„Wirft schlechtes Bild auf Profifußball“

Hat der FC Bayern Corona-Ärger mit dem Gesundheitsreferat? Politikerin äußert sich zu Video-Clip

Thomas Müller steigt aus einem Flugzeug
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Thomas Müller bei seiner Rückkehr von der Klub-WM.

Beatrix Zurek vom Münchner Gesundheitsreferat hat durch ein Interview für Verstimmung gesorgt, was den FC Bayern angeht. Nun stellt sie klar, wie die Aussagen wirklich gemeint waren.

München - Rein sportlich war der Samstag ein höchst erfreulicher Tag für den FC Bayern. Beim 5:1 (2:0) gegen den 1. FC Köln überzeugten mit Leon Goretzka, Serge Gnabry und Thomas Müller gleich drei Rückkehrer. Ein gutes Signal vor dem anstehenden Bundesliga-Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund (Sa., 18.30 Uhr, Sky).

Das sah auch Hansi Flick so. „Es war heute ein sehr guter Anfang“, meinte der Bayern-Trainer, nachdem die Joker Gnabry und Müller gleich mit ihrer ersten Aktion das 3:1 eingeleitet bzw. vorbereitet hatten. Gnabry ließ noch zwei eigene Tore folgen. Die beiden seien „sehr wichtig“ gewesen, sagte Flick. „Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um beide noch näher ranzubringen.“

Müller gelang nach seiner Corona-Infektion nach seiner Einwechslung gegen Köln umgehend ein Assist.

Corona: Sportschau titelt mit „Gesundheitsamt rüffelt FC Bayern“

Gnabry meldete sich nach Muskelfaserriss zurück, Müller nach überstandener Corona-Infektion. Die hat auch Goretzka hinter sich, der gegen Köln gleich drei Tore direkt vorlegte und von Flick zum „Spieler des Tages“ gekürt wurde. Die erzwungene Auszeit haben Goretzka und Müller allem Anschein nach also bestens überstanden. Abseits des Rasens sorgten die zuletzt gehäuften Corona-Infektionen allerdings für Wirbel.

Die Sportschau titelte auf ihrer Homepage am Samstagmittag: „Münchner Gesundheitsreferat rüffelt Bayern München“. Zitiert wird Beatrix Zurek, die Leiterin des städtischen Gesundheitsreferats. Auch ein rund einminütiger Videozusammenschnitt mit Zureks Aussagen für die WDR-Sendung Sport inside ist zu sehen. Die SPD-Politikerin kritisiert, dass die „muntere Reisetätigkeit“ der Fußball-Profis ein „ganz schlechtes Bild“ abgibt. Zurek wünscht sich zudem, dass die Spieler „nicht gezwungen werden, ihre Gesundheit zu gefährden“.

Interview-Antworten zu Corona zusammengeschnitten - „Eindruck entsteht, ich hätte den FC Bayern gerüffelt“

Nach Corona-Infektionen bei Javi Martínez, Goretzka, Müller und Benjamin Pavard ist beim FC Bayern zuletzt eine sogenannte Arbeitsplatz-Quarantäne verordnet worden. Das heißt: Die Stars dürfen sich nur zwischen Säbener Straße und ihrem Zuhause bewegen. Dazu erklärt die Gesundheitsreferentin: „Ich halte das für einen wichtigen und richtigen Schritt, der durchaus auch von uns mit initiiert und unterstützt wurde.“ Zurek sei zuversichtlich, dass „diejenigen, die beim Verein für die Hygieneregeln verantwortlich sind, selber die Dinge analysieren und die entsprechenden Schlüsse ziehen“.

Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.

Von einem Rüffel für den Klub aber will die Politikerin keinesfalls sprechen, wie sie am Sonntag in einer Stellungnahme erklärte. „In dem verbreiteten Video-Clip wurden aus einem längeren Interview meine Antworten zu zwei völlig unterschiedlichen Themenbereichen so zusammengeschnitten, dass sich der – falsche – Eindruck ergibt, ich hätte den FC Bayern ‚gerüffelt‘“, stellte Zurek klar.

Corona-Kritik bezieht sich nicht nur auf FC Bayern - sondern auf den gesamten Profifußball

Ihre Kritik an der munteren Reisetätigkeit beziehe sich demnach nicht allein auf den deutschen Rekordmeister, sondern auf den „internationalen Ligabetrieb“, der „ein schlechtes Bild auf den Profifußball insgesamt“ werfe. Gemeint sind in diesem Fall wohl die Champions und Europa League samt grenzüberschreitender Reisen quer über den europäischen Kontinent.

Die Arbeitsplatz-Quarantäne beim FC Bayern sei zudem „in enger und vertrauensvoller Abstimmung mit dem Verein getroffen“ worden. Zurek weiter: „Einen Anlass zu Kritik oder gar ‚Rüffel‘ gibt es nicht.“ Jonas Austermann

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