Eishockey Bezirksliga 3

Überragender Henn und effizientes Powerplay

So jubelt der Kapitän: Christian Schönmoser erzielt den Treffer zum 2:1, der erste Überzahl-Streich der Farchanter.
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So jubelt der Kapitän: Christian Schönmoser erzielt den Treffer zum 2:1, der erste Überzahl-Streich der Farchanter.

Garmisch-Partenkirchen - Der TSV Farchant gewinnt auch das zweite Werdenfelser Bezirksliga-Derby – Starke Mittenwalder treffen das Tor nicht bei der 1:5-Niederlage

Nach dem Spiel musste er sich erst einmal etwas abkühlen, draußen vor dem Stadion. Benjamin Henn hatte wahrlich viel zu tun bekommen in heißen 60 Minuten zuvor auf dem Eis. Der Torhüter des TSV Farchant avancierte vor sensationellen 2083 Zuschauern zum Matchwinner für sein Team im Bezirksliga-Derby. Seine Vorderleute wirkten am Ende ein wenig platt, also warf er sich dem Sturmlauf des EV Mittenwald entgegen, den die Gäste im Schlussabschnitt starteten. Letztlich aber ohne Erfolg. An Henn gab es kein Vorbei. Farchant siegte 5:1.

„Er war übermächtig“, würdigt auch EVM-Trainer Christian Mayr. Dabei sah es zunächst gar nicht so aus, als würde es der Abend des Goalies werden. „Wenn du nach nicht mal 30 Sekunden das 0:1 kassiert, denkst du nicht, dass es so läuft“, räumt er ein. Am Ende aber „hat es viel Spaß gemacht“. Reihenweise brachte der 30-Jährige die Mittenwalder zum Verzweifeln. Schon während der ersten 40 Minuten, in denen sich die Farchanter auch dank Henns Paraden eine komfortable 4:1-Führung erarbeiteten. Mal wieder war es das Überzahlspiel des TSV, das der EVM nicht in den Griff bekam. Nach dem frühen 1:0 mit dem ersten Angriff durch Korbinian Gallenberger glich zunächst Maximilian Reindl nach einem Konter für die Gastgeber aus. Das war’s mit Treffern bei fünf gegen fünf. Drei Powerplay-Situationen nutzten die Farchanter, um sich das Polster aufzubauen. Zweimal lief es nach dem gleichen Strickmuster: Schuss oder Schlenzer von der blauen Linie, Abstauber von Sascha Velten, der am Ende auch das 5:1 noch in Unterzahl erzielte. Einen Schlagschuss wuchtete Kapitän Christian Schönmoser direkt in den Kasten.

Endstation Henn: Nicht nur EVM-Stürmer Thomas Albrecht fand im Farchanter Torhüter seinen Meister.

Auch Mittenwald bekam zahlreiche Überzahl-Gelegenheiten, traf aber wie schon im Heimspiel nicht. „Farchant hat da einfach die Spieler mit mehr Erfahrung, das macht viel aus“, sagt Mayr. „Bei uns fehlt immer ein kleiner Tick.“ Aber er wollte seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen. „Wir haben uns gegenüber dem ersten Spiel enorm gesteigert“, stellt er klar. „Wir waren bissiger, kompakter, haben nicht so viel zugelassen.“ Und am Ende hatten die Mittenwalder augenscheinlich auch noch mehr Kraft in den Beinen. Denn mit ihrer Laufstärke brachten sie die Farchanter einige Male in arge Bedrängnis und Verlegenheit. Die aber hatten ihren Torhüter. „Tja, und am Ende gewinnt halt einfach der, der mehr Tore schießt“, resümiert Mayr ganz einfach. „Für uns war der Kasten oft wie vernagelt.“ Ein Fakt, den auch EVM-Stürmer Thomas Albrecht schweren Herzens zur Kenntnis nehmen musste: „Ich brauche einfach ein Fußballtor“, sagt der Torjäger der Krüner Kicker hinterher und lachte.

Auf Farchanter Seite hielt sich die Begeisterung über die eigene Leistung stark in Grenzen. „Ich weiß auch nicht, was los war“, rätselte Routinier Christian Völk. Jürgen Reindl, der erst einmal den Trainerposten übernommen hat, analysiert deutlich: „Mittenwald ist defensiv sehr tief und gut gestanden, einige sind auch an ihre konditionellen Grenzen gekommen, und bei uns haben sich manche das offenbar ein bisschen leichter vorgestellt.“ Dabei habe er schon in Vorfeld eindringlich gewarnt: „Es war klar, dass Mittenwald viel stärker sein würde, daheim war das Team vor der Kulisse vielleicht ein wenig gehemmt.“ Daher ärgerte ihn auch das frühe 0:1 nicht sonderlich. „Da wussten gleich alle, was los ist.“ Herausheben wollte Reindl am Ende einen Mann wie Völk. „Dass er sich, als ehemaliger Zweitligaspieler, wenige Minuten vor Schluss in einen Schuss wirft, sollten sich mal einige als Vorbild nehmen.“

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