Robert Eder, Vater von Andreas und Tobias, spricht über das Duell seiner Söhne in der DEL

Robert Eder vor DEL-Derby seiner Söhne: „Da hab ich Puls ohne Ende“

Gemeinsam Jubeln durften Andreas (l.) und Tobias Eder beim EHC Red Bull München. Seit zwei Jahren sind sie Kontrahenten auf dem Eis. Tobias spielt für Düsseldorf, Andreas nach der Zwischenstation in Nürnberg für Straubing.
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Gemeinsam Jubeln durften Andreas (l.) und Tobias Eder beim EHC Red Bull München. Seit zwei Jahren sind sie Kontrahenten auf dem Eis. Tobias spielt für Düsseldorf, Andreas nach der Zwischenstation in Nürnberg für Straubing.

Zum ersten Mal in der aktuellen DEL-Saison treffen die Miesbacher Eishockey-Profis Andreas und Tobias Eder aufeinander. Ihr Vater Robert Eder erklärt, wie es ihm dabei geht.

Schaftlach/Miesbach – Nachdem die Mannschaften in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in der Vorrunde in zwei Gruppen eingeteilt waren, trafen die beiden Profis Tobias Eder (23) mit der Düsseldorfer EG und Andreas Eder (25) mit den Straubing Tigers in dieser Saison noch nicht aufeinander. Heute kommt es zum ersten Duell der beiden Miesbacher, beide gehen durchaus mit Selbstvertrauen ins Spiel. Andreas Eder und Straubing steigerten sich in den letzten Wochen der Vorrunde, Tobias Eder und Düsseldorf schlugen am Montag überraschend den EHC Red Bull München mit 3:2 – der Miesbacher steuerte gegen seinen Ex-Klub einen Treffer bei und bereitete einen weiteren vor.

Einen besonderen Blick auf das Bruder-Duell hat Vater Robert Eder. Der 51-Jährige wohnt in Schaftlach und ist seit 2010 Jugendleiter beim EC Bad Tölz. Im Interview erklärt er, wie er die Spiele seiner Söhne verfolgt, welche Tipps er für sie hat und warum früh klar war, dass es beide ins Eishockey zieht.

Herr Eder – ohne einen Familienstreit auslösen zu wollen – wer gewinnt heute Abend? Andreas mit den Straubing Tigers oder Tobias mit der Düsseldorfer EG?

Das wird, glaube ich, eine ziemlich enge Kiste. Wenn beide Mannschaften so spielen wie die letzten Wochen, gewinnt Straubing.

Warum?

Beide spielen in richtig guten Eishockeymannschaften. Straubing hat sich zuletzt gefangen und auch einige Male gewonnen. Die DEG hingegen hat ein bisschen die Seuche am Schläger.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie ein Spiel, in dem Ihre Söhne gegeneinander spielen, verfolgen?

Überhaupt nicht gut! Da habe ich Puls ohne Ende. Grundsätzlich ist es immer bitter, weil ich ja beiden einen Sieg wünsche und es zwangsläufig für einen schlecht ausgeht. Das ist eine richtig komische Situation.

Robert Eder

Was sagen Sie den beiden vor so einem Spiel?

Nichts anderes als sonst auch. Passt auf euch auf und haut rein. Natürlich wünsche ich mir nicht, dass sie sich angehen.

Beide betonen auch immer, dass es für sie ein relativ normales Spiel ist und es nur besonders ist, wenn sie gleichzeitig auf dem Eis stehen.

Genau. Sie werden sich aufhalten wollen, aber alles im Rahmen. Ich glaube nicht, dass sie sich über den Haufen fahren. Da sind sie auch beide nicht die Spielertypen dafür.

Wie lassen sich die Spielertypen Andreas und Tobias Eder vergleichen?

Beide haben ein kreatives Spielverständnis. Tobi ist ein bisschen mehr der Instinkt-Eishockeyspieler während Andy viel über den Kampf und mittlerweile auch über seinen Speed kommt.

Momentan würden sich beide nicht für die Playoffs qualifizieren. Warum gelingt es ihnen im letzten Drittel der Saison dennoch?

Weil beide in einem guten Team spielen und den Willen haben. Ihr Onkel und ehemaliger Trainer Heinz Grabmaier (Vater von TEV-Stürmer Michael Grabmaier, d. Red.) hat ihnen früh beigebracht, dass der Spaß von alleine kommt, wenn man gewinnt. Nach einer Niederlage können sie sich schon kurz ärgern, aber dann muss es auch gut sein.

Geben Sie Ihren Söhnen noch Tipps nach einem Spiel?

Um Gottes Willen nein! Ich kann ja überhaupt nicht Eishockey spielen (lacht). Aber wir telefonieren nach den Spielen immer und diskutieren natürlich auch über ihre Leistungen.

Mal abgesehen vom Geschehen auf dem Eis. Was geben Sie Ihren Söhnen für das Leben mit?

Prinzipiell sind das zwei anständige Burschen, die ihre Entscheidungen schlussendlich auch alleine treffen. Aber wenn Vertragsverlängerungen anstehen – oder als der Andy damals nach Kanada gegangen ist –, reden wir darüber. Aber ich werde mich hüten, ihnen da besonders schlaue Ratschläge zu geben.

Aus beiden wurden Eishockeyprofis in der höchsten deutschen Liga. Was bringen beide mit, dass sie erfolgreich sind?

Sie haben einfach einen Riesenspaß und großen Ehrgeiz. Ihre Mama ist früher fast jeden Tag mit ihnen zum öffentlichen Lauf gegangen. Wenn wir ihnen als Eltern mal Playmobil oder eine Spielzeugeisenbahn geschenkt haben, war das vielleicht zwei Stunden interessant und dann waren sie schon wieder mit den Schlägern im Garten.

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