Drei Playoff-Duelle gehen in die siebte und letzte Runde

„Wer was extra hat, gewinnt“

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Emotionen zu wecken gehört zum Job: Hans Detsch (Augsburg, unten) setzt sich dem Nürnberger Brandon Prust aus. Im Auftrag seines Trainers.

Drei Playoff-Duelle gehen in die siebte und letzte Runde: In der Mannheimer Serie gegen Berlin steht es 3:3 – wie auch bei Nürnberg – Augsburg und Köln – Wolfsburg. Der EHC München bereitete sich derweil in Ruhe aufs Halbfinale vor – der Rest fetzt sich.

München – Nach 51 Spieltagen der DEL-Hauptrunde war Mannheim Erster, München Zweiter. Am 52. und letzten Spieltag patzte Mannheim zuhause gegen Straubing, München patzte nicht und zog vorüber. Platz eins erweist sich als richtig was wert in den Playoffs. Der EHC München wurde mit einem Viertelfinale gegen die Bremerhavener Pinguins belohnt, die weit über ihr Saisonziel hinausgeschossen waren und ihre Ambitionen auf mehr auf den langen Busstrecken zwischen Nord und Süd verloren. Die Adler Mannheim hingegen bekamen es mit den Eisbären Berlin zu tun, die einige Verletzte wieder zur Verfügung hatten und sich noch zwei Neuzugänge aus Übersee gönnten. In der Mannheimer Serie gegen Berlin steht es 3:3 – wie auch bei Nürnberg – Augsburg und Köln – Wolfsburg. Der EHC bereitete sich in Ruhe aufs Halbfinale vor – der Rest fetzt sich.

„Die Arena wird explodieren“, kündigt der Kölner Shawn Lalonde fürs siebte Spiel gegen Wolfsburg an. „Die Arena wird brennen“, variiert sein Kollege Moritz Müller das Motiv ein wenig.

Die Sprache wird martialisch. „Jedes Spiel ist eine Schlacht“, sagt Nürnbergs Trainer Rob Wilson, der sich die Stimme dauerheiser geschrien hat. In Augsburg, wo die Ice Tigers mit einem 3:0-Sieg zum 3:3 in der Serie ausglichen, überließ er Teile des Redens seinem Assistenten Mike Flanagan, der sich verbal mit Augsburgs Coach Mike Stewart duellierte. Worum es ging? „Er hat mich gefragt, wie’s mir geht. Ich habe gesagt: Danke, sehr gut“, so Stewart.

Leistungsunterschiede sind kaum noch spürbar zwischen den sechs Teams, die sich um drei Halbfinalplätze streiten. „Die Mannschaft, die irgendwas extra hat an diesem einen Tag, gewinnt“, sagt Mike Stewart, dessen Team zweimal wie eine Dampfwalze (4:0 in Augsburg, 5:1 in Nürnberg) über die Ice Tigers gefahren war, im Spiel, das das letzte hätte sein können, aber erkennen musste: „Die Tagesform war nicht optimal. Der allerletzte Tick hat gefehlt.“

Aber: Alle werden gebraucht. Beispiel Augsburg: Hans Detsch war als 13. Stürmer nominiert. Er drückte die Bank, bis er eine Spezialaufgabe bekam: den Nürnberger Brandon Prust in einen Faustkampf (mit entsprechender Bestrafung) zu verwickeln. Detsch musste im Dienst der Mannschaft Hiebe einstecken. Dafür gab es aber Lob. Stewart: „Job erledigt.“

Die Kölner Haie gewannen jetzt zwei Spiele am Stück, wendeten das Playoff-Aus ab. Eine Auferstehungsgeschichte. Suspendiert in beiden erfolgreichen Partien gegen Wolfsburg: Nationalspieler Patrick Hager (der beim EHC München auf dem Zettel steht). Die Mitspieler machen sich für seine Begnadigung stark. „Er ist ein astreiner Junge“, versichert Moritz Müller, „er gehört weiter zum Team“.

Vielleicht steht er am Dienstag auf dem Eis. In einer brennenden und explodierenden Kölner Arena. Als Extra.

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