FCB-Präsident vor dem Barca-Kracher

FCB-Präsident Hainer exklusiv: „Zugänge sind weiterhin denkbar“ - Havertz noch nicht vom Tisch?

Herbert Hainer träumt vom Triple und spricht im tz-Interview über potenzielle Zugänge und Verkaufskandidaten wie Thiago.

  • Das Kracher-Viertelfinale der Champions League steht an: FC Bayern München gegen den FC Barcelona (Freitag um 21 Uhr/hier im Live-Ticker).
  • Der Bundesliga-Rekordmeister könnte sich personell noch verstärken, meint Präsident Herbert Hainer.
  • Im Exklusiv-Interview spricht er außerdem über Kai Havertz und potenzielle Abgänge wie Thiago.

Herr Hainer, was erwarten Sie gegen Barcelona für ein Spiel für das Team von Trainer Hansi Flick?

Hainer: Es wird von der Tagesform abhängen, es wird auf Kleinigkeiten ankommen. Unsere Mannschaft ist in einer sehr guten Verfassung und wir haben Ausnahmekönner wie Manuel Neuer oder Robert Lewandowski, um nur zwei zu nennen. Ich traue unserem Team alles zu. 

Was würde der CL-Titel bedeuten?

Hainer: Wenn der FC Bayern an einem Wettbewerb teilnimmt, will er ihn auch gewinnen und unter den aktuellen Voraussetzungen mit Unterbrechung, Restart und vielen Hürden wäre es etwas ganz Besonderes.

Herbert Hainer über das K.o.-Modell der Champions League: „Sehr attraktiv“

Wäre der K.o.-Modus ein CL-Zukunftsmodell?

Hainer: Für die Fans ist das natürlich sehr attraktiv, K.-o.-Spiele wie bei Welt- oder Europameisterschaften sorgen für eine ungeheure Spannung. Aber es gibt auch sehr viele Aspekte, die für den Modus mit Hin- und Rückspiel sprechen. Denn nur dadurch ist gewährleistet, dass unsere Fans auch bei unserem jeweiligen Heimspiel unsere Mannschaft anfeuern können. Darüber hinaus die Chancengleichheit und natürlich auch die Vermarktungsmöglichkeiten durch Ticketverkäufe, TV und Sponsoring.

In Deutschland hat die Regierung das DFL-Konzept für eine Zuschauer-Zulassung abgelehnt.

Hainer: Stand jetzt hat die Politik aufgrund der steigenden Fallzahlen ihre Bedenken geäußert und eine Genehmigung noch nicht erteilt, das DFL-Konzept wurde aber prinzipiell als zielführend erachtet. Natürlich geht die Gesundheit der Bevölkerung vor und genießt oberste Priorität. Dennoch arbeiten wir weiter daran, unseren Fans die Möglichkeit zu geben, bald wieder die Heimspiele in der Allianz Arena verfolgen zu können. Wir bleiben im Dialog mit der Politik und den Behörden.

Was bedeuten die fehlenden Zuschauer-Einnahmen für das weitere Transfer-Vorgehen?

Hainer: Abgeschlossen ist die Kaderplanung, wenn das Transferfenster am 15. Oktober geschlossen wird, bis dahin sind Ab- und Zugänge denkbar. Wir wissen ja noch nicht, was mit Thiago und David Alaba passiert. Sollten wir Abgänge haben, müssen wir das im Kader kompensieren. Wir lassen uns alle Optionen offen.

Wann wurde die Entscheidung getroffen, Kai Havertz nicht zu verpflichten?

Herbert Hainer: „Kai Havertz ist ein hervorragender Fußballer, aber ...“

Hainer: Kai Havertz ist ein hervorragender Fußballer, keine Frage. Aber Leroy Sane war unser Wunschspieler. Nach seiner Verpflichtung ist auch für den FCB in Corona-Zeiten kein zweiter Transfer in dieser Größenordnung darstellbar.

Er führt den FC Bayern München: Präsident Herbert Hainer.

Ist Corona ein Vorteil für Jugendspieler, sich bei den Profis zu etablieren?

Hainer: Die Tatsache, dass nun wieder mehr Spieler aus unserer Nachwuchsabteilung an die Tür zur Profimannschaft anklopfen, liegt nicht an Corona. Der Grund ist das sehr gute Scouting im Nachwuchsbereich und die gute Ausbildung am Campus in den letzten Jahren. Wir sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden und wollen sie weiter forcieren.

Die gute Campus-Arbeit wurde durch einen vermeintlich Rassimus-Vorfall überschattet.

Hainer: Wir arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung dieses Falles und werden in Kürze ein Ergebnis vorliegen haben und bis spätestens Anfang der Woche eine Entscheidung treffen. Mehr möchte ich dazu im Moment aufgrund des laufenden Verfahrens nicht sagen. Interview: Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © CHRISTOF STACHE / AFP

Auch interessant:

Meistgelesen

Kommentare