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"Werde ich mein ganzes Leben im Kopf haben"

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Arjen Robben will mit der holländischen Nationalelf den Titel. © dpa

Charkkow - Bayern-Star Arjen Robben hofft auf eine erfolgreiche EM mit den Niederlanden. Die Pleite im Champions-League-Finale nagt aber immer noch am Flügelflitzer.

Das Trauma von München, sagt Arjen Robben, „werde ich noch mein ganzes Leben im Kopf haben“. Auch die Pfiffe des Bayern-Anhangs drei Tage nach dem Champions-League-Drama wird er noch lange wie Stiche im Herzen spüren. Umso wichtiger ist für den niederländischen Superstar des FC Bayern daher eine erfolgreiche EM-Endrunde mit seinen Freunden - in seiner Wohlfühloase Oranje.

„Der Titel muss das Ziel sein“, sagt Robben selbstbewusst vor dem Auftaktspiel der Niederländer am Samstag (18.00 Uhr/ARD) in der deutschen Gruppe B im ukrainischen Charkow gegen Dänemark. Das Duell ist nur Teil eins der Traumabewältigung: Nach zwei verlorenen Champions-League-Endspielen und der Niederlage im WM-Finale gegen Spanien ist Robben reif für einen großen Titel.

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Erster Prüfstein für die Ambitionen der Niederländer ist Dänemark - ein nicht zu unterschätzender Außenseiter in der „Todesgruppe“ B. „Es ist das erste Spiel. Für mich ist es das wichtigste von allen. Schon kurz nach der Auslosung habe ich gesagt, dass dies unser wichtigstes Spiel sein wird, und das ist es noch immer“, sagte Bondscoach Bert van Marwijk: „Ich kann es nicht ändern, dass wir in der Todesgruppe spielen. Aber das Gute ist, dass wir von Anfang an voll konzentriert sein werden.“

Der ehemalige Dortmund-Coach strahlt vor dem Turnierstart die nötige Souveränität und Gelassenheit aus, um seine Starauswahl auf Kurs zu bringen. Die schwelenden Konflikte in der erstklassig besetzten Offensive erstickte van Marwijk im Keim, sehr zum Leidwesen von Schalkes Bundesliga-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar und dem ehemaligen Hamburger Mittelfeldstar Rafael van der Vaart.

Beide werden erst mal auf der Bank sitzen, weil Englands „Spieler des Jahres“ Robin van Persie vom FC Arsenal und Inter Mailands Mittelfeldstratege Wesley Sneijder die Nase vorn haben. „Das heißt aber nicht, dass Huntelaar während des gesamten Turniers Ersatzstürmer ist und nie in der Startelf stehen wird“, sagte van Marwijk, der geschickt den Konkurrenzkampf schürt. Huntelaar selbst gibt sich einsilbig, während van der Vaart zumindest auf dem Trainingsplatz als „Freund“ von Robben für dessen gute Laune sorgt.

Gründlich die Laune verhagelt hat den Niederländern neben dem verletzungsbedingten Ausfall des Innenverteidigers Joris Mathijsen (Oberschenkelzerrung) die rassistischen Beleidigungen während des Trainings in Krakau am Mittwoch. „Wir haben alle die Affenlaute gehört“, sagte Kapitän Mark van Bommel der Zeitung De Telegraaf: „Wir können das nicht akzeptieren.“ Van Marwijk hatte das Training auf die andere Seite des Platzes verlegt, die Europäische Fußball-Union UEFA am Tag danach den Vorfall dementiert.

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Die Dänen von Trainerlegende Morten Olsen hoffen ein bisschen auf niederländische Lässigkeit. „Wenn die Niederländer mit dem Glauben ins Spiel gehen, dass es schon laufen wird, ist das etwas arrogant. Sie sollten keinen Gegner unterschätzen. Das kostet schnell mal zehn Prozent vom Fokus. Hoffentlich können wir davon profitieren“, sagte Dennis Rommedahl, mit 116 Länderspielen der erfahrenste Spieler von „Danish Dynamite“.

Ganz nüchtern sieht Olsen die Situation seines Teams. „Ich wäre natürlich lieber Favorit, aber dem ist nicht so. Dänemark ist kein Favorit, das ist einfach so“, sagte Olsen fifa.com. Entsprechend lautet das Motto des Europameisters von 1992, der auf seinen verletzten Stammtorhüter Thomas Sörensen verzichten muss, wie folgt: „Wir wollen, die anderen müssen weiter.“

Einen entsprechend defensiv eingestellten Gegner erwartet deshalb van Bommel. „Sie werden tief stehen, so wie fast jede Mannschaft gegen uns. Aber das macht uns nichts“, sagte der ehemalige Bayern-Spieler selbstbewusst. Wohl wissend, dass vor allem Arjen Robben darauf brennt, seinen Kopf und sein Herz mit positiven Erlebnissen zu erfreuen.

SID

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