Vor dem Schlagerspiel in der CL

Barça-Legende schwer beeindruckt vom FC Bayern: „Sie kriegen jeden Spieler“

Die spanische Torwart-Legende Andoni Zubizarreta war fünf Jahre lang Sportdirektor bei Barcelona.
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Die spanische Torwart-Legende Andoni Zubizarreta war fünf Jahre lang Sportdirektor bei Barcelona.

Andoni Zubizarreta spricht mit höchstem Respekt über den FC Bayern, der auf seinen Ex-Klub Barcelona trifft. Für ihn sind die Münchner „die Mannschaft, die niemals aufgibt“.

München - Andoni Zubizarreta ist unsterblich. Der ehemalige Torwart der spanischen Nationalmannschaft, von Athletic Bilbao, Deportivo Alavés, Valencia und des FC Barcelona ist und wird mit 622 Einsätzen wohl noch eine Weile Rekordspieler der spanischen Liga bleiben. Zwischen 2010 und 2015 war der heute 59-Jährige zudem Sportdirektor Barças, das er nach seiner Entlassung nunmehr nur noch als Mitglied von der Tribüne des Camp Nou verfolgt. Auch am Dienstag wird er dort sitzen, wenn der spanische FCB gegen den deutschen antritt. Das tz-Interview.

Wie hat der junge Andoni Zubizarreta den FC Bayern im Gedächtnis?
Zubizarreta: Der FC Bayern war ein Torwart mit hellgrauem Trikot und dunkler Hose. Bayern war Sepp Maier. Für mich stand allerdings auch Dino Zoff stellvertretend für Italien. Ich habe immer schon stark auf Torhüter geachtet. Bayern war auch Schwarzenbecks Tor im Finale gegen Atlético. Die Mannschaft, die niemals aufgibt.
Sie haben mal einen Elfmeter von Jürgen Klinsmann im Münchner Olympiastadion gehalten.
Zubizarreta: So ist es. Deshalb fordere ich immer noch eine Gedenktafel neben dem Pfosten im Münchner Olympiastadion, die daran erinnert, dass Zubizarreta einen Elfmeter von Klinsmann gehalten hat. (lacht)
In der Allianz Arena haben Sie nicht mehr gespielt.
Zubizarreta: Nein. Als Sportdirektor war ich mal bei einem Sommerturnier dort. Und natürlich zum Halbfinale der Champions League 2013. Wenn ich mich recht erinnere, war es Tito Vilanovas erstes Spiel nach seiner Krebsbehandlung. Jupp war damals Bayern-Trainer. In München haben sie uns vier eingeschenkt, daheim drei.

Zubizarreta über Barca gegen Bayern: „8:2 wird keinen Einfluss mehr haben“

In Lissabon hat Bayern Barcelona vor gut einem Jahr sogar acht Tore eingeschenkt.
Zubizarreta: Ein sehr seltsames Spiel. Wegen des Formats, der Pandemie, Barças Krise. Es hat mich sehr an die Partie der Deutschen gegen Brasilien bei der WM 2014 erinnert. In der letzten Viertelstunde war jeder Schuss ein Treffer. In den meisten Spielen tritt irgendwann ein Moment ein, an dem sich eine Mannschaft, die vorne liegt, sagt: Komm, das war’s, jetzt fahren wir mal einen Gang zurück. Bayern nicht. Bayern hat immer weitergemacht. Bis zum bitteren Ende, in diesem Fall für Barcelona.
Was erwarten Sie nun für ein Spiel?
Zubizarreta: Ich glaube nicht, dass das 8:2 irgendeinen Einfluss auf die jetzige Partie haben wird. So einen wie Memphis Depay dürfte dieses Ergebnis ja nicht sonderlich jucken, er war 2020 ja nicht dabei in Lissabon. Die Trainer sind andere, Messi ist auch nicht mehr dabei. Also wird das eine ganz andere Geschichte. Eine, und so viel steht fest, bei der Barça nicht mehr Favorit ist. Das sind jetzt die Bayern.
Welchen Eindruck vermittelt der FC Bayern aktuell auf Sie?
Zubizarreta: Aus der Ferne betrachtet ist da natürlich diese solide, seriöse Klubstruktur, für die der FC Bayern europaweit wie kein zweiter Verein steht. Bayern ist ein Verein, der jeden Spieler kriegt, den er will. Dessen Trikot aber nicht jeder x-beliebige Spieler tragen kann. Der den Anspruch hat, immer und überall zu gewinnen. Der jedes Jahr mindestens im Viertelfinale der Champions League steht. Anhand der Verpflichtung von Julian Nagelsmann merke ich allerdings, dass der Verein nun etwas Neues sucht. In die Zukunft blickt. Sich hinterfragt und gewissermaßen neu orientiert. Aber wenn ich ehrlich bin, ist da immer noch dieses graue Trikot und die dunkle Hose. Bayern München wird für mich immer Sepp Maier sein.

Interview: Luis Martín

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