Nach Aus gegen Kiel

Alle schimpfen über die Bayern-Abwehr! Ein Taktik-Experte sieht aber ein völlig anderes Problem

Hansi Flick schaut etwas betreten in die Luft.
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Mit der jüngsten Entwicklung nicht einverstanden: Bayern-Trainer Hansi Flick stellt sich vor die Mannschaft.

Auch im DFB-Pokal sah die Defensive des FC Bayern nicht sattelfest aus. Liegt das wahre Problem der Münchner jedoch woanders?

  • Der FC Bayern hat sich in der zweiten Runde aus dem DFB-Pokal verabschiedet.
  • Diesmal hat Zweitligist Holstein Kiel die zuweilen verunsicherte FCB-Hintermannschaft ins Schwitzen gebracht.
  • Und die Angriffsreihe? Ein Taktikexperte sieht das größere Problem der Münchner vorne liegen.
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München - Der FC Barcelona um Superstar Lionel Messi wurde vom FC Bayern beim Champions-League-Endrundenturnier am Nasenring durch die Manege geführt, Zweitligist Holstein Kiel entzaubert die Münchner um Erfolgscoach Hansi Flick allerdings keine fünf Monate später. Wie passen diese zwei Welten aus taktischer Sicht zusammen?

Taktik-Experte Constantin Eckner sagt im Gespräch mit der tz: „Es wird jetzt viel über die Defensivprobleme gesprochen, aber die Bayern sind derzeit offensiv nicht so dominant. Sie halten den Ball nicht mehr so lange, haben nicht so viele Torchancen.“ Schon zu erfolgreichsten Zeiten des Flick’schen Pressings sei die Münchner Abwehr verwundbar gewesen, dieses Risiko wird mit dem frühen Stören des Gegners eingegangen. Aktuell aber sei die „noch immer gute Offensive nicht mehr gut genug, um die defensive Anfälligkeit zu kaschieren“, meint der Experte.

FC Bayern München: Offensive nicht mehr gut genug, um die Fehler hinten auszubügeln?

Und die vielen Gegentreffer sind auch nicht alleine Sache der Abwehrreihe, schließlich muss ein Rädchen ins andere greifen. Flick forderte nach der Pleite in Kiel, sein Team müsse wieder „mehr Druck auf den Ball bekommen“, also auf den ballführenden Spieler. Auch da sind die Offensivkräfte gefragt, die ihren Gegenspielern möglichst wenig Zeit für präzise Pässe lassen sollen. „Wenn Bayern keinen Druck auf den Ball entwickelt, kann auch ein Zweitligist wie Kiel sich gut befreien“, erklärt Eckner.

Künftig müssten die Bayern schon im eigenen Angriff darauf achten, dass die Räume gut besetzt sind und die Wege zum Gegenspieler im Falle eines Ballverlusts kurz. „Wenn man im Ballbesitz gut steht, kann man nach Ballverlust auch einen größeren Druck auf den Gegner ausüben“, erklärt der Taktik-Experte.

Freilich sah die Defensivreihe – allen voran Niklas Süle und Bouna Sarr – mal wieder nicht gut aus bei dem langen Ball vor dem Kieler 1:1. Flick kritisierte: „Es ist ein Muster, das wir bei vielen Gegentoren gesehen haben. Wir haben das ganz klar angesprochen. Da muss ich die Tiefe absichern.“

Für Eckner ist es aber verständlich, dass die Viererkette immer wieder wackelt. Stichwort: Abstimmung. „Die ständigen Wechsel in der Viererkette führen nicht dazu, dass es eine eingespielte Formation gibt. Bei einer eingespielten Kette wäre die Abstimmung besser, die Spieler könnten Fehler voraussehen und sie ausbügeln“, meint der Fachmann.

Bayern München: Sollte sich der FCB vom kräftezehrenden Fußball verabschieden?

Neben einer höheren personellen Kontinuität sieht Eckner zwei Möglichkeiten, wie Flick auf die Misere reagieren kann. Option eins: „Bayern München besetzt die offensiven Räume noch stärker, greift noch aggressiver an. So könnten sie in Ballbesitz erdrückender sein, das fehlt aktuell“, so der Taktiker. Oder: Der Triple-Sieger verteidigt „konservativer“. Eckner: „Die Abwehrkette stünde dann nicht mehr so hoch und würde weniger Raum zwischen sich und Manuel Neuer anbieten.“

Eine komplette Abkehr von diesem kräftezehrenden Fußball hält Eckner allerdings nicht für ratsam. „Diese intensive Spielweise hat dem FC Bayern den Champions-League-Sieg eingebracht“, meint er.

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