Viertelfinale in der Königsklasse

Schlüssel für die Champions League: Bayerns Geheimwaffe gegen Barcelona

Bayern hat eine große Aufgabe vor sich: Wie kann Lionel Messi gestoppt werden? Das Kracher-Viertelfinale gegen den FC Barcelona in der Taktik-Analyse.

  • Das Kracher-Viertelfinale der Champions League steht an: FC Bayern München gegen den FC Barcelona (Freitag um 21 Uhr/hier im Live-Ticker).
  • Kern des Spiels der Katalanen ist und bleibt Lionel Messi. Ihn gilt es zu neutralisieren.
  • Wie das gelingen kann und wo der Bundesliga-Rekordmeister Vorteile hat, erfahren Sie in unserer Taktik-Analyse.

München - Die Idylle trügt! In Lagos an der malerischen Algarveküste durften die Stars des FC Bayern in den letzten Tagen zwar jede Menge Sonne tanken, sie mussten sich im Rahmen der Video-Analyse aber auch eingehend mit dem Viertelfinal-Gegner FC Barcelona und der äußerst undankbaren Frage „Wie stoppen wir Lionel Messi?“ beschäftigen.

Der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte, man müsse dem Argentinier den Spaß am Fußball nehmen, nicht etwa durch eine aggressive Spielweise, sondern „taktisch klug“. Leon Goretzka setzt dabei voll aufs Kollektiv. „Jeder weiß, was für ein begnadeter Fußballer Messi ist. Er ist in der Lage, viele Lösungen für Situationen in engen Räumen zu finden“, meinte der Nationalspieler. „Wir müssen als Mannschaft dagegen halten.“

Schlüsselduell: Lionel Messi (l.) gegen Jerome Boateng.

Bayern gegen Barcelona: Die eigenen Stärken auf den Platz bringen

Mindestens genauso wichtig wie ein Mittel gegen Messi wird für das Team von Hansi Flick sein, die eigenen Stärken auf den Platz zu bringen. Mittelstürmer Robert Lewandows­ki könnte durchaus seine Freude an der Barca-Defensive haben. Markus Brunnschneider, Spielanalyst am Internationalen Fußball Institut, erklärt in der tz: „Eine Schwachstelle der Katalanen ist die Strafraumverteidigung bei Flanken und Hereingaben, insbesondere nachdem die Mittelfeldreihe am Flügel überspielt wurde.“

Ein Beispiel: Hat Rechtsverteidiger Joshua Kimmich seine Gegenspieler stehen lassen, orientiert sich ein spanischer Innenverteidiger in Richtung Ball. Dadurch entsteht im Zentrum, wo Lewandowski lauert, eine Gleich- oder Unterzahl aus Sicht Barcelonas. Brunnschneider: „Das könnte eine gute Möglichkeit sein, um Lewandowski in eine aussichtsreiche Abschlussposition zu bringen.“ Ob sich Hansi Flick bei der Wahl seiner Startaufstellung gegen den FC Barcelona ähnliche Überlegungen gemacht hat?

Bei Kontern ist gegen Messi kaum ein Kraut gewachsen

Allerdings gilt auch bei derlei Angriffen: Obacht! „Der Rückraum am Strafraum muss durch Bayerns offensive Mittelfeldspieler gesichert werden, um unmittelbaren Zugriff auf die zweiten Bälle zu bekommen und katalanische Kontersituationen in der Entstehung zu unterbinden.“ Denn wenn die Barca-Offensive um Superstar Messi ins Rollen kommt, ist gegen den kleinen Dribbler kaum ein Kraut gewachsen.

Diese Erfahrung machte Jerome Boateng im CL-Halbfinale 2015, als Messi einen perfekten Haken schlug und ihn damit auf den Hosenboden schickte. Bleacher Report zeigte Boateng anschließend auf Schlittschuhen, witzelte: „An diesem Tag nahm Messi Boateng mit aufs Eis.“ Der Bayern-Verteidiger konterte cool: „Zum Glück habe ich meine Schlittschuhe 2014 nicht getragen.“ Im WM-Finale gegen Messis Argentinien gehörte er zu den besten Deutschen. -
jau, bok

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe / dpa

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