"Nicht sauer sein!"

Schweini schweißt seine Bayern zusammen

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Bastian Schweinsteiger (2. v. l.) hält die Bayern zusammen

München - Nachdem Arjen Robben im Training seinen Frust abgebaut hat, schwört Bastian Schweinsteiger alle Mitspieler beim FC Bayern ein und erklärt, worauf es beim Konkurrenzkampf ankommt.

Bis zu 130 km/h kriegt ein Ball drauf, wenn Arjen Robben mit seiner linken Wumme draufhält. Es grenzt also nahezu an ein Wunder, dass das Fenster im zweiten Stock der Geschäftsstelle am Montag nicht zu Bruch ging, als der Holländer nach dem Training einen Ball mit voller Wucht dagegen drosch. Laut "Bild" soll er sogar Co-Trainer Peter Hermann mit den Worten „rede nicht mit mir“ angezischt haben, so sehr ist Robben von seiner derzeitigen Reservistenrolle genervt. Die Frage lautet: Geht das gut?

Video: Robben im Training gefrustet

Durchaus – der Meinung ist der Chef im Team. „Reibung innerhalb einer Mannschaft ist manchmal gar nicht so schlecht“, sagt Bastian Schweinsteiger der tz bei einem Termin in Köln. „In der letzten Saison gab es Situationen, da hätten wir mehr Spieler gebraucht. Jetzt ist es für den Trainer schon problematisch, den 18er-Kader zu benennen, da ihm so viele Alternativen zur Verfügung stehen.“

Eine davon ist Robben, auch wenn er sich selbst nicht als solche sieht, sondern als einer, „der die Mannschaft besser macht“. Doch nicht nur Robben ist betroffen, auch für einen Mario Gomez ist derzeit nur Platz auf der Ersatzbank. Luiz Gustavo stand in den letzten beiden Spielen nicht mal im Kader. Schweinsteiger hofft nun, dass die Bankdrücker keine schlechte Stimmung in die Mannschaft bringen. Geduld ist jetzt gefragt!

Bastian Schweinsteigers Leben in Bildern

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Ein kleiner Bayer in Lederhosen: Bastian Schweinsteiger wurde am 1. August 1984 im oberbayerischen Kolbermoor geboren. Auf dem Bild ist er drei Jahre alt. © sampics
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Schon als Sechsjähriger spielte Schweinsteiger (l.) für den FV Oberaudorf. Hier schießt er auf seinem Jugendbolzplatz in einem Punktspiel in Oberaudorf ein Tor. © sampics
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Bastian Schweinsteiger (r.) bei der F-Jugend des FV Oberaudorf 1990 im WM-Trikot. © sampics
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1991 bei seiner Einschulung. © sampics
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Nicht nur Fußball: Bastian Schweinsteiger ist auch ein talentierter Skifahrer. Erst 2001 beendete er seine Ski-Karriere. Das Foto zeigt ihn im Winter 1992 bei einem internationalen Skirennen in Westendorf. © sampics
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Bei einem Fußballcamp 1992 in Frankfurt traf Schweinsteiger als Achtjähriger Franz Roth, Uwe Seeler und Günther Netzer. © sampics
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Fußball von der anderen Seite des Bildschirms: Mit seinem Vater im Jahr 1997. © sampics
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Seit der Saison 2002/2003 für den FC Bayern. Hier gegen Mohamed Zidan vom FSV Mainz 05 in der Saison 2005/06. © sampics
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2004 spielte Schweinsteiger bei der Europameisterschaft in Portugal mit. Das Bild zeigt ihn im Zweikampf gegen Roman Tyce (Tschechien). © sampics
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Im Jahr 2006 jagte Schweinsteiger bei der Weltmeisterschaft den Ball und schoss Deutschland gegen Portugal auf den dritten Platz. © dpa
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Bundesliga 2007/08: Marcelo Bordon und Carlos Grossmüller  von Schalke 04 gegen Schweinsteiger. © sampics
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Als gebürtiger Bayer besucht Schweinsteiger regelmäßig mit seiner Freundin Sarah Brandner die Wiesn. © sampics
Bastian Schweinsteigers Leben Fotos Bilder Fußball
Mal nicht am Ball: Bei einer Gala des FC Bayern 2008 im Circus Krone amüsierte sich Schweinsteiger mit Freundin Sarah Brandner prächtig. © sampics
Bastian Schweinsteigers Leben Fotos Bilder Fußball
Im November 2011 bricht sich Bastian Schweinstiger beim Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel das Schlüsselbein. Er muss sechs Wochen pausieren. Anschließend bricht eine große Diskussion um einen "Nachfolger" als Leitstelle im zentralen Mittelfeld aus. "Man kann Basti nicht eins zu eins ersetzen", sagt sein Kollege Philipp Lahm. © Getty

„Nicht die elf auf dem Platz sind entscheidend, sondern auch die von der Bank können Spiele gewinnen“, so Schweini. „Es ist gut, wenn jeder im Training weiter Gas gibt und nicht sauer ist.“ Diesen Eindruck machte Robben aber, als er nach 90 Minuten Bankdrücken und Aufwärmen in Stuttgart als Erster das Stadion verließ und sich mit ernster Miene in den Bus setzte, nicht. Kein Wunder also, dass der Sportvorstand höchstpersönlich Robben einen Wink gab. „Das Momentum spricht aktuell gegen ihn. Die anderen haben ein bisschen Vorsprung“, sagte Matthias Sammer. „Aber wir werden keine Egoismen dulden und kleinlich darauf achten.“

Am Samstag in Mainz wird Trainer Jupp Heynckes wohl erneut Thomas Müller den Vorzug vor Robben geben. Schweinsteiger will aber nichts von möglichen Konflikten wissen, der Chef schwört seine Bayern ein. „Auf dem Weg zur Meisterschaft können wir uns nur selbst stoppen“, sagt Schweini. „Bisher schaffen wir es gut, als Kollektiv aufzutreten. Das muss auch so bleiben, denn es ist noch ein langer Weg.“ Und zwar ein Weg, auf dem die Bayern auch Robben noch oft brauchen werden. Allerdings nur dann, wenn seine 130-km/h-Waffe wieder ins Tor fliegt…

lop, ms

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