Steve Pinizzotto

Neues Revier für den Sheriff

+
Der Sheriff von München: Steve Pinizzotto.

München – Vor einer kleinen Schlägerei hat sich Steve Pinizzotto in den vergangenen drei Jahren eigentlich nie gedrückt. Für den EHC München sammelte er in 141 Spielen in der Deutschen Eishockey-Liga genau 500 Strafminuten. Er testete die Grenzen gerne aus, und nicht selten überschritt er sie auch. Im Halbfinale checkte er den Mannheimer Matthias Plachta brutal gegen den Kopf. Die Liga sperrte ihn für fünf Spiele, später ermittelte die Staatsanwaltschaft. Als Pinizzotto im vergangenen September auf den Wolfsburger Sebastian Furchner einprügelte, sagte dessen Teammananger Karl-Heinz Fliegauf: „Einen Spieler, der sich solche hirnlosen Aktionen leistet, möchte ich in meiner Mannschaft nicht umsonst haben.“

Mark Mahon sieht das anders. Der Sportdirektor der Kölner Haie hat Pinizzotto, 34, gestern in seinen Kader aufgenommen. „Wir wissen, dass er polarisiert“, sagte Mahon, „aber Steve zählt für uns zu dem klassischen Spielertyp, den man lieber in der eigenen Mannschaft hat, als gegen ihn zu spielen.“

Ein Lob, das nicht nur auf Pinizzottos Kampfkunst anspielt. In drei DEL-Jahren hat der Deutsch-Kanadier mit dem EHC München nämlich dreimal die Meisterschaft gewonnen. Er war in dieser Zeit an 93 Treffern beteiligt (39 Tore, 54 Vorlagen), als bulliger Stürmer hielt er sich gerne vor dem Tor auf. Gemeinsam mit Steve Aucoin (hört auf) und Brooks Macek (wechselt in die NHL zu Las Vegas) bildete er eine starke Angriffsreihe.

Doch der EHC hatte schon im Januar festgelegt, den Vertrag mit Pinizzotto nicht zu verlängern. Der Verein verweigerte sich dem Willen seiner Fans. Diese hätten den Stürmer gerne behalten. Trotz der Unsportlichkeiten verehrten sie Pinizzotto, nannten ihn „Pinner“ oder „Sheriff“.

Nun zieht der Sheriff also in sein neues Revier. Dort, in Köln, verkündete Sportdirektor Mahon im April noch: „An diesem Spieler sind wir nicht interessiert.“ Vielleicht änderte er seine Meinung, als er später im TV sah, wie Pinizzotto den Meisterpokal in die Höhe streckte.

Quelle: Merkur.de

Auch interessant:

Kommentare