeber Lettland ist noch notwendig. (Günter Klein) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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