Zwist um TV-Gelder

BVB-Boss Watzke verteidigt plötzlich den FC Bayern

Geschäftsführer von Borussia Dortmund: Hans-Joachim Watzke.
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Geschäftsführer von Borussia Dortmund: Hans-Joachim Watzke.

Die TV-Gelder bleiben ein Streitthema in der Bundesliga. Borussia Dortmunds Chef Hans-Joachim Watzke schlägt sich auf die Seite des FC Bayern München.

München/Dortmund - Es ist ein großer Streitpunkt in der Fußball-Bundesliga*: die Verteilung der TV-Gelder. Denn: Die Spanne zwischen den jeweiligen Klubs ist sehr groß, bemisst sich unter anderem nach der Teilnahme und dem Erfolg international sowie der Konstanz national. Es geht um sehr viel Geld, Jahr für Jahr.

TV-Gelder in der Bundesliga: FC Bayern und Borussia Dortmund sind die Großverdiener

Ein Vergleich: Wie der Kicker berichtet, kassierte der damalige Aufsteiger Arminia Bielefeld in der Saison 2020/21 als Letzter des Rankings 34,31 Millionen Euro aus den Medienerlösen. Borussia Dortmund* (Platz zwei) und der FC Bayern München* (Platz eins) kamen dagegen auf 94,95 Millionen sowie 105,4 Millionen Euro. Machte seinerzeit eine Differenz von 70 Millionen Euro zwischen der Arminia und den Bayern - in nur einer Spielzeit. Zuletzt hatte sich Widerstand gegen diesen Verteilungsschlüssel geregt, mehrere Klubs beschwerten sich. Medienberichten zufolge waren der VfB Stuttgart und der FC Augsburg darunter.

Mit Sozialismus ist diese Unwucht nicht zu beheben.

Hans-Joachim Watzke über die TV-Gelder

Müssen die TV-Gelder also bald umverteilt werden? Zu Gunsten der Klubs, die weniger bekommen? „Das ist kein gangbarer Weg“, sagte nun der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL), Hans-Joachim Watzke, im Interview mit dem Spiegel: „Wenn Sie einem Klub 50 Millionen Euro wegnehmen und das Geld auf die 35 anderen Klubs verteilen, dann erhöhen Sie damit nicht die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Begünstigten Meister wird.“ Zur Einordnung: Watzke ist aktuell parallel für die DFL und als Geschäftsführer des BVB tätig. Und damit der Boss eines der Großverdiener im deutschen Fußball.

Seiner Ansicht nach würde jedoch jeder einzelne Verein wirtschaftlich davon profitieren, „dass jemand international für Deutschland die Eisen aus dem Feuer holt“, meinte Watzke mit Blick auf die Bundesliga-Giganten* aus dem Westen und dem Südosten. Er sei dagegen, „einem Klub etwas wegzunehmen, das ihm zusteht“, sagte er. Der FC Bayern* dominiere auch, „weil er 50 Jahre lang vieles richtig gemacht hat. Mit Zwangsmaßnahmen und Sozialismus ist diese Unwucht nicht zu beheben“.

Im Video: Verlässt Robert Lewandowski den FC Bayern?

Der Dortmunder Chef kritisierte in dem Gespräch mit dem Spiegel ferner, dass in der aktuellen Phase der Coronavirus-Pandemie* keine Zuschauer in deutschen Fußball-Stadien zugelassen sind.

Fußball-Bundesliga: BVB-Boss Watzke plädiert für Zuschauer - trotz Corona

„Richtig wäre es gewesen, einen Prozentsatz der Stadionkapazität zuzulassen. 8000 Zuschauer kann man im Signal Iduna Park* und mit unserer Infrastruktur so verteilen, dass sie physisch so gut wie nichts miteinander zu tun haben“, meinte Watzke: „Solche Geisterspiele hält der Fußball nicht lange durch. Das wird einem ganzen Wirtschaftszweig den Garaus machen.“ (pm) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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