Der FCB auf Reisen

Einst nutzte ihn die US-Air Force - wie sich der FC Bayern auf einem geheimen Flugplatz abschottet

FC Bayern München Flugplatz Oberpfaffenhofen
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Ankunft nach dem DFB-Pokal-Sieg: der FC Bayern München am Flugplatz Oberpfaffenhofen.

Der FC Bayern startet und landet immer seltener am Flughafen München. Stattdessen geht es von Oberpfaffenhofen in die Bundesliga und in den DFB-Pokal. Auch Transfers werden hier begrüßt, wo sich der Rekordmeister unweit des Starnberger Sees abschotten kann.

  • FC Bayern München: Der deutsche Rekordmeister weicht vom Flughafen München immer häufiger auf den Flugplatz Oberpfaffenhofen aus.
  • Von hier startet der Klub zu Spielen im DFB-Pokal oder kehrt von Auswärtspartien in Bundesliga-Stadien zurück.
  • Auch Transfers wie Leroy Sané landen hier nahe des Starnberger Sees - und Bayern-Stars wie Manuel Neuer oder Thomas Müller leben unweit des Sonderflughafens.

München/Oberpfaffenhofen - Der Flugplatz passt rund 20 Kilometer südwestlich von München auf den ersten Blick nicht so recht in die grüne Landschaft aus Feldern und Wäldern.

Zwischen den Gemarkungen Gauting, Gilching und Weßling hat sich nahe dem Starnberger See auf über 2,2 Kilometer Asphalt eine Start- und Landebahn für größere Flugzeuge in die Landschaft gefräst.

Sonderflughafen Oberpfaffenhofen: FC Bayern startet von hier zu Titel-Missionen

Hier, am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen, landen sogar riesige Flugzeuge bis hin zum Airbus A 380. Es ist ein unwirkliches Bild, wenn ein Luftgefährt dieser Größe über die Baumspitzen am kleinen Dorf (kaum mehr als 1.000 Einwohner) vorbeirauscht und seine Fahrwerke ausfährt.

Ein eigenes Flugzeug hat der FC Bayern München nicht, ansonsten würde eines (sehr wahrscheinlich in Rot lackiert) und mit dem Emblem des deutschen Rekordmeisters drauf des Öfteren von den Ufern des malerischen Starnberger Sees, der weniger malerischen Autobahn A96 und vom idyllischen Kloster Andechs aus zu sehen sein. 

Flugplatz Oberpfaffenhofen: Hier schottet sich der FC Bayern München ab

Denn: Auf dem Flugplatz Oberpfaffenhofen schottet sich der Bundesliga-Riese aus München immer häufiger ab. 

Konkret: Der FC Bayern nutzt mit seinem Kader den Sonderflughafen als Ausgangspunkt zu Titel-Missionen wie vor und nach dem DFB-Pokal-Sieg 2020, als es aus Berlin nicht zurück an den Flughafen München ging, sondern in den ruhigeren Münchner Südwesten.

Praktischer Nebeneffekt: Viele Bayern-Stars wohnen ohnehin im Süden der bayerischen Landeshauptstadt, in Harlaching oder Grünwald. Vom Tegernsee, wo Manuel Neuer haust, ist es wie aus Otterfing, wo Thomas Müller sein Anwesen samt Pferdegestütt hat, egal, ob der Münchner Flughafen oder Oberpfaffenhofen. Die Wegen nehmen sich wenig. 

Touchdown @LeroySane19 in Bayern! Näher konnten wir nicht ;) @SkySportDE @SkySportNewsHD @FCBayern pic.twitter.com/lJRUdewQwJ — Torben Hoffmann (@Sky_Torben) July 1, 2020

Und nicht nur das: Auch Transfers wie Leroy Sané oder einst Leihspieler Philippe Coutinho landen mit sogenannten Lufttaxis in Oberpfaffenhofen, fernab des Trubels und der Aufmerksamkeit der riesigen und umtriebigen Flughäfen, die Fußball-Profis ansonsten kennenlernen.

FC Bayern München: Von Oberpfaffenhofen an die Säbener Straße

Mit einer Eskorte aus der Säbener Straße in München werden sie dann über die A96 an den neuen Arbeitsplatz kutschiert, um sich dort auf ihren Job in der Allianz Arena im Norden der Millionenmetropole vorzubereiten. 

Der Aufwand hat es in sich: So muss der Flugplatz für Geschäftsreisen eigens angemietet werden - Kosten für Feuerwehr und Wartung inklusive.

Flugtaxis für den FC Bayern München: der deutsche Rekordmeister in Oberpfaffenhofen.

Der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen hat derweil eine bewegte Geschichte hinter sich. Im Dritten Reich erbaut, diente der Flugplatz seinerzeit Dornier für die Flugzeug-Entwicklung. 

1945 eroberten die Amerikaner das Flugfeld und nutzten es anschließend für ihre Luftstreitkräfte der Air Force.

FC Bayern München: Immer häufiger am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen

Es folgten wieder der Flugzeugbauer Dornier und zwischenzeitlich die Bundeswehr als Betreiber. Das Luftamt Südbayern genehmigte schließlich 2008 den Betrieb für Geschäftsreisen und Lufttaxis - Protest von Anwohnern und Naturschützer inklusive.

Aber: Wenn der FC Bayern aus dem nahen München mit seinen roten Bussen kommt, müssen andere ohnehin draußen bleiben. 

Dann, wenn sich der Rekordmeister hier abschottet, zwischen Ammersee, Starnberger See und bayerischen Voralpen.  (pm) 

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