Im Rahmen der Klub-WM

Sie können es nicht lassen! Rummenigge und Bierhoff gehen schon wieder aufeinander los

Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.
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Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge erhebt heftige Vorwürfe gegen DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Der DFB-Direktor konterte die Kritik.

  • Karl-Heinz Rummenigge ist bis Ende 2021 Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern.
  • Der FCB-Boss wirft DFB-Direktor Oliver Bierhoff Illoyalität gegenüber Bundestrainer Jogi Löw vor.
  • Im Rahmen der Klub-WM flogen die nächsten Giftpfeile.

Update vom 9. Februar, 7.01 Uhr: Der Dauer-Zoff geht in die nächste Runde! Im Rahmen der Klub-WM gab es von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und DFB-Manager Oliver Bierhoff weitere Spitzen gegen die jeweils andere Seite. Nachdem Bierhoff am Sonntag in der ARD-Sportschau Rummenigge dazu aufforderte, „erst einmal bei den Fakten“ zu bleiben, war jetzt wieder der Vorstandsvorsitzende des FCB an der Reihe.

Vor dem Halbfinale gegen Al-Ahly sagte er: „Ich habe kein Problem mit Oliver. Aber ich finde es nicht gut, dass er in diversen Interviews die nicht gute Jugendarbeit den Bundesliga-Klubs zuschiebt. Und, dass er, was unseren Trainer betrifft, irgendwelche Zukunftspläne rausposaunt. Er soll sich um seine eigenen Dinge kümmern. Wir beim FC Bayern reden dem DFB ja auch nicht rein. Und da gibt es aktuell genügend. Denn der Job beim DFB verlangt derzeit hartes Zupacken.“

Es dauerte nur ein paar Minuten, ehe Bierhoff wiederum konterte. In der Halbzeit sagte er bei bild.de: „Es ist ja nicht das erste Mal, dass es hier und da hakt und dass man sich gegenseitig auch mal medial ein bisschen gegen das Schienbein tritt. Aber die Heftigkeit hat mich ein bisschen überrascht. Mir Illoyalität vorzuwerfen, verwundert mich schon.“

Update vom 8. Februar, 11.34 Uhr: Karl-Heinz Rummenigge teilte kürzlich in einem Interview mit Sport1 heftig gegen DFB-Direktor Oliver Bierhoff aus. Der Bayern-Boss warf ihm mitunter vor, dass „alles, was er in den letzten Tagen in seinen diversen Interviews kritisiert hat“, den Namen Bierhoff trage. Zudem bezeichnete Rummenigge den DFB-Manager als „illoyal“ gegenüber Bundestrainer Löw (siehe Erstmeldung). Am Sonntagabend reagierte Europameister von 1996 live in der ARD-„Sportschau“ auf die Angriffe.

FC Bayern vs. DFB: Manager Bierhoff kontert Rummenigge-Angriff - „Zeit des Muskel-Spielen-Lassens vorbei“

Bierhoff zeigte sich verwundert über die Seitenhiebe aus München. „Mich hat das auch überrascht, weil auch die letzten Gespräche mit Karl-Heinz Rummenigge sehr gut waren und wir ein gutes Verhältnis haben“, so der Ex-Stürmer. Der Manager forderte Rummenigge auf, „erst einmal bei den Fakten“ zu bleiben und führte seinen Punkt weiter aus. „Ich war und ich bin auch kein Sportdirektor des DFB und bin in der Verantwortung erst seit 2018“, so Bierhoff, der nicht viel von Schuldzuweisungen hält. „Wir müssen Probleme gemeinsam angehen“, so die Devise des 52-Jährigen.

Der Bayern-Vorstandsvorsitzende nannte auch die Nachwuchsförderung und Trainerausbildung als Beispiele für das angebliche Versagen Bierhoffs. „Bei allem war der Sportdirektor Oliver Bierhoff federführend seit 15 Jahren verantwortlich und mit im Boot. Darüber würde ich mir Gedanken machen und über nichts anderes“, so der 65-Jährige. Auch hier wusste der DFB-Funktionär zu kontern.

„Das ‚Projekt Zukunft‘ ist gemeinsam mit der DFL entworfen worden. Da haben Manager, die weitaus tiefer im Thema sind als Karl-Heinz Rummenigge, wie Fredi Bobic und Max Eberl, mitgewirkt. Die Zeit des Muskel-Spielen-Lassens ist vorbei.“ Die Sorge um die fehlenden Talente sei jedoch berechtigt, ein „klarer Trend“ zeige, dass man in 15 Jahren weniger Talente haben werde, „die Ausnahmespieler werden können“.

FC Bayern: Rummenigge teilt heftig gegen den DFB-Manager Bierhoff aus - „Gegenüber Bundestrainer illoyal“

Erstmeldung vom 5. Februar:
München - Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge gibt in diesem Jahr seine Abschieds-Tournee beim FC Bayern. Der 65-Jährige genießt national und international hohes Ansehen. Sein Wort hat in der Branche Gewicht.

Rummenigge schaltete sich zuletzt in den Zoff zwischen Trainer Hansi Flick und Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic ein, Leroy Sané machte er eine klare Ansage, bei einem möglichen Upamecano-Transfer soll er involviert sein, legte ein klaffendes Millionen-Loch offen und sogar die Spieler wendeten sich zuletzt aus Sorge an ihren Boss.

FC Bayern: Rummenigge attackiert DFB-Direktor Bierhoff - „Würde mir Gedanken machen“

Rummenigge vertritt knallhart die Interessen des FC Bayern, daran ist nichts verwerflich. Jetzt schießt er gegen DFB-Direktor Oliver Bierhoff, der zuletzt Hansi Flick als möglichen Nachfolger von Bundestrainer Jogi Löw ins Spiel brachte. „Ich muss offen und ehrlich sagen: Oliver Bierhoff tut im Moment immer so, als wäre er der große Aufräumer und Modernisierer beim DFB. Aber alles, was er in den letzten Tagen in seinen diversen Interviews kritisiert hat, trägt den Namen Oliver Bierhoff“, polterte Rummenigge im Sport1-Interview.

„Egal ob es zum Beispiel seine Kritik am deutschen Nachwuchs oder der Trainerausbildung war. Bei allem war der Sportdirektor Oliver Bierhoff federführend seit 15 Jahren verantwortlich und mit im Boot. Darüber würde ich mir Gedanken machen und über nichts anderes“, so Rummenigge. Er nimmt sogar den nach dem Spanien-Debakel in die Kritik geratenen Löw in Schutz: „Außerdem finde ich es dem jetzigen Bundestrainer Joachim Löw gegenüber illoyal, auf dem Trainerposten Planungsspiele öffentlich für die Zukunft aufzustellen.“

Rummenigge: FC Bayern wird „nicht die Probleme des DFB lösen“

Rummenigge stellte zudem klar: „Wir werden nicht die Probleme des DFB lösen. Und wenn ich ehrlich bin: Wäre ich Trainer und sollte vom Arbeitgeber FC Bayern zum Arbeitgeber DFB wechseln, würde mir das lediglich ein Schmunzeln entlocken.“

Die Bayern-Fans brauchen sich laut Rummenigge „hundertprozentig“ keine Sorgen machen, dass Flick auch in der nächsten Saison an der Seitenlinie des Rekordmeisters steht. „Ich erlebe Hansi als einen extrem ehrgeizigen Trainer und Menschen. Was hätten Uli Hoeneß oder Franz Beckenbauer sagen sollen, die gefühlt 100 Titel gewonnen haben? Sie haben immer weitergemacht und wurden fast noch ehrgeiziger. Hansi hat das FC-Bayern-Gen als Spieler erlebt und als Trainer nochmal extrem verinnerlicht“, so Rummenigge. Sich immer wieder neue Ziele zu setzen, sei wichtig. „Auch, wenn man schon alles gewonnen hat. Dann muss man die Erfolge eben bestätigen.“ (ck)

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