„Das war schon ...“

FC Bayern: Was war das gegen Augsburg? Kimmich legt Finger in die Wunde, Rummenigge setzt nach

Der FC Bayern München liegt nach dem 1:0 gegen Augsburg stimmungsmäßig irgendwo zwischen Erleichterung und Erschöpfung, Zweifeln - und ein wenig Wut.

München - Man ist sich uneins beim FC Bayern*. Was war das jetzt, was der deutsche Rekordmeister da beim 1:0-Sieg in Augsburg abgeliefert hat? „Wir mussten mit Mann und Maus hinten kämpfen“, sagte Kapitän Manuel Neuer zur zweiten Hälfte, nach der der Sieg des Tabellenführers* tatsächlich schmeichelhaft wirkte. 15:0 Torschüsse waren in den ersten 45 Minuten für die dominanten Gäste gezählt worden, 2:9 waren es aus Sicht der Münchner nach dem Seitenwechsel.

„Das war schon dünn, was wir da angeboten haben“, kommentierte ­Joshua Kimmich. Weil Serge Gnabry, Kingsley Coman & Co. es trotz teils überragender Ansätze vor der Pause verpasst hatten, nach dem 1:0 durch Robert Lewandowski (Elfmeter) nachzulegen, habe man „wieder fighten“ müssen.

FC Bayern in Augsburg: „Um Titel zu gewinnen, müssen wir besser spielen“

Es war sowohl glücklich, dass Alfred Finnbogason zum allerersten Mal in seiner Bundesliga*-Karriere vom Punkt vergab, als auch, dass ein Elfmeterpfiff zuvor nach einem Handspiel von Lucas Hernandez ausgeblieben war. „Wir haben nicht die Selbstverständlichkeit wie früher, einen Gegner 90 Minuten zu dominieren“, stellte Neuer treffend fest. Er schob aber nach: „Trotzdem kann man nicht alles schlechtreden.“

Allein die Aussagen des Kapitäns verdeutlichten, dass diese Mannschaft sich gerade zwischen den Welten befindet. Sie will, aber kann nicht immer, nicht konstant, nicht wie früher. „Es wird ein langer Weg, so dominant zu spielen wie in der letzten Saison“, gab Flick* zu, Karl-Heinz Rummenigge legte gestern bei Bild-TV nach: „Um Titel zu gewinnen, müssen wir besser spielen.“ Das weiß der Coach, der „viel Arbeit“ vor sich hat. Flicks Plan sieht vor, am Sonntag (15.30 Uhr) auf Schalke den nächsten Sieg einzufahren – egal wie. Und dann in zwei nicht englischen Wochen – ja, so etwas gibt es auch noch! – an Taktik und Frische zu arbeiten.

Manuel Neuer: „Wir müssen wieder zeigen, dass wir der FC Bayern sind“

Es sei „eher der Kopf“, der Probleme bereite, sagte Neuer, denn: „Es ist schon viel, was wir in den letzten Wochen und Monaten abgespult haben.“ Das stimmt zwar, wird von Flick aber nicht als Ausrede hingenommen. Auch Neuer ist bewusst, dass „wir uns wieder präsentieren müssen und zeigen, dass wir der FC Bayern sind“. Immerhin seien die letzten beiden Spiele nach dem Pokal-Aus in Kiel ein „Zeichen an die Konkurrenz“ gewesen.

An der Tabellenspitze bahnt sich ein Zweikampf zwischen „Herbstmeister“ Bayern (39 Punkte) und RB Leipzig (35) an. Davon wollte Flick freilich nichts wissen. Er sprach von einer „ausgeglichenen Liga ganz oben“, obwohl Leverkusen (32) und der BVB (29) bereits weit distanziert sind. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © ANDREAS GEBERT / AFP

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