Flick und Favre

FC Bayern gegen BVB: Flick und Favre stehen voll im Fokus

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Flick (l.) gegen Favre (r.): Wer hat mit seinem Team die Nase vorn?

Rot gegen Schwarzgelb, Freistaat gegen Ruhrpott. Beim Bundesliga-Kracher des FC Bayern gegen Dortmund sind die Blicke aber vor allem auf die beiden Trainerbänke gerichtet.

  • Am Samstag kommt es zum Liga-Kracher FC Bayern gegen den BVB.
  • Der angeschlagene Dortmund-Coach Lucien Favre sitzt wieder fester im Sattel.
  • Bayern-Interimslösung Hansi Flick könnte sich mit einem Sieg für eine längerfristige Lösung empfehlen.

München - Bühne frei für Hansi Flick! Nach dem Einstand in der Königsklasse (2:0 gegen Piräus) wird’s für den Kovac-Nachfolger am Samstag auch in der Liga ernst. Und die Hürde könnte kaum höher sein: Borussia Dortmund reist nach Fröttmaning. „Das ist ein anderes Kaliber als Piräus, wir müssen eine Schippe drauflegen“, erklärte der 54-Jährige.

Insgesamt präsentierte sich die Übergangslösung auf dem Trainerstuhl vor seiner Nagelprobe sehr gelassen. Flick: „Ich genieße die zwei Spiele, bin entspannt.“ Na gut, ein bisschen Schlafmangel räumte der neue Chef an der Säbener Straße doch ein. Und ob es wirklich bei nur zwei Partien bleibt? „Dortmund ist für mich die Ziellinie – und die wollen wir mit einem Sieg überqueren. Alles andere kann ich nicht beeinflussen. Der FC Bayern wird seine Entscheidung treffen.“

„Die letzten Spiele haben gezeigt, wo wir den Hebel ansetzen müssen“

Der gebürtige Heidelberger will freilich Argumente für seine Weiterbeschäftigung sammeln. Am besten klappt das in München traditionell mit attraktivem Fußball, davon war der FCB gegen Piräus noch meilenweit entfernt. Flick erklärte: „Die letzten Spiele haben gezeigt, wo wir den Hebel ansetzen müssen: nämlich in der Defensive. Ich weiß aber auch, dass wir uns in der Offensive um einiges verbessern müssen.“ Das aber brauche Zeit, so der Weltmeister-Co-Trainer von 2014. Auf längere Sicht würden Flick – wenn er denn darf – viel Ballbesitz und die „gewisse Effizienz“ vorschweben.

Abseits des Sportlichen ließ Hansi vor dem Topspiel einen Blick hinter die Fassade des Fußballtrainers Flick zu. Als er gefragt wurde, was für ein Typ er denn privat sei, antwortete der 54-Jährige: „Ich habe einen Labrador. Ich bin ein Familienmensch, habe zwei Töchter und zwei Enkelkinder – das ist alles, was zählt.“

Mit Hansi, der Koseform von Hans-Dieter, kann Flick übrigens bestens leben. Er lachte: „Mein Vater hatte die super Idee, mich Hans-Dieter zu nennen. Ich bin mit Hansi ganz zufrieden. Es ist auch völlig okay, wenn die Spieler mich so rufen.“ Und im besten Fall skandieren auch die Bayern-Fans am Samstagabend diesen Namen.

Heißer Herbst: Favre hat seine Position gesichert

Im Gegensatz zu Niko Kovac hat Dortmund-Coach Lucien Favre den heißen Herbst überstanden und seinen Posten vorerst gesichert. Nach zwischenzeitlich drei Ligaspielen ohne Sieg und der 0:2-Pleite in der Champions League bei Inter Mailand hatte auch der Trainerstuhl des Schweizers gewackelt. Nach zuletzt drei Dreiern am Stück – gegen Gladbach, Wolfsburg und Inter – ist das Lächeln bei Favre aber pünktlich zum Kracher gegen die Bayern zurück.

„Es war eine schwere Phase, aber momentan geht es besser. Wir wollen so weitermachen“, erklärte der 62-Jährige. Bammel vor dem FCB? Gibt’s nicht beim BVB! Favre sagte: „Wir respektieren Bayern sehr, aber wir haben keine Angst vor ihnen.“

Dabei wäre die aus Dortmunder Sicht durchaus angebracht:Die letzten fünf Bundesliga-Auftritte in München verlor der BVB allesamt – bei einem Torverhältnis von 3:22. Sportdirektor Michael Zorc sprach unumwunden von einer „Horrorbilanz“ – und forderte, in der Wortwahl etwas ungeschickt: „Wir müssen Männerfußball spielen, wir müssen Kerle sein auf dem Platz. Die Jungs in München raufen sich für dieses Spiel zusammen – unabhängig davon, wer Trainer ist. Wir müssen dagegenhalten.“

Ein klarer Auftrag ans Team, und somit auch an Favre. Dem übrigens bescheinigte Zorc eine Weiterentwicklung in den Krisenwochen. Der Sportdirektor meinte: „Ich finde den Trainer sehr lebhaft und kämpferisch.“

Favre hätte es als Trainer zum FCB verschlagen können

Eigenschaften, die derzeit auch auf der bayerischen Trainerbank gefordert sind. Dorthin hätte es Favre im Sommer vor zwei Jahren theoretisch auch führen können. FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (64) und Favre sind seit ihrer aktiven Zeit befreundet, spielten zwei Jahre zusammen für Servette Genf und teilten sich regelmäßig ein Zweibettzimmer. Sie schätzen sich bis heute sehr. Auch deshalb wurde nach dem Abschied von Jupp Heynckes an der Säbener Straße über Favre diskutiert. Letztlich ging der Schweizer zum BVB, der Rekordmeister holte Kovac.

Favre sagte DAZN unlängst: „Ich habe sehr guten Kontakt zu Kalle. Wir verstehen uns sehr gut – fußballerisch wie menschlich.“ Am Samstag ruht diese Freundschaft für mindestens 90 Minuten.

Lesen Sie auch: Am 11. Spieltag der Bundesliga empfängt der FC Bayern München Borussia Dortmund zum Topspiel am Samstagabend. So sehen Sie das Spiel live im TV und im Live-Stream.

Michael Rummenigge, Bruder von Karl-Heinz, hat vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund mit tz.de über die Situation beim FC Bayern München und Niko Kovac gesprochen.

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